5 Tage bestimmen das Börsenjahr – Trading Setup für den S&P 500

 

Im Folgenden stelle ich ihnen ein Trading Setup für den S&P 500 vor. Der Ansatz wurde Jahrzehnte zurück getestet.

Trading Setup für den S&P 500:

Die Entwicklung der ersten fünf Handelstage bestimmt die Richtung für das gesamte Jahr. Wenn der S&P 500 in den ersten fünf Handelstagen des neuen Börsenjahrs ansteigt, kaufe ich am Ende des fünften Handelstages und halte die Position bis zum Jahresende. Damit bin ich abgesehen von den ersten fünf Handelstagen das ganze Jahr über investiert. Ist die Rendite zum Jahresbeginn negativ, halte ich über das Jahr keine Position im S&P 500. In diesem Fall bin ich also nicht in den amerikanischen Aktienmarkt investiert. Es ist kein Stop Loss und kein Take Profit vorgesehen.

Das Ergebnis für den S&P 500 ab 01.01.1943:
Trading Setup für den S&P 500
Kapitalkurve des Systems

Warum das Trading-Setup funktioniert:

Im Januar werden überdurchschnittliche Renditen erzielt, da sich viele Investoren häufig dazu entschließen, vor Ende des vorangegangenen Jahres ihre Wertpapiere, Aktien oder ähnliches zu verkaufen, um steuerliche Erträge zu optimieren. Viele von ihnen entscheiden sich dann im neuen Jahr ihr Kapital neu zu investieren, da sie von steigenden Aktienkursen ausgehen.

Andere Faktoren, die ebenfalls höhere Investitionen im neuen Jahr begünstigen können, sind die Absicherungen der Performance von Fondsmanagern zum Jahresende oder die Umschichtung von Portfolios in größeren Unternehmen.

Zinshamster: Das Trading Setup zum Handeln von Anleihen mit dem Bund-Future

Außerdem ist zu vermuten, dass große Staatsfonds Trend folgende Investmentpläne umsetzen. Wenn der Jahresbeginn an den Börsen freundlich ist, könnte das ein Hinweis sein, dass über dieses Jahr die Investitionsquote erhöht wird. Zu Beginn des Jahres verfügen institutionelle Investoren wieder über frische Risikobudgets. Wenn das Jahr gut startet, haben sie die Möglichkeit, mehr Kapital in Risikopositionen zu allokieren und Trends damit zu verstärken.

Gut an der Strategie:

  • Sehr einfaches System
  • Psychologisch leicht umzusetzen
  • Sehr langer und sehr stabiler Backtest
  • Sehr gute Liquidität im S&P 500
  • Bei einem Long-Signal ist man lange investiert
  • Prämie lässt sich erklären
  • Sehr gutes Verhältnis von Profit zu Drawdown
  • Sehr gute Trefferquote

Schlecht an der Strategie:

  • Kein Stop Loss zur Risikobegrenzung
  • Es können viele Jahre vergehen ohne Signal

Interessantes zum Setup:

  • Verbesserung der Strategie durch individuelles Timing möglich
  • Funktioniert in allen großen Aktienmärkten aber am besten im S&P 500
  • Trefferquote ist besonders hoch in US-Wahljahren
  • Performance kann durch den Verkauf von Put-Optionen weiter verbessert werden

 

André Stagge
Über André Stagge 10 Artikel
Der Senior Portfolio Manager André Stagge, CFTe, CFA beschäftigt sich seit 1996 sehr intensiv mit den Themen Börse und Kapitalanlage. Seit 2007 arbeitet André als Portfoliomanager bei einer großen deutschen Fondsgesellschaft. Dort ist er hauptsächlich für das Thema Overlay Management im FX Bereich verantwortlich. Seine täglichen Aufgaben umfassen das aktive Handeln von Währungen, Futures und Optionen mit dem Auftrag, marktneutral Gewinne zu erzielen. Sein jährliches Gewinnziel liegt dabei im zweistelligen Millionenbereich. Grundlage seines Tradings ist ein regelbasierter Anlageprozess, der aus fundamentalen und technischen Faktoren besteht. Diese regelbasierten Strategien probiere er dann im täglichen Geschäft über das von Ihm entwickelte ATM-Modell optimal zu timen. Außerdem ist er für 3 Fonds verantwortlich, die aktuell über 1,5 Mrd. verwaltetes Vermögen groß sind. André hat sein BWL-Studium an der Universität Mannheim mit Prädikatsexamen absolviert, ist geprüfter Eurex-Händler, Certified Financial Technician (CFTe) und Chartered Financial Analyst (CFA).

14 Kommentare

  1. Das „System“ funktioniert doch nur „statistisch“ so gut, da der Bullenzyklus in der Regel deutlich länger ausgeprägt ist als der Bärenzyklus und das Trendwachstum bzw. die Trendgerade über die Jahrzehnte hinweg mit der langfristigen Ausnahme Japans ab 1990 positiv ist, womit rein statistisch betrachtet Long vs. Short eben nicht 50/50 hat, sondern Long eine deutlich größere Wahrscheinlichkeit aufweist als Short (wohl bemerkt bei unleveraged Investments in den breiten Aktienmarkt).
    Man könnte genauso gut wohl die ersten 5. Tage des März nehmen und man käme zu ähnlichen Resultaten (Sep. und Okt. könnten in gewisser Weise zu anderen Ergebnissen führen).

    Das soll jetzt nichts gegen das System sein, allerdings kann man theoretisch bei solchen statischen Strategien auch die DAX Seasonal Strategie anwenden oder die 200 Tage-Linie Durchbruch Strategie, die Top/Flow 5 usw.

  2. Hallo, zwei Hinweise noch. Als Portfoliomanager geht es mir immer um den Risikoadjustierten Ertrag einer Strategie. Dieser ist für die Strategie sehr gut. Die durchschnittliche Rendite ist deutlich über 3%. Man ist nicht in jedem Jahr investiert und die ersten 5 Tage fehlen ja auch. Die Wertentwicklung von Anleihen war über den gesamten Zeitraum deutlich positiv. Bis zu den 70 Jahren eher getrieben durch die hohen Renditen und danach durch die deutlich ansteigenden Kurse. Wenn man nicht mit Cash sondern mit Bonds rechnet kann man den RoI deutlich erhöhen.

    • Sorry, auch risikoadjustiert finde ich das nicht berauschend…man betrachte den Zeitraum 1999-2003, da hätte es dann ebenfalls etliche Jahre gedauert, bis die Nulllinie wieder erreicht wurde…
      Wie sieht denn eine Rechnung nur mit Bonds über diesen Zeitraum aus?

    • Die Rendite der ersten 5 Handelstage in Summe muss positiv sein. Wenn vier Tage mit einem Prozent im Minus sind und der fünfte mit 6% im Plus wäre die Strategie für das Jahr Long.

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