Das Ende der Großkonzerne? Populisten im Ziel vereint!

Amazon, Google, Facebook geraten weiter in den Fokus der Politiker!

Das Ende der Großkonzerne? Populisten im Ziel vereint!
Wohin geht die Reise? Kartellverfahren, Regulierung, Steuern?
 

Einst hieß es „Big is Beautifull“ und zur Zeit gilt dieser Spruch noch immer. „The winner takes it all“ ist eine andere Weisheit, der Neuen Plattform Ökonomie, doch hier ändert sich etwas an der Wahrnehmung, insbesondere in den USA.

 

Das besondere an der Stimmungsänderung ist, dass die Rufe von Demokraten wie Republikanern lauter werden, die ein Ende der Marktmacht der Gatekeeper fordern. Damit könnte das Goldene Zeitalter der FANG und anderer Branchen enden.

 

Die Popularität der progressiven Demokraten

Seit vielen Jahren gab es für die normal arbeitende Bevölkerung keine reale Lohnerhöhung mehr. Eine Situation, die sich in den Wahlergebnissen und Stimmungsbarometern niederschlägt. Es ist eine Lage, die die ganze westliche Welt befallen hat – die Unsicherheit der ehemaligen Mittelschicht über ihre weitere Zukunft. Die ehemalige Mittelschicht kann zwar ihr Empfinden und noch vielmehr ihren Verdacht nicht präzise artikulieren, da dass, was sie bedrückt nur schwer greifbar ist, doch was sie definitiv kann, ist sich anderen Parteien zuzuwenden. Parteien und Strömungen, die eine Veränderung versprechen, denn die jetzige Top Down Struktur des alternativlosen Totalitarismus findet, wie die Wahlen in Europa und Amerika zeigten, ihr Ende.

Nicht nur der Neo-Liberalismus a la Thatcher schwindet, sondern in dessen Folge auch seine wirtschaftlichen Auswüchse. Das Mantra „alle Macht dem Markt“ im Zusammenspiel mit der Card Blanche, dass wenn etwas daneben geht der Steuerzahler schon einspringen wird, stößt an seine Grenzen. Es wird mehr hinterfragt. Das Erstaunliche daran ist jedoch, dass sich diese Kritik nicht nur in Europa durchsetzt und in den Wahlergebnissen manifestiert, sondern auch in den USA.

Die Menschen rufen laut: Es reicht, wir lassen uns nicht weiter ausrauben!

Raubzug durch Regulation begünstigt

Es ist ein Raubzug der durch gut gemeinte Regulation begünstigt worden ist. Die Spielregeln der Subventionen und die Einflussnahme der Unternehmungen auf die Regulierung, oft schreiben die Lobbyisten gleich die Gesetze, führten dazu, dass sich Großkonzerne enorme Vorteile verschaffen konnten und noch können.

Sie sichern sich nicht nur Subventionen, sondern vermeiden dazu noch jegliche Besteuerung. Zusätzlich werden die Entscheider aus der Verantwortung genommen, da sie darauf verweisen können, dass sie allein den Regulierungen und Gesetzen gefolgt sind und damit nicht haftbar gemacht werden können.

Man erinnere sich nur an die Große Finanz Krise 2007 ff., hier wurde bisher kein Entscheider zur Rechenschaft gezogen. Sie folgten allein allen Gesetzen und Regulierungen, die wohl nur dazu da sind, die Ärsche dieser Entscheidungsträger vor Regress zu schützen. Eine Lage die jegliche Ebene eines Staates negativ beeinflusst, beim einzelnen Bürger angefangen bis hoch auf die oberste Ebene.

Hier setzt zum Beispiel Bernie Sanders an, der Amazon vorwirft, dass zu viele Beschäftigte auf öffentliche Unterstützung in Form von Essensmarken angewiesen sind. Auch Walmart und viele andere Großkonzerne betreiben dieses Spiel. Walmart erhält durch die staatliche Unterstützung für ihre Angestellten eine indirekte Subventionierung von mehr als 6 Milliarden USD pro Jahr!

 

Steuern, Regulierung oder Antitrust?

Die progressive Linke, die durch Sanders verkörpert und nach der kommenden Wahl die Ausrichtung der Demokratische Partei in Teilen neu gestalten wird, fordert z.B. eine Besteuerung der Großkonzerne, wenn deren Mitarbeiter auf öffentliche Unterstützung angewiesen sind. Sollte ein Mitarbeiter 200 USD an Beihilfe bekommen, soll seinem Gesetz Entwurf nach die betreffende Unternehmung mit 200 USD besteuert werden. Also eine 100% Steuer auf solch eine unlautere Beschäftigungspraxis.

