Lebensversicherung am Ende?

 

Lange Jahre waren Kapitallebensversicherungen die liebste Altersvorsorge der Deutschen. Aber die Zeit ist vorbei. Erst wurde das Steuerprivileg gekippt und dann wurde auch noch der Zins quasi abgeschafft. Ist die Lebensversicherung am Ende? Ich denke, es ist an der Zeit „Bye, bye“ zu sagen…

 

Lebensversicherung – Abschied auf Raten

Waren es zunächst nur die Kunden, die sich vom Produkt Lebensversicherung verabschiedeten, folgt nun eine ganze Branche. Die Zahl der Anbieter von Lebensversicherungen ist seit dem Jahr 2000 fast um ein Drittel gesunken. In jüngster Zeit waren dabei auch große Namen, wie ARAG, Ergo oder Generali dabei. Ein Ende des Trends ist nicht in Sicht. Aber das ist auch gut so.

Infografik: Lebensversicherungen - immer weniger bieten sie an | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

 

Ein Produkt, das niemand mehr braucht?

Um zu verstehen, warum niemand eine (Kapital-)Lebensversicherung benötigt, muss man sich die Funktionen, die dahinter stehen, anschauen. Normalerweise ist es so: Ein Versicherter zahlt monatliche Beiträge und bekommt im Regelfall in zwei Fällen eine Auszahlung. Zum Ende der Laufzeit (oft zu Rentenbeginn) als Einmalzahlung oder im Fall des Todes als Todesfallleistung. Dann wiederum erhält aber nicht der Versicherte, sondern der Begünstigte das Geld. Etwa die Ehefrau oder die Kinder.

 

 

Diese Todesfallleistung hat aber mit dem großen Konstrukt Kapitallebensversicherung nichts zu tun. Diese Funktion ist als Risikolebensversicherung nämlich auch kostengünstig einzeln erhältlich. Für den Hauptverdiener einer Familie ist eine solche Absicherung sinnvoll. Eine Jahresprämie von 200, 300 Euro sollte da ausreichend sein. Um jedoch den Spareffekt einer Lebensversicherung zu erzielen, braucht niemand ein solches Produkt. Die Lösung sieht wie folgt aus: Ein ETF-Sparplan.

 

Sparen – Einfach, transparent und liquide

Während eine Lebensversicherung immer an Laufzeiten gebunden ist und selten das darin angelegte Geld frühzeitig verfügbar ist, gibt es in Form eines ETF-Sparplans ganz identische Möglichkeiten der Anlage, mit deutlich mehr Vorteilen: Die monatliche Zahlung fließt in ETFs und wird so kostengünstig direkt am Kapitalmarkt investiert. Jeder Anleger weiß dabei stets worin sein Geld investiert ist (etwa in die 30 DAX-Aktien). Zudem können die ETF-Anteile jederzeit über die Börse verkauft werden. Simpler geht es nicht.

 

Lebensversicherung am Ende?

Das Ende der Lebensversicherung kommt nicht überraschend. Sie wurde einfach nicht mehr benötigt. Die Funktion einer Lebensversicherung kann mit einer Risikolebensversicherung und einem ETF-Sparplan viel einfacher, transparenter und kostengünstiger übernommen werden. Mit etwas Erfahrung darf es dann natürlich auch ein Direktinvestment in Aktien sein. Aber für den Anfang ist ein Sparplan die richtige Lösung. Sparpläne bekommt man über die bekannten Online-Broker kostengünstig angeboten – einen entsprechenden Depot-Vergleich kann man hier machen.

Es gibt allerdings auch andere Seiten der ETFs. Über diese dunkle Seite der ETFs können Sie an dieser Stelle etwas erfahren.

In diesem Sinne,
weiterhin viel Erfolg bei der Geldanlage

Ihre dieboersenblogger.de-Gründer
Christoph A. Scherbaum & Marc O. Schmidt

Marc Schmidt
Über Marc Schmidt 51 Artikel
Marc Schmidt gründete im Jahr 2008 zusammen mit Christoph Scherbaum dieboersenblogger.de - einen der inzwischen ältesten und meist prämierten Börsenblogs im deutschsprachigen Raum. Die Seite ist nicht nur etwas für Trader, sondern auch für Anleger mit langfristigem Zeithorizont. Die Förderung der Aktienkultur und der langfristige Vermögensaufbau mit Aktien sind den Autoren ein Kernanliegen. Anfang 2018 sind die Börsenblogger in "markteinblicke.de", dem Online- und Print-Magazin für Geldanlage und Lebensart, aufgegangen.

1 Kommentar

  1. Dieses Produkt ist tatsächlich am Ende. Es wird ein paar Jahre dauern, bis ähnliche Modell zurückkehren werden. Ein Zinssatz von > 3 % ist dafür wohl wichtig.

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