2018 Jahr des Euro – wird da etwa nachgeholfen?

 

Nachdem Ende 2016 Anfang 2017 noch über die Möglichkeit einer Parität des Euros gegenüber dem US Dollar diskutiert wurde, hat sich die aktuelle Lage ins Gegenteil gedreht. Das vergangene Jahr verlief extrem gut für den Euro und die Diskussion um die Parität verstummte. Über die Illusion der Euro US Dollar Parität hatte ich Anfang 2017 schon berichtet. Die Charttechnik spricht für einen weiteren Anstieg und der gute Lauf des Euro könnte noch von einer anderen Seite her Unterstützung finden. Wenn das eintrifft steht die Chance gut, dass 2018 das Jahr des Euro wird.

Wer hat Interesse an einem starken Euro?

Eine Seite, die ein extremes Interesse an einer Euro Stärkung bzw. an einer USD Schwächung hat, sind die USA selbst. Wem es bis jetzt noch nicht bewusst war, für den hat Steven Mnuchin jetzt Klarheit geschaffen. In Davos äußerte er sich wie folgt:

„My comments have been that in the short term, where the Dollar is not a concern of mine, that it will fluctuate. In the short term there´s obviously benefits and issues of a lower Dollar.“

Zuvor hatte er schon ein ähnliches Statement abgegeben.

„a weaker Dollar is good for us as it relates to trade and opportunities“

Die Richtung der US Regierung und der Notenbank scheinen damit klar zu sein, doch gibt es noch einen anderen Player der eventuell ein Interesse an einem starken Euro haben könnte?

Während die EU Politiker weniger begeistert sein werden über einen weiteren Anstieg, reflektiert dieser zum Teil auch ein wachsendes Vertrauen der Investoren in die Euro Zone. Auch das Beispiel Schweiz deren Währung seit Jahrzehnten gegenüber dem USD und EUR zulegen kann lässt den Währungsanstieg als geringe Gefahr dastehen, jedenfalls auf langfristige Sicht.

*Update 25.01.18 16:19: Mario Draghi*

Someone else´s FX talk doesn´t comply with agreed terms

euro gained also due to comments from someone else

Diese Kommentare beziehen sich natürlich auf die von der US Regierung und zeigen deutlich das Missfallen der Europäer.

Haben etwa Investoren ein Interesse am Anstieg des Euros?

Nun ja das kommt wohl auf den Sitz der Investoren an und ihrem strategischen Zielen. Diese Ziele können vernachlässigt werden, solang nur über private Institutionen gesprochen wird. Doch es gibt Staaten die bestimmt ein reges Interesse haben, dass 2018 das Jahr des Euros wird. Auf ein solches Interesse weisen einige Brotkrümel hin, die in den vergangenen Wochen gestreut wurden.

Stützt China den Euro?

Aufgrund der gestreuten Brotkrumen kann man davon ausgehen, dass China aber auch die anderen BRICS Staaten zumindest vorübergehend ein Interesse an einem starken Euro haben. Hier spielt die Suche nach einer weiteren Reservewährung eine Rolle.

Erst vor kurzem hatte China ein Gerücht lanciert, demzufolge es überlegt ob sie nicht die Käufe von US Treasuries reduzieren oder sogar einstellen soll. Dieses Gerücht wurde zwar kurz darauf dementiert, doch die Drohung steht im Raum. Ein diplomatischer Fingerzeig, wer denn hier eigentlich der Banker des anderen ist.

Auch die kurz darauf folgende Abwertung der USA durch die Ratingagentur Dagong spricht die gleiche Sprache. Diese Abwertung ist zwar zum Teil politischer Natur, reflektiert aber auch die Sorge um die Fiskalische Stabilität der USA wieder.

“Deficiencies in the current U.S. political ecology make it difficult for the efficient administration of the federal government, so the national economic development derails from the right track,” Quelle: Dagong

Durch die Stärkung des Euros kann China weiteren Druck auf die USA ausüben. Das geschieht, indem es den Euro durch die Stärkung einen höheren Anteil in den Währungsreserven vieler Länder verschafft. Daneben steigt natürlich die Attraktivität des Euros und am Ende wollen wieder alle in Euro bezahlt werden und nicht mehr im US Dollar. Ein verwegener Plan, denn das letzte mal als solche Themen aufkamen, traf die Eurozone, aus dem Nichts die Schuldenkrise. Aufgrund des genauen Timings wurde die Krise wohl bewusst angesteuert, denn damit endete auch sofort die Diskussion um die Solvenz der Vereinigten Staaten.

Vielleicht wird es dieses mal anders laufen, denn die Position der BRICS Staaten hat sich durch die Umsetzung ihrer Initiativen verbessert. An zwei Initiativen ist auch Europa beteiligt. Einmal die One Belt One Road Initiative (Neue Seidenstraße) und die andere ist die Asian Infrastructure Investment Bank. Die Auswirkungen der neuen Seidenstraße machen sich schon heute in Europa und auch in Deutschland bemerkbar.

Dazu schrieb ich letztens:

Schon jetzt macht sich die Initiative in Deutschland und Europa bemerkbar. In Deutschland wird Duisburg eines der Zentren der neuen Seidenstraße. Die Bahnstrecke reicht von dort bis nach Chongqing und stellt die nördliche Seidenstraße dar. Duisburg ist aufgrund seines Binnenhafens von entscheidender Bedeutung, da von hier gesamt Europa beliefert werden kann. Die südliche wird über Kasachstan, Iran und die Türkei nach Europa hinein führen. Innerhalb Europas wird Griechenland einer der Umschlagsplätze sein und der Endpunkt der südlichen wird in Italien liegen.

Der Euro ein Spielstein auf dem Schachbrett

Die Handelskonfrontation mit den USA nimmt zu. Vor ein paar Tagen verhängten die USA Strafzölle auf Solarpanelen und Waschmaschinen. Dieser Zug wurde durch martialische Äußerungen in Davos noch unterstrichen. Zu diesen protektionistischen Maßnahmen gesellt sich auch noch der Steuerdumping Wettkampf, den die USA losgetreten haben.

Während Europa noch überlegt, wie sie sich effektiv auf die neue Politik der USA einstellen sollen, ist China ein wenig weiter. Neben ihren Versuchen den USA Paroli zu bieten und der Welt neue Supranationale Institutionen zu geben (AIIB, NDB), wie auch Alternativen zum USD System (CIPS, Öl-Yuan-Gold Kontrakt), haben sie weitere Möglichkeiten ausgemacht.

Es ist gut möglich, dass China seine Geldströme weiter auf die Eurozone konzentrieren wird. Damit diversifizieren sie auf der einen Seite ihre Währungsreserven und schwächen gleichzeitig den USD. Das Ziel dadurch ist es den Ölstaaten langfristig den USD madig zu machen und am Ende ein neues Internationales System zu installieren, den Petro Yuan. Der Hegemon wird natürlich China sein, dass die Position der USA zum Teil einnehmen will.

Ein weiterer Punkt ist es, den Europäern den Import von Chinesischen Gütern zu vergünstigen und damit die eigene Wirtschaft zu stützen.

Fazit: Das Jahr des Euro kann kommen

Ich denke es spricht vieles für diese Überlegung, dass China ein reales Interesse an einem starken EUR hat. Dieser Umstand gepaart mit dem steigenden Vertrauen der Investoren in die Eurozone, dem bestreben der USA um eine Schwächung des USD und der Charttechnik, sollte das 2018 das Jahr des Euro werden.

Die Geschichte über China Aufstieg ist noch lang nicht zu Ende und wird hier unter dem TAG China weiterverfolgt.

 

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