Andere aus dem Demokratischen Lager fordern die Erhöhung des Mindestlohnes, doch geraten sie dort in die alte Falle. Regulierung und Steuergesetzgebung führen im Normalfall dazu, dass die in ihnen enthaltenen Lücken ausgenutzt werden, mit dem Ergebnis, dass sich nichts verbessert, sondern nur die Stellung der Klein- und Mittelständischen Unternehmen geschwächt wird. Regulierungen schränken schnell den Wettbewerb ein, da die Einstiegshürden heraufgesetzt werden. Dadurch entsteht eine Konzentration, die langfristig zu den Ergebnissen führt unter denen der Westen seit Jahren leidet.

Nicht nur die „Linke“ sondern auch die Republikaner sehen hier die Probleme und der republikanische Senator Orrin Hatch forderte erst vor einigen Tagen die Wiederaufnahme des Antitrust Verfahrens gegen Google.

Die Stimmen der verschiedenen politischen Lager vereinen sich in ihrer Stoßrichtung, trotz der verschiedenen Lösungsansätze. Die populistische Rechte, wie auch die Linke gewinnen an Boden, denn die aktuelle Elite (die alten Parteien, Spitzenbürokraten, Think Tanks, etc.) repräsentiert das, was nicht gewollt ist – den trüben stinkenden Sumpf.

Ein Sumpf der auf beiden Seiten des Atlantiks existiert und sich wie eine Krankheit ausbreiten will. Erinnern wir uns in Deutschland nur an die Phase der zurückliegenden  Regierungsbildung, in der die alten Minister noch Geschäftsführend im Amt waren. In einer Nacht und Nebel Aktion wurde Glyphosat erneut genehmigt, trotz des breiten Widerstandes. Hier wird es sehr interessant welche neuen Dokumente in Bezug auf Monsanto´s handeln in Europa, demnächst veröffentlicht werden, so wie es bei Euronews angedeutet wurde.

 

Die „Populisten“ im Ziel vereint

Nicht nur Trump versprach im Wahlkampf diesen stinkenden Sumpf trockenzulegen, sondern auch Sanders und damit die „Linke“. Noch gilt die Gegenwehr des Establishments allein Trump. Aber nicht mehr lang, denn sollte sich die progressive Linke in den kommenden Wahlen gegenüber der alten Parteielite durchsetzen, wird auch gegen sie geschossen werden. Erinnern wir uns nur an den heftigen Kampf zwischen dem Establishments und Bernie Sanders bei den Vorwahlen zur Präsidentschaftswahl.

Egal wie, es wird ungemütlich für die Großen und es könnte eine Zeit anbrechen, in der es vielleicht besser ist, nicht der Marktführer zu sein, denn eine Seite wird sich durchsetzen, ob nun mit einem Lösungsansatz basierend auf neuen Steuern, Regulierungen und Antitrust Verfahren (Demokraten) oder durch Deregulierung, Antitrust Verfahren und Verantwortlichkeit (Republikaner).

Verantwortlichkeit? Ja, in Form einer Justiz, die sich nicht wie die Regulierer in die Irre führen lässt, so wie man es bei dem zurückliegenden Monsanto Prozess sehen konnte und in den noch kommenden sehen wird.

Persönlich haftende Vorstände wären schon einmal ein Anfang. Denken wir hier nur an Goldman Sachs. Die Bank existierte über 130 Jahre ohne in Gefahr zu geraten, doch als sie 1999 von dem Modell der Partnerschaft (hier hafteten die Partner mit ihrem eigenen Vermögen) hin zu einer Aktiengesellschaft wechselte, änderte sich das. Keine 10 Jahre später musste die Bank in der Great Financial Crisis mit 10 Milliarden US Dollar aus den TARP Mitteln gerettet werden.

 

Das Risiko für die Großkonzerne steigt

Durch die Interessensüberschneidung der „Populisten“ entsteht hier eine Melange, die in den nächsten Jahren zu einigen Aufsehen erregende Verfahren und Gerichtsprozesse führen wird, welche das Potential haben werden die Geschäftswelt neu zu ordnen.

In Anbetracht der Stimmungsänderung und der damit einhergehenden Veränderung der politischen Landschaft, werden die heutigen Marktführer stark unter Druck geraten. Besonders die Branchen Retail (Amazon, Walmart, etc.), Chemische-/Pharmazeutische Industrie(Bayer/Monsanto, Pfizer, etc.) und Kommunikation (Facebook, Twitter, Google, etc.) werden hierbei im Fokus stehen. Dementsprechend sollte ihr Anteil im eigenen Portfolio auf den Prüfstand gestellt werden.

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