DAX-Ausblick in der letzten Handelswoche des Jahres 2018

Chartanalyse zum Jahresende

DAX-Ausblick zur Weihnachtszeit
DAX-Ausblick zur Weihnachtszeit
 

In der Handelswoche vor Weihnachten gab es noch einmal starke Bewegungen. Von einer Rallye musste man sich in diesem Jahr jedoch verabschieden. Sie war auch nicht wirklich in Sicht, wie ich bereits in der Vorwoche skizzierte. Am Ende stand im DAX ein Verlust von 2,1 Prozent zu Buche, welcher vor allem zum Wochenausklang produziert wurde. Weitaus stärker erwischte es die Wall Street. Knapp 7 Prozent verlor der Dow Jones in der vergangenen Woche und der Technologiesektor Nasdaq büßte sogar mehr als 8 Prozent ein. Rote statt weiße Weihnachten also – aus Anlegersicht. Wie ich diese Bewegung im Gesamtbild des Marktes einordne, erfahren Sie in dieser Chartanalyse.

 

Jahrestiefs im DAX vor Weihnachten

 

Wie vor einer Woche startete der DAX auch in dieser Handelswoche noch recht optimistisch. Der Verlauf ähnelte sich ebenso und war von zunehmender Schwäche geprägt. Jeder Handelstag eröffnete im Vergleich zum Vortag tiefer und sorgte damit für eine Abwärtstendenz:

 

Handelstage der KW51 im DAX im Überblick
Handelstage der KW51 im DAX im Überblick

 

Während bis Mittwochabend noch der Bereich von 10.830 Punkten immer wieder angelaufen werden konnte, brachen nach der dort stattfindenden FED-Sitzung alle Dämme im Sinne des Kaufinteresses – dazu später mehr. Die Schiebezone wurde verlassen und der DAX macht sich auf, neue Jahrestiefs zu markieren.

So sah dies im Wochenverlauf als Stundenchart letztlich aus:

 

DAX-Stundenchart der letzten Handelswoche
DAX-Stundenchart der letzten Handelswoche

 

Natürlich gab es hierbei für Trader auch entsprechende Chancen, mit Long-Engagements an der Marktbewegung zu partizipieren. Denn gerade solche Range-Bereiche üben immer wieder starke Anziehungskräfte aus und sind damit entsprechende Trading-Ziele. So beispielsweise an dieser Stelle einmal zeitnah dokumentiert:

 

 

Der große Trend ging dann allerdings wieder nach unten. Unter Beachtung dieser Zeitebenen war vor allem die Wall Street hier der Taktgeber und sorgte immer wieder für entsprechende Einstiegssignale in Shorts. Auch dazu habe ich im Livetrading einige Signale dokumentiert und auf nextmarkets aufgezeigt:

 

Livetrading auf nextmarkets: Dow Jones
Livetrading auf nextmarkets: Dow Jones

 

Am Ende stand der DAX, wie eingangs schon „verraten“ auf einem neuen Jahrestief und schickt sich mit einer Monatsperformance von minus 5,5 Prozent an, den schlechtesten Monat des Jahres zu markieren. Statistisch eine Seltenheit, doch so überraschend und spannend ist der Börsenhandel nun einmal. Das neue Jahrestief ist im Tageschart deutlich sichtbar:

 

DAX erreicht Jahrestief
DAX erreicht Jahrestief

Was waren nun die negativen Impulse?

 

FED-Sitzung überschattet die Börse

 

Mit Spannung wurde die Sitzung der US-Notenbank FED am Mittwoch erwartet. Dabei kam es zur vierten Zinsanhebung in diesem Jahr, was an der Wall Street erwartet wurde. Sie basiert auf der Einschätzung der US-Notenbank, dass die US-Wirtschaft weiterhin robust wächst. In der Pressekonferenz war vom:

…stärksten Jahr seit der Finanzkrise…

die Rede, wie das Handelsblatt im Nachgang zitierte. Dabei ließen sich die Währungshüter nicht von US-Präsident Donald Trump beeinflussen, welcher ein sanfteres Vorgehen forderte.

 

Jerome Powell geht in die Geschichte ein

 

Die Börse reagierte jedoch eher verschnupft auf diesen Schritt und die in Aussicht gestellten zwei weiteren Zinsanhebungen im kommenden Jahr. Immerhin ist damit die Zeit der billigen Autokredite etc. vorbei, während zeitgleich die US-Notenbank weiterhin am umfangreichen Anleihenkaufprogramm festhalten möchte. Insgesamt also eine Enttäuschung, die sich nicht nur unmittelbar am FED-Abend zeigte, sondern sich bin zum Wochenausklang hinzog. Hierbei verloren die US-Märkte massiv und schlossen sogar auf einem Wochentief. Der Verlaufschart des Dow Jones sah am Freitag dramatisch aus:

 

Kursverluste an der Wall Street (Dow Jones)
Kursverluste an der Wall Street (Dow Jones)

 

Hinzu kam der drohende Shutdown in den USA, welcher dann am Freitagabend ausgerufen wurde.

 

Shutdown Dezember 2018 – Auswirkungen auf die Börse

 

Trading-Ideen für die letzten Handelstage in 2018

 

Schauen wir noch einmal auf den Tageschart des Gesamtjahres, ist die Dynamik recht eindeutig. Sie zeigt sich durch immer steiler abfallende Trendlinien im Chartbild:

 

Trendlinien im DAX-Tageschart 1 Jahr
Trendlinien im DAX-Tageschart 1 Jahr

 

Dieser Zustand ist sicherlich nicht beliebig fortsetzbar, sonst würde der Index schon im kommenden Jahr auf Null fallen. Er zeugt jedoch von starker Dynamik auf der Unterseite und mahnt damit weiterhin zur Vorsicht. Hohe Schwankungen gehen mit diesen Bewegungen einher. An Ihr Risikomanagement möchte ich damit an dieser Stelle eindringlich appellieren!

 

Zoomt man dieses Chartbild noch weiter auf, ergeben sich selbstverständlich bei dieser Schwankungsbreite auch Long-Chancen. Wer bei Kursen um 13.500 im DAX mit dem Kauf gezögert hatte, kann nun rund 20 Prozent billiger in den Markt gelangen. Gerade für langfristig orientierte Anleger ist dies eine spannende Situation und eine Gelegenheit, auf die man rund zwei Jahre warten musste. Auf genau diesem Niveau sind wir nämlich aktuell wieder angelangt – den Kurslevels aus Sommer 2016.

 

Zielbereich DAX-Chartbild aus 2016
Zielbereich DAX-Chartbild aus 2016

 

Dort hatten wir eine längere Konsolidierungsphase vor dem Aufschwung Ende 2016 / 2017. Es ist daher recht wahrscheinlich, dass wir hier auch erst einmal zur Ruhe finden könnten und im Bereich von 10.400 bis 10.850 über einige Zeit pendeln. Immerhin hat der DAX im laufenden Jahr nun bereits 18 Prozent verloren.

Soweit ist das im großen Bild mein grobes Szenario, was dann für das Trading mit konkreten Ideen gefüllt wird. Dazu zoome ich wieder hinein und blicke auf den Stundenchart für ein genaueres Bild. Zweifelsohne ist auch hier der Abwärtstrend zu erkennen:

 

DAX-Stundenchart in der Analyse
DAX-Stundenchart in der Analyse

 

Ebenso jedoch auch ein mögliches Doppeltief. Um 10.480 Punkte war der Index zumindest im Endloskontrakt von XTB oder anderen außerbörslichen Trading-Kursanbietern zu sehen, im XETRA-Chart war das Tief bei 10.512 Punkten am Freitag. Hier verläuft auch das Jahrespivot im DAX. Von diesem Niveau aus könnte somit eine Gegenbewegung bis vorerst 10.630 Punkten starten, um bei Dynamik sogar in Richtung der Trendlinie zu starten. Ziel wäre hierbei dann der Bereich um 10.740 bis 10.760 Punkten, welcher an drei Handelstagen das Schlusslevel im XETRA-Handel bildete:

 

Gegenbewegung im DAX denkbar
Gegenbewegung im DAX denkbar

 

Weiter im Trend sind keine kurzfristigen Ziele auf der Unterseite im Chartbild ersichtlich, so dass ich hier die Methode des Stopp-Nachziehens anwenden würde. Dies bedeutet, bei der Analyse möglicher Long-Ziele, diese im Trading der Unterseite als Stopp zu verwenden. Konkret muss ein bereits vollzogenes Engagement nach diesem Stundenchart spätestens bei 10.630 Punkten abgesichert sein.

Als Impuls wird sicherlich die offene Frage nach dem US-Haushalt herhalten. Immerhin ist dieses Wochenende ein Shutdown verhängt worden, welcher einen großen Teil des Lebens in den USA beeinflusst. Mit einer Einigung ist am 24.12. oder 27.12. frühestens zu rechnen. Kommt sie nicht, dürften hieraus weitere Unsicherheiten und vor allem Auswirkungen auf die US-Wirtschaft entstehen.

 

Handel zum Jahresende und Termine

 

Wegen der Weihnachtsfeiertage sind zumindest die Voluminas an den Märkten weitaus geringer als üblich. Dennoch oder gerade deswegen kann es noch einmal zu starken Bewegungen kommen. Ein Blick auf die Daten aus dem Wirtschaftskalender ist daher unabdingbar. Hierbei ist der Case-Shiller Immobilienpreisindex am Mittwoch 15 Uhr zu nennen, die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA am Donnerstag 14.30 Uhr und 16 Uhr die Hausverkäufe sowie das Verbrauchervertrauen zu nennen. Die Verbraucherpreise aus Deutschland und das Verbrauchervertrauen in den USA runden den Freitag für die letzte vollständige Handelswoche des Jahres ab. Sichten Sie hier alle handelsfreien Börsentage noch einmal gesondert.

 

Nicht gehandelt wird an folgenden Tagen:

 

24.12.2018 Heiligabend
25.12.2018 1. Weihnachtstag
26.12.2018 2. Weihnachtstag
31.12.2018 Silvester
01.01.2019 Neujahr

 

Kommen Sie gut durch die Feiertage und entspannen Sie sich etwas von den Turbulenzen, damit es mit neuer Energie weitergehen kann. An dieser Stelle schon einmal ein herzliches Dankeschön für Ihr Interesse an meinen Gedanken. Falls der Weihnachtsmann auch bei Ihnen vorbeikommt, seien Sie ehrlich zu ihm und nehmen Sie sich unbedingt für das kommende Handelsjahr etwas vor! Mein „Zielgespräch“ hatte ich heute Morgen bereits 🙂

 

Bernecker1977 spricht mit dem Weihnachtsmann
Bernecker1977 spricht mit dem Weihnachtsmann

 

In diesem Sinne alles Gute und ein frohes Fest – Ihr Andreas Mueller (Bernecker1977)

 

Risikohinweis

Der Handel mit Finanzprodukten ist risikoreich. Sie können Ihr eingesetztes Kapital verlieren. Diese Analyse ist keine Handelsempfehlung und enthält lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Sämtliche in dieser Publikation getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden.

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Bernecker1977
Über Bernecker1977 188 Artikel
Bernecker1977 ist der Trader, Referent und Coach Andreas Mueller. Er handelt seit mehr als 20 Jahren Indizes, Devisen und Rohstoffe an der Börse mit Futures, Derivaten und CFDs und ist nicht nur auf wallstreet-online bereits seit dem Jahr 2005 in den "Tages-Trading-Chancen" Ansprechpartner für alle börsenrelevanten Fragen.

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