Was ist MiFID? Welche Vor- und Nachteile hat die Richtlinie?

Regulierung in der Anlageberatung

Anlageberatung und MiFID
MiFID in der Beratung
 

Sollten Sie in den letzten Monaten in einer Bankfiliale zur Beratung gewesen sein, dann sind Sie bestimmt über den Begriff MiFID gestolpert. Doch was ist MiFID eigentlich und warum ist es so wichtig?

 

Der Begriff MiFID ist die Abkürzung für Markets in Financial Instruments Directive. Es handelt sich also um eine Richtlinie, die den Bereich Finanzinstrumente betrifft. Doch was will MiFID für Anleger erreichen?

 

MiFID in der Anlageberatung

Durch die Richtlinien der Markets in Financial Instruments Directive ändert sich für Kunden von Banken eine Menge. Noch vor ein paar Jahren sah jedes Beratungsgespräch für eine Geldanlage sehr unterschiedlich aus. Wenn Sie in der Bank xy waren und eine Anlageberatung wünschten, dann konnten Sie diese nur sehr schwer mit der Beratung von Bank yx vergleichen. Sowohl die Qualität der Produkte, wie auch die wirklichen Kosten waren nur schwer vergleichbar. Doch an dieser Stelle hat MiFID für Kunden in der Anlageberatung deutliche Transparenzvorteile mit sich gebracht. Durch die Pflicht der Bank Ex-Ante-Kosteninformation auszuhändigen, haben Kunden heute die Möglichkeit, Produkte sehr viel besser zu vergleichen und jeden Aspekt der internen Kosten zu berücksichtigen.

Außerdem verlangt die Richtlinie die Qualifikation von Mitarbeitern. Damit sollten zukünftig zumindest keine völlig ungeeigneten Berater ohne Sachkenntnisse auf Kunden treffen. Dieser Umstand ist uneingeschränkt zu begrüßen. Doch was genau will MiFID eigentlich bezwecken?

 

MiFID kurz zusammengefasst:

  • Geeignete Produkte für die Erwartung und das Profil des Anlegers
  • Die Angemessenheit der Empfehlung beruhend auf den Angaben des Anlegers
  • Finden der besten Ausführungsplätze für Wertpapierorders
  • Transparenz der einmaligen und laufenden Kosten

 

Doch MiFID bringt nicht nur Vorteile mit sich.

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Nachteile der Regulierung

Neben den zweifellos starken Vorteilen für Kunden, die sich aus der Directive ergeben, können auch ein paar Nachteile erkannt werden. So sind die Unterlagen, die Sie nach einer klassischen Anlageberatung ausgehändigt bekommen, zwar sinnvoll gedacht, allerdings ist deren Ausmaß einfach zu groß. Nur ein sehr geringer Anteil der Kunden klassischer Bankberatungen dürfte sich im Nachhinein diese Unterlagen wirklich durchlesen – ganz zu schweigen von einer echten Sichtung vor Geschäftsabschluss.

Mit der 2. Directive (MiFID II) wurde zwar das sehr umfassende Beratungsprotokoll abgeschafft und durch die Angemessenheitsprüfung ersetzt. Doch die Papiere, die im Zuge einer Anlageberatung ausgehändigt werden, übersteigen trotzdem das Volumen, welches wir Kunden schnell überblicken können. So gut diese Änderungen aus Kundensicht auch gedacht sind, so erdrückend sind die Informationen in der Realität. Allerdings dürfte auch hier noch nicht das letzte Wort gesprochen sein. Immer wieder kommt es zu Änderungen und Nachbesserungen. Es wäre durchaus denkbar, dass sämtliche Informationen am Ende komprimiert und übersichtlich zusammengestellt und so überschaubar werden.

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Martin Kronberg
Über Martin Kronberg 89 Artikel
Martin Kronberg recherchiert kritisch an der Basis der Finanzmärkte. Dabei werden nicht nur Themen aus dem Bereich Trading, sondern auch andere wirtschaftliche Zusammenhänge erörtert. Auf anderen Portalen tritt Martin Kronberg stellvertretend für die Autoren des Trading-Treff auf.

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