Was ist der Home Bias?

Wissen für Anleger

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Wo geht es nach Hause?

Mit Home Bias wird der Umstand bezeichnet, dass Anleger ihr Geld vor allem im eigenen Heimatland anlegen. Allerdings spricht die Portfoliotheorie klar gegen den Drang der Geldanleger ihren Heimatmarkt zu bevorzugen. Eine breite Streuung kann nicht nur die Rendite erhöhen, sondern zusätzlich das Risiko des Portfolios senken.

 

Der Effekt Home Bias wurde bereits im Jahr 1991 von den Ökonomen Frech und Potter beschrieben. Er gilt vor allem unter deutschen Anlegern als besonders ausgeprägt. Diese Eigenschaft kostet nicht nur in Zeiten der historischen Niedrigzinsen Rendite im Anleihemarkt. Zusätzlich sind die Risiken eines stark regional ausgerichteten Aktienportfolios gegenüber einer globalen Streuung ebenfalls erhöht. Dabei können folgende Gründe für den Home Bias angenommen werden.

 

Die Gründe für den Home Bias

 

  • Fehlