Schwaches Europa – Schwache Banken

 

Den Europäischen Banken erging es in den letzten Jahren schlecht. Ihre Geschäftsmodelle und besonders die hohen Bestände an Non-Performing Loans drückten auf die Ertrags- und Kapitalstärke der Institute. Mit der aufziehenden Italien „Krise“ und der damit verbundenen Exit-Angst verdunkelt sich die fundamentale und charttechnische Lage zunehmend.

 

Erst kürzlich warnte George Soros davor, dass sich Europa in einer existenziellen Krise befindet. Schaut man sich den Politzirkus an, versteht man seine Sorgen sofort. Seit der Great Financial Crisis (GFC), deren Anfang im Jahr 2008 lag und der im Anschluss gestarteten Eurokrise tat die Zentralbank alles, um den Laden zusammenzuhalten. Doch der Politzirkus tat nichts, um die damit erkaufte Zeit sinnvoll zu nutzen. Es kam zu ideologielastigen und von falschen Fetischen geleiteten Diskussionen, die nicht zum Ziel hatten, eine praktische Lösung herbeizuführen. Das Endergebnis kann so langsam bestaunt werden.

Ein Ergebnis, welches die Aktienkurse der Banken widerspiegeln.

 

Chartüberblick STOXX 600 Banks Index

 

SX7P Ausbruch aus dem doppelten xBNR Pattern
SX7P Bar Monats Chart: Der Ausbruch aus dem doppelten x Bar Narrow Range Pattern ist erfolgt

 

Der im März gestartete zaghafte Ausbruchsversuch scheiterte zuerst und der Index erholte sich. Dieses Erholung endete in der vergangenen Woche und der Kurs des STOXX 600 Banks Index stürzte erneut ab.

Wenn der Index nunaußerhalb vom x Bar Narrow Range Pattern (A) schließt, dann kann der Ausbruch (B) als gelungen angesehen werden.

Die Folge des schwachen Europas sind seine schwachen Banken. Der Ausbruch aus dem Price Action Pattern im Index deutet an, dass die 2016er Tiefs getestet werden könnten.

 

Schwache Banken, lahme Politik

Die schwachen Banken Europas sollte man vornehmlich im Süden finden, doch dass stimmt so nicht ganz.

Der Musterschüler und Ersatzzuchtmeister Deutschland hat selbst genügend schwache Banken, die unter der aktuellen Lage leiden. Die Charts der Deutschen Bank, wie auch der der Commerzbank zeigen deutlich deren Schwäche. Aber auch die sich in der GFC mit Ruhm bekleckerten anderen großen Geldhäuser, wie die Landesbanken werden bestimmt wieder vorne mit dabei sein.

Schon vor Monaten warnte die Deutsche Bundesbank, dass die erdachten Sicherheitsmechanismen und besonders die CoCo Bonds ungeeignet sein könnten.

Bundesbank zweifelt am Nutzen der CoCo-Bonds

Sollte die Lage vollends entgleiten, dann kann es sogar soweit kommen, dass die Deutsche Bank, wie einst die Commerzbank, Teilverstaatlicht werden muss. Deutschland würde so mit einem Schlag mit Italien gleichziehen und vom Musterschüler zum Klassenclown degradiert werden.

Keine guten Aussichten also. Man kann da nur hoffen, dass sich die Politik in Deutschland und Europa auf eine praktikable Realpolitik besinnt. Die falschen Fetische, die Austeritätsprogramme, haben Europa an diesen Punkt geführt und ein weiter so und mehr davon wird die Lage nicht verbessern können.

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