Wird der TecDAX überflüssig? Neuordnung der DAX-Familie

Umschichtungen und Branchenzugehörigkeit

Wird der TecDAX überflüssig? Neuordnung der DAX-Familie
Wird der TecDAX überflüssig? Neuordnung der DAX-Familie
 

Diese Frage beschäftigt Anleger derzeit brennend. Mit der Neuordnung der DAX-Familie muss sich der TecDAX beweisen und könnte vielleicht gänzlich überflüssig sein? Alle Änderungen erfahren Sie in diesem Artikel ebenso, wie einen Chartvergleich beider Tec-DAX-Entwicklungen in der Simulation.

 

Änderungen für den TecDAX

Zum 24.09.2018 ändert sich nicht nur die Zusammensetzung der DAX-Familie mittels Gewichtung und anderen Kritierien, sondern auch die Denkweise der Index-Zuordnung. Die bisherige Trennung von „Technologie“ und „Klassischen Aktien“ wird es zukünftig nicht mehr geben. Damit können kleinere Technologieunternehmen, welche bisher nur im TecDAX gelistet waren, auch im SDAX oder MDAX vertreten sein. Nicht nur in diese Richtung ist der Wegfall dieser Regel spannend, sondern auch umgekehrt. Nun dürfen auch große Technologiewerte aus dem DAX im TecDAX gelistet werden.

Grob vereinfacht existiert ab dem 24.09.2018 kein Ausschlussprinzip mehr und Unternehmen dürfen in mehreren Indizes gleichzeitig vertreten sein.

Hochrechnungen des Index-Betreibers Deutsche Börse Group zufolge macht der Technologiesektor zukünftig beim MDAX ganze 14 Prozent und beim SDAX sogar 20 Prozent aus. Dazu zählen namhafte Unternehmen wie Airbus SE oder Carl Zeiss Meditec AG.

Interessant ist bei dieser neuen Zusammensetzung auch, dass in der Simulation eine bessere Wertentwicklung durch diese Neuregelung möglich gewesen wäre. Dies zeigt aus Basis der Daten der Deutschen Börse Group der ETF-Anbieter justETF deutlich auf. Denn gerade ETFs müssen hier massiv umschichten.

 

Simulation der Indizes nach Umschichtung

Kurioserweise schneidet der TecDAX selbst nicht so gut ab, wenn man diese Umschichtung als Regel in der Simulation einige Jahre zurückrechnet:

 

TecDAX in der Simulation vor und nach Umstellung 24.09.2018
TecDAX in der Simulation vor und nach Umstellung 24.09.2018

 

Jedoch gibt die Umstellung und damit die Teilnahme von Technologieaktien an der Entwicklung des MDAX und SDAX beiden Indizes einen regelrechten Schub. Auch das wurde in der Simulation von justETF grafisch aufbereitet:

 

SDAX in der Simulation vor und nach Umstellung 24.09.2018
SDAX in der Simulation vor und nach Umstellung 24.09.2018

 

MDAX in der Simulation vor und nach Umstellung 24.09.2018
MDAX in der Simulation vor und nach Umstellung 24.09.2018

 

Mit dieser Erkenntnis stellt sich für Börsianer natürlich die Frage: Wird der TecDAX damit überflüssig?

 

TecDAX vor dem Aus?

Man könnte schnell meinen, dass damit der TecDAX keine Daseinsberechtigung mehr hat. Denn bisher war er notwendig, wollte ein Anleger in kleinere Technologiewerte mit einem Basket investiert sein. Mit der aktuellen Umstrukturierung verkommt er vielmehr zu einem Sektoren-Index. Damit ist er per se nicht irrelevant für Anleger, jedoch sicher nicht mehr so spannend wie einst.

Wer auf die Entwicklung der gesamten Technologiebranche Deutschlands abzielt, für den führt sicher auch nach dem 24.09.2018 kein Weg am TecDAX vorbei. Breite Diversifikation in der Deutschen Börsenlandschaft ist jedoch auch ohne dieses Barometer nun möglich.

Diesen Fakt sollten wir einfach ein wenig wirken lassen und uns schon bald an die neuen Regularien gewöhnt haben.

Ihr Martin Kronberg

Martin Kronberg
Über Martin Kronberg 89 Artikel
Martin Kronberg recherchiert kritisch an der Basis der Finanzmärkte. Dabei werden nicht nur Themen aus dem Bereich Trading, sondern auch andere wirtschaftliche Zusammenhänge erörtert. Auf anderen Portalen tritt Martin Kronberg stellvertretend für die Autoren des Trading-Treff auf.

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