Mögliche Auswirkungen eines Militärschlages auf die Börse

Börsenreaktion im Falle eines Krieges

 

Leider ist es aktuell politisch betrachtet deutlich weniger ruhig, als es uns allen lieb sein sollte. Zurzeit stehen sich zwei Supermächte bis an die Zähne bewaffnet in Syrien „gegenüber“. Daher sollten klar denkende Menschen die Möglichkeit eines Militärschlages in Betracht ziehen. Was könnte ein offen ausgetragener militärischer Konflikt für die Börsen bedeuten?

 

Die Geschichte der Menschheit ist gepflastert mit gewaltsamem Auseinandersetzungen. Aus diesem Grund kann man die Reaktionen an der Börse auf diese Umstände durchaus studieren. So sind kriegerische Zeiten grundsätzlich schwierig für Börsenkurse. Allerdings sind je nach Voraussetzung sehr unterschiedliche Auswirkungen denkbar.

 

Der Irakkrieg im Jahr 2003

Es ist erst 15 Jahre her, da marschierten die USA im Irak ein. Damals, im Jahr 2003, waren die Börsen bereits deutlich im Keller. Die Internetblase ist im Jahr 2000 geplatzt und setzte einen dauerhaften Bärenmarkt in Gang. Der DAX musste zwischen den Jahren 2000 und 2003 circa 70 Prozent Kursverluste in Kauf nehmen. Anfang März im Jahr 2003 fand der deutsche Aktienmarkt dann sein Tief bei 2188 Punkten. Der zweite Irakkrieg startete ebenfalls im März 2003. Mit dem Beginn dieses militärischen Konflikts begannen die Kurse dann wieder deutlich zu steigen. Wie passt das zusammen?

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Psychologie – die Stimmung lag 2003 am Boden

Damals kamen verschiedene Elemente im Konflikt zwischen den USA und dem Irak zusammen. Während viele Internetaktien wertlos wurden und auch die sogenannte Old Economy heftige Verluste einstecken musste, kam zusätzlich zum Bärenmarkt ein heftiger Terroranschlag im Jahr 2001 zu den schlechten Nachrichten dazu. Aus heutiger Sicht lässt sich sagen, dass die Stimmung für Aktien wirklich sehr schlecht war. Als dann klar wurde, dass dieser Konflikt nicht mehr zu vermeiden war, fiel die Stimmung auf den absoluten Nullpunkt.

Auswirkungen eines Militärschlag auf die Börse - 2003
USA gegen Irak im Jahr 2003 – Wie verhielt sich der DAX?

An dieser Stelle werden Sprichwörter geboren. Kaufen wenn die Kanonen donnern ist wohl aufgrund dieser Beobachtungen in der Geschichte entstanden. Doch wo stehen wir heute?

 

Mögliche Auswirkungen eines Kriegs auf die Börse

Im Jahr 2018 stellt sich die Situation allerdings völlig anders dar. Eine ungeliebte Aktienmarktrally, entstanden in den Schmiedeöfen der Notenbanken, bahnte sich einen fast 10-jährigen Weg. Und seit 2017 und 2018 zauberten insbesondere Aktien aus dem Technologiesektor nochmals enorme Kursaufschläge auf das Börsenparkett. Die gute Stimmung ist zurück an den Börsen. Auch die kleine Korrektur seit Beginn des Jahres 2018 ändert daran größtenteils nichts. Der Spruch der Stunde lautet oftmals „Warum sollten die Kursen fallen?“ oder „Buy the Dip“. Doch genau hier liegt das Problem für die nächsten Wochen.

Sollte es zu einer heißen militärischen Auseinandersetzung der beiden Supermächte Amerika und Russland kommen, träfe diese Situation auf eine völlig unvorbereitete Börse. Die Marktkapitalisierung vieler Unternehmen befinden sich auf einem Vielfachen des Umsatzes und sie wird vor allem durch einen andauernden Nullzins gestützt. In einem solchen Umfeld dürfte eine direkte Konfrontation zweier Atommächte auch an der Börse sehr üble Züge annehmen. Bei abstürzenden Kursen dürfte auch der kurze Zyklus steigender Leitzinsen gedreht werden und die Zinsen würden sich eher wieder Richtung Null bewegen, wenn nicht sogar deutlich tiefer.

Gold-Kursziel über 10.000 USD

 

Fazit zur möglichen Auswirkung auf die Börsenkurse

In jedem Fall dürfte sich die aktuelle Lage deutlich von der im Jahre 2003 unterscheiden. Ein ähnliches Szenario ist aufgrund der meisten Rahmenbedingungen eher unmöglich. Diese Situation könnte daher ein unkalkulierbares Risiko darstellen, selbst wenn die Großmächte schnell wieder in diplomatische Gefilde vorstoßen. Damit ist neben dem Umstand an sich, der vielen Menschen Leid bringen würde, zusätzlich die gesamte Erholung der Weltwirtschaft der letzten Jahr in Gefahr. Vor allem die EZB, die sich weiterhin mit dem Einlagensatz für Banken unter der Nulllinie befindet, dürfte extreme Probleme bekommen. Eine wirklich schwierige wirtschaftliche Situation.

So hoffen wir gemeinsam, dass es am Ende „nur“ beim Säbelrasseln bleibt und Donald Trump sich an seinen Wahlkampf erinnert, in dem er sagte, dass es vorteilhaft wäre mit dem russischen Kremlchef ein gutes Verhältnis zu haben.

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