Wie wertvoll ist Ihre Zeit? – Der Trick mit dem Fünf-Euro-Schein

 

Die Börsen schlafen nie. Zeit ist für aktive Trader und Börsianer zur Mangelware geworden. Unser neue Autor Martin Geiger ist ein Experte auf dem Gebiet der „Zeitgewinnung“. Er gibt heute Tipps, um wieder mehr Zeit für das Wesentliche in Ihrem Leben zu gewinnen.


 

Informationsflut, Komplexität und Tempo nehmen immer mehr zu. Gleichzeitig wird die Zeit durch ihre begrenzte Verfügbarkeit zunehmend zu einem immer kostbareren Gut. Diese Entwicklungen erfordern einen effizienteren Umgang unserer ohnehin schon knapp bemessenen Zeit. Jeder muss sich heute mit der Frage auseinandersetzen, wie er das Maximum aus der zur Verfügung stehenden Zeit machen und diese begrenzte Ressource so effizient wie möglich einsetzen kann. Und je mehr Sie dieses wertvolle Kapital wertschätzen, desto mehr werden Sie erreichen. Weil Sie sorgfältiger damit umgehen.

„Effizienz ist keine Frage der Zeit. Nur Dummköpfe machen regelmäßig Überstunden.“
Lee Iacocca, Industriemanager


 
Deshalb messen erfolgreiche Menschen ihrer Zeit auch ausnahmslos einen besonders hohen (Stellen-)Wert bei. Zeitverschwendung kommt für sie nicht in Frage. Ihnen ist bewusst, dass sie kein wertvolleres Kapital besitzen als – Zeit. Deshalb tun sie alles, was in ihren Möglichkeiten steht, um maximale Ergebnisse zu erzielen.

Mit den nachfolgenden Tipps gelingt es auch Ihnen, Ihre Zeit effektiver zu nutzen und damit nicht nur wesentlich mehr zu erreichen, sondern auch wesentlich mehr zu verdienen.

Um im Leben mehr zu erreichen, müssen Sie Ihre Leistungen höher schrauben. Aber der Tag hat nun einmal nur 24 Stunden, und mir ist klar, dass Sie wahrscheinlich ohnehin bereits zehn bis zwölf Stunden davon mit Arbeit zubringen. Deshalb geht es auch gar nicht darum, noch mehr Arbeitsstunden hineinzuquetschen. Die entscheidende Frage ist vielmehr: Wie verbringen Sie diese Zeit?

Um sich auf die wirklich wichtigen Dinge zu konzentrieren und fokussiert an den Aufgaben mit höchster Priorität zu arbeiten, gibt es einen einfachen psychologischen Kniff, den ich seit vielen Jahren erfolgreich meinen Coaching-Klienten vermittle:

Der Trick mit dem Fünf-Euro-Schein

Nehmen wir einmal an, Sie würden mit Ihren Fähigkeiten und Begabungen, Ihrem Wissen und Ihrer Erfahrung 300 Euro die Stunde verdienen. Zugegeben, 300 Euro die Stunde ist ein ziemlich sportlicher Satz. Auch wenn Sie (noch) keine 300 Euro die Stunde verdienen, kann dies eine sehr produktive Vorstellung sein.

Multiplizieren Sie diesen Stundensatz mit acht, und Sie landen bei 2.400 Euro täglich. Bei fünf Tagen die Woche waren das 12.000 Euro wöchentlich, d.h. bei nur 44 Arbeitswochen pro Jahr genau 528.000 Euro jährlich. Sie sehen, jetzt geht es ums große Geld.

Dabei bin ich sicher, dass viele von Ihnen tatsächlich mindestens sechs Wochentage jeweils zehn oder sogar zwölf Stunden pro Tag arbeiten. Die oben genannten Zahlen sind also eher zu niedrig angesetzt. Aber das Ziel lautet ja nicht „mehr Arbeitsstunden“, sondern mehr aus den Stunden herauszuholen, die wir mit Arbeit zubringen.

300 Euro pro Stunde lassen sich ideal umrechnen auf fünf Euro die Minute. Um sich besser vorstellen zu können, was das letztendlich bedeutet, holen Sie einen Fünf-Euro-Schein aus Ihrem Geldbeutel, legen Sie ihn vor sich auf den Tisch und betrachten Sie ihn eine Minute lang. Stellen Sie sich vor, dies sei der Wert Ihrer Arbeitszeit.

