Wie entstehen Wirtschaftskrisen?

Obdachoser vor Wand mit Graffiti
Wirtschaftkrisen treffen oftmals die Schwächsten besonders stark
 

Die Frage, wie es zu einer Wirtschaftskrise kommen kann, lässt sich natürlich nicht pauschal beantworten. Zu umfangreich sind die Einflussfaktoren auf das Gebilde, welches wir gemeinhin unter Wirtschaft oder Ökonomie zusammenfassen. Dennoch wagen wir hier einen Einblick in die Welt der Wirtschaft und Ihre Krisen.

 

In diesem Beitrag erfahren Sie:

  • Was versteht man unter Wirtschaft?
  • Was ist eine Wirtschaftskrise?
  • Welche Arten von Wirtschaftskrisen gibt es?
  • Wie entsteht ein Konjunkturzyklus?

 

Um mögliche Auslöser von Krisen zu ergründen, müssen wir vorerst klären, was Wirtschaft überhaupt ist.

 

Wirtschaft

Unter Wirtschaft versteht man alle Handlungen von Wirtschaftssubjekten und Einheiten, die der Befriedigung von Bedürfnissen dienen. In dem Augenblick, wo Sie also etwas kaufen oder verkaufen, sind Sie bereits Teil der Ökonomie. Dabei kann die Wirtschaft in unterschiedlichen Wirtschaftssystemen gestaltet sein. Die bekanntesten Formen sind die Marktwirtschaft, in der wir uns heute befinden und die Zentralverwaltungswirtschaft. Wobei die letzte Form nach dem Zusammenbruch der kommunistischen Systeme nur noch selten vorkommt. Als Beispiel ließen sich hierfür Nordkorea und Kuba anführen. Allerdings weist auch Venezuela Züge der zentralen Verwaltung auf. In beiden Formen kann es zu Wirtschaftskrisen kommen. Doch was genau ist eine Wirtschaftskrise eigentlich?

 

Wirtschaftskrise

Eine Wirtschaftskrise ist Zustand einer sehr negativen Einwicklung des Wirtschaftswachstums. Oftmals sind diese Phasen gekennzeichnet von Problemen in der Stabilität des Geldes, einer hohen Arbeitslosenquote und der allgemeinen Stimmung der einzelnen Wirtschaftssubjekte.

Kommen wir nun zu dem Punkt, wie Wirtschaftskrisen entstehen?

 

Mögliche Auslöser von Wirtschaftskrisen

 

Es gibt verschiedene Elemente, die eine Wirtschaftskrise auslösen. Die meisten diesen Auslösern können allerdings auch bereits die Folge einer bestehenden Wirtschaftskrise sein. Das erklärt sich aufgrund der tiefen Verzahnung der einzelnen Elemente im Wirtschaftskreislauf.

Mögliche Auslöser:

  • Finanzmarkt-Krise
  • Deflationskrise
  • Währungskrise
  • Konjunkturzyklen

Oftmals haben Krisen etwas mit dem Vertrauen in die Regierungen oder in das Geldsystem zu tun.

 

Finanzmarkt-Krise

So könnte alleine das Misstrauen gegenüber Banken eine Krise auslösen. Ein sogenannter Bank Run etwa, kann das Bankensystem in eine Illiquidität führen und damit zerstören. Grundsätzlich sind Wirtschaftskrisen, die durch das Bankensystem ausgelöst werden, sehr gefährlich. Es untergräbt das Vertrauen in die Strukturen und Sparer, wie auch Konsumenten, bekommen Angst um das eigene Vermögen. Auch ein Crash der Kapitalmärkte (Aktien oder Anleihen), deren Grund nicht auszumachen ist, kann eine Finanzmarkt-Krise auslösen und die Wirtschaft in einer Rezession führen. Die letzte große Finanzmarkt-Krise erlebte die Welt nach dem Jahr 2007. Damals brach die Investmentbank Lehman Brothers zusammen.

