Aktienrückkauf – Folgen für Aktionäre

Buybacks und ihre Folgen

Geldregen für Aktionäre
Immer öfter werden Gelder durch Buybacks statt Dividenden "ausgeschüttet".
 

Warum Unternehmen eigenen Aktien zurückkaufen war bereits Thema auf Trading-Treff. Allerdings haben wir ebenfalls die Buybacks als oftmals nur kurzfristig stützend entlarvt. Doch welche Folge hat ein Aktienrückkauf eigentlich für den Aktionär?

 

Wie Dow Jones News berichtet, will nun auch Fresenius Medical Care eigene Aktien zurückkaufen. Dabei ist ein Volumen von 330 Millionen angepeilt. Dieses aktuelle Beispiel ist nur eines von vielen. Erneut stellt sich die Frage, ob Vorstände die besseren Investoren sind.

 

Natürlich hofft ein Aktionär, dass der Vorstand seines Unternehmens genug vom Geschäft versteht um den Mitarbeitern und Aktionären einen Vorteil zu bringen. Doch niemand erwartet wohl wirklich, dass sie in der Lage sind den richtigen Zeitpunkt zum Erwerb von Aktien zu kennen. Diesen Zeitpunkt zu identifizieren ist in der Realität nicht möglich. Und sollten Vorstände in der Tat die besseren Investoren sein, würden sie ihren eigenen Hedgefonds leiten und nochmals deutlich mehr verdienen als sie es zurzeit tun. Nein, die Gründe für Aktienrückkäufe liegen wohl oftmals eher in der kurzfristigen Stützung des Aktienkurses. Doch für Aktionäre wäre die Ausschüttung dieser Gelder in Form einer Dividende sinnvoller.

 

Buybacks entmündigt Aktionäre

 

Eine Dividende kann als Entlohnung für Aktionäre für ihre unternehmerische Beteiligung angesehen werden. Über diese Ausschüttung kann der Aktionär später frei verfügen. Ein Aktienrückkauf wiederum stützt zwar den Aktienkurs (wohlgemerkt oftmals nur kurzfristig) und mag vorerst den Depotwert der Investoren stützen, doch es findet kein realer Zufluss an die Aktionäre statt. Sie haben damit keine Einnahmen, über die sie frei bestimmen können. Damit kommt der Aktienrückkauf einer Art Entmündigung der Aktionäre gleich.

Die Vorstandsetage entscheidet mit dem Geld der Gesellschaft nicht über Investitionen die die Zukunft des Unternehmens sichern sollen, sondern kehrt liquide Mittel so aus, dass zum Beispiel Aktienoptionsprogramme einen Vorteil davon haben könnten.

Aktionäre selbst werden mit solch einem Schritt indirekt entmündigt. Immerhin hätten sie selbst die Wahl die ausgeschütteten Mittel wieder in Aktien des Unternehmens anzulegen. Doch diese Entscheidung wurde ihnen bereits abgenommen. Damit sind die immer aktiver betriebenen großen Rückkaufprogramme aus Sicht der Aktionäre eher ärgerlich.

 

Bei der Aufnahme von Fremdmitteln hört der Spaß auf

 

Aktienrückkäufe statt Dividenden sind daher ein Ärgernis für frei denkende Investoren. Doch spätestens wenn diese Buybacks dann sogar durch die Aufnahme von Fremdkapital finanziert werden, wird aus einem Ärgernis ein Zustand der mittelfristig zu einer fatalen Verzerrung führt, die nur den kurzfristigen Profitgedanken stützt, aber dem Unternehmen langfristig die Möglichkeit raubt sinnvolle Investitionen zu finanzieren. In diesem Falle sind Aktienrückkäufe sogar gefährlich.

Immer mehr reift in mir der Gedanke, den Aktiengesellschaften die regelmäßig den eigenen Kurs durch Buybacks zu stützen dauerhaft den Rücken zu kehren.

Financial Engineering – Buyback Programme als Risiko

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