Geben Sie den fünf Euro einen Rahmen

Um mir den Wert meiner Arbeitszeit stetig vor Augen zu halten, habe ich mir einen Bilderrahmen gekauft und einen Fünf-Euro-Schein hineingeklebt. Über dem Schein steht „Der Wert meiner Zeit“, darunter „pro Minute“. Der Bilderrahmen steht seither auf meinem Schreibtisch. Bei jedem Telefongespräch oder jeder neu eintreffenden E-Mail fällt mein Blick unweigerlich auf diesen Bilderrahmen.

Als Effekt stellte sich bei mir rasch ein völlig anderer Umgang mit der Arbeitszeit ein. Und ich bin mir sicher, auch Sie werden sehr schnell feststellen: Bei fünf Euro die Minute vergeuden Sie keine Zeit mehr. Denn bei einem Wert von fünf Euro pro Minute werden Sie Ihre Zeit z.B. nicht mehr damit verschwenden, minutenlang abzuwarten, bis jemand ein Telefongespräch beendet hat, von dem Sie eine bestimmte Information benötigen. Sie werden stattdessen eine Nachricht hinterlassen oder es später noch einmal versuchen. Sie werden auch nicht mehr Däumchen drehend in irgendeinem Empfangsbereich herumhocken und auf einen Geschäftspartner warten, mit dem Sie einen Termin vereinbart haben, der aber noch in einer anderen Besprechung festgehalten wird. Stattdessen werden Sie sich angewöhnen, sämtliche Besprechungstermine bestätigen zu lassen. Oder Sie werden sich zu Außer-Haus-Terminen einige Aufgaben mitnehmen, die Sie bearbeiten können, falls eine Verzögerung auftritt. Quasi eine Art „Notfall-Arbeit“. Auch auf die Frage des Kollegen oder Mitarbeiters „Haben Sie mal eine Minute?“ werden Sie garantiert anders reagieren.

Kurzum: Sie werden den Blick auf Ihre Arbeitszeit schnell verändern. Denn wenn Ihnen erst einmal klar geworden ist, dass Ihre Zeit fünf Euro die Minute wert ist, werden Sie anders damit umgehen. Sie werden sich darauf fokussieren, was Einkommen produziert beziehungsweise Ihren wichtigsten Zielen näher bringt und in diesem Zusammenhang als nächstes unbedingt umzusetzen ist. Außerdem werden Sie nur noch das tun, was wirklich höchste Priorität genießt, und alles eliminieren, was Ihnen Zeit stiehlt. Sie werden Ihre Konzentration auf das Wesentliche richten.

Die Kosten vertrödelter Zeit

Nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, um zu überlegen, wie Sie einen normalen acht-, zehn- oder zwölfstündigen Arbeitstag verbringen:

⦁    Womit verschwenden Sie am meisten Zeit?
⦁    Überlegen Sie auch, wie viel Zeit damit jeden Tag verloren geht?
⦁    Was könnten Sie tun, um diese Aushöhlung Ihrer Zeit, Energie und Begeisterung zu unterbinden oder zumindest zu mildern?

Die Vorteile

Warum sollten Sie das tun? Ganz einfach: Weil wir unsere Zeit in hohem Maß verschwenden. Und Ihre Reaktion auf die entscheidende Frage, wie Sie Ihre Zeit einsetzen, kann den entscheidenden Unterschied bedeuten.

So gab beispielsweise Microsoft vor ein paar Jahren eine Studie in Auftrag, in der es um die tatsächliche Arbeitszeit eines Mitarbeiters ging. Das Ergebnis: Der durchschnittliche Angestellte arbeitete an nur drei Tagen pro Wochen jeweils nur eineinhalb Stunden tatsächlich produktiv. Der Rest war vergeudete Zeit.

Noch drastischer fiel das Ergebnis des über zehn Jahre angelegten „Executive Time Use Project“ der Harvard Business School und der London School of Economics aus, das die Produktivität von CEOs untersuchte. Laut Studie schaffte es ein durchschnittlicher Geschäftsführer während eines Zwölfstundentages bestenfalls 28 Minuten produktiv zu sein.