 

Deflationskrise

In einer Deflationskrise kommt es zu einem Schock in den Preisen. Dabei verhält sich die Deflation spiegelverkehrt zur Inflation. Statt eines steigenden Preisniveaus, kommen die Preise ins Rutschen. Getrieben durch diese fallenden Preise, verzichten Konsumenten auf größere Anschaffungen, um weiter fallende Preise abzuwarten. Die Produzenten müssen dadurch Kaufanreize schaffen und senken die Preise weiter. So entsteht eine Deflationsspirale. Diese kann nur schwer durchbrochen werden. Auch aus diesem Grund versuchen die Zentralbanken das Preisniveau zwar stabil, dennoch leicht inflationär zu halten. Eine Deflation gilt als schlimmer Feind der Wirtschaft.

 

Währungskrise

Eine Währungskrise etwa kann entstehen, wenn ein Wechselkurs lange Zeit unnatürlich beeinflusst wurde – etwa im Zuge eines festgelegten Wechselkurses. Zuletzt sahen wir solch einen Marktschock bei der Loslösung des Schweizer Franken vom Euro. Damals gab die Zentralbank der Schweiz (SNB) den vorher hart verteidigten Wechselkurs auf um ihn wieder in die Hand des Marktes zu legen.

Solche Festsetzungen gibt es immer noch. So ist auch der Hongkong-Dollar (HKD) seit vielen Jahren fest an den US-Dollar gekoppelt. Eine Kappung des festen Wechselkurses könnte ebenfalls für heftige Marktschwankungen sorgen und die Wirtschaft in Hongkong in ein schwieriges Fahrwasser bringen.

Und auch die Türkische Lira steckte bereits in einer echten Währungskrise. Sie verlor innerhalb weniger Tage deutlich an Wert.

 

 

Krise durch Konjunkturzyklen

Doch auch ein normaler Konjunkturzyklus kann eine Krise auslösen. Vor allem wenn ein Aufschwung besonders langanhaltend und politisch, wie auch fiskalisch unterstützt wurde. Besonders ein sehr niedriges Zinsniveau führt regelmäßig zu einer sehr starken Verschuldung vieler Wirtschaftssubjekte. Sollte ein solcher Zyklus ins Stocken geraten, kommen zusätzlich zu einem Abschwung oftmals weitere Elemente als Auslöser hinzu. Besonders nach Phasen starken Wirtschaftswachstums durch die Unterstützung der Zentralbanken, könnte die anschließende Rezession Hand in Hand mit einer dann entstehenden Finanzmarkt-Krise gehen. Um Ihnen den normalen Konjunkturzyklus näher zu bringen, empfehle ich folgendes Video von Ray Dailo (Hedgefonds Manager). In meinen Augen gibt es keine bessere Zusammenfassung eines Zyklus der Wirtschaft.

 

 

Fazit zu Wirtschaftskrisen

 

Während die Auslöser von Wirtschaftskrisen vielfältig sein können, sind die Folgen oftmals ähnlich. Ein großer Teil der Bevölkerung leidet oftmals stark unter einer Krise der Volkswirtschaft. Vor allem wenn sich eine Krise nicht regional, sondern international ausbreitet, können die Auswirkungen sehr umfassend sein. Die Arbeitslosenquote steigt zum Teil deutlich und auch Sparer verlieren einen Teil ihres Geldes. Die Insolvenzen von Firmen nehmen zu und schaffen erneut Arbeitslose. Durch die nun zögernden Ausgaben kommt es zusätzlich zu deflationären Tendenzen. Nur durch geschlossene und schnelle Reaktionen der Regierungen und Zentralbanken wird die Spirale aus sich gegenseitig verschlimmernden Bedingungen dann durchbrochen.

Nach einer solchen Episode, kommt es dann erneut zu einem Aufschwung der Wirtschaft. In jedem Falle kann man eines sagen: Bisher endete jeder Aufschwung in einer Rezession. Ob es zu einer ausgewachsenen Krise kommt, liegt dabei in der Hand der Wirtschaftsakteure.

Ist ein Wirtschaftsaufschwung immer positiv für die Bevölkerung?

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