Ein typisches Beispiel aus der Praxis

Um zu verdeutlichen, wie wichtig es ist, auf den Wert seiner Arbeitszeit zu achten, nachfolgend ein kleines Beispiel. Beim Coaching eines – an sich – erfolgreichen Unternehmers legte dieser eine seltsame Gewohnheit an den Tag: Jeden Monat bestand er darauf, die Buchhaltungsordner persönlich zu seinem Steuerberater zu bringen. Dessen Büro lag vierzig Kilometer entfernt, die Autofahrt hin und zurück dauerte volle zwei Stunden. Dabei gab er nur die Ordner ab, ein persönliches Gespräch mit dem Steuerberater fand nicht statt.

Kein Mitarbeiter durfte diese Aufgabe erledigen, auch eine elektronische Übertragung zog er nicht in Betracht. Warum, stellte sich im Verlauf des Coaching heraus: Auch die betrieblichen Kennzahlen ermittelte der dreifache Familienvater an mehreren Sonntagnachmittagen. Bei einem derart hohen Freizeitopfer mussten das Ergebnis natürlich persönlich übergeben werden.

Derselbe Unternehmer fuhr auch mindestens dreimal die Woche zur Bank, um handschriftlich ausgefüllte Überweisungen persönlich abzugeben – Online-Banking hatte er nie beantragt. Diese Routine kostete ihn jeweils dreißig Minuten. Pro Woche also eineinhalb Stunden, im Monat ganze sechs. Verbunden mit acht Stunden Buchhaltung plus zwei Stunden Fahrt insgesamt 16 Stunden vergeudete Zeit.

Erst nachdem wir die verschwendete Zeit erfasst und in Euro umgerechnet hatten, gab er seine Gewohnheiten auf und delegierte diese Aufgaben. Eine Entscheidung, die ihm pro Monat einen vollen Arbeitstag mehr einbrachte – plus mehr Zeit für seine Familie.

 

Setzten Sie sich große Ziele!

Wenn Sie Ihre Ergebnisse verbessern wollen, ist es bei diesem Trick übrigens von entscheidender Bedeutung, dass Sie keinesfalls Ihren tatsächlichen Stundensatz zugrunde legen, sondern den, den Sie anstreben. Tun Sie ab sofort nichts mehr selbst, was unterhalb dieses angestrebten Wertes liegt!

Ich habe mir einmal erlaubt, die Kosten vertrödelter Zeit in einer Tabelle hochzurechnen. Darin können Sie bequem nachlesen, in welchem Einkommenssegment Sie sich gegenwärtig befinden und wo Sie sich in Zukunft sehen. Und können ganz einfach ablesen, welchen finanziellen Gegenwert dann ein Tag, eine Stunde oder eine Minute für Sie haben wird.

Gerne sende ich Ihnen diese Tabelle auf Wunsch kostenlos zu: Bitte senden Sie mir einfach eine E-Mail mit dem Betreff „Zeittabelle“ an info@martingeiger.com.

Bis dahin: Geben Sie Vollgas,

Martin Geiger

Effizientertainer Martin Geiger ® gilt als führender Produktivitätsexperte für unternehmerisch denkende und handelnde Menschen, die anders arbeiten und mehr leben wollen.

Seine Methode führt zu einer Steigerung von Leistung und Lebensqualität, für die er 2015 als internationaler Top-Speaker ausgezeichnet wurde.

Martin Geiger
Über Martin Geiger 2 Artikel
Martin Geiger ist anerkannter Experte für die Steigerung der persönlichen und unternehmerischen Produktivität. Der Autor arbeitet seit vielen Jahren für erfolgreiche Unternehmen in ganz Europa. Der Produktivitätsexperte entwickelte das bundesweit größte Lizenzsystem für Coaching per Telefon und wurde von der Europäischen Trainerallianz als Trainer des Jahres ausgezeichnet. Er gilt als Vordenker und Freigeist in Sachen Produktivität.

5 Kommentare

  1. Danke sehr.

    Vielleicht helfen Ihnen ein paar Umsetzungstricks:

    1. Den ersten Schritt innerhalb von 72 Stunden machen
    2. Eine neue Gewohnheit über 21 fortlaufende Tage hinweg implementieren
    3. Ein Abweichen ensprechend per schriftlicher Vereinbarung mit einem Zeugen sanktionieren
    4. Sich einen Coach oder anderen Sparingspartner als Verbündeten zur Hilfe nehmen

    • Ich habe das Thema schon vor ein paar Wochen „erkannt“ und bin aktuell in einer Phase, in der ich mir tatsächlich wieder viel Zeit für die wichtigen Dinge nehme. Unwichtige Dinge und Aufgaben werden vermieden soweit es denn geht.

      Von daher: Ja ich setze es um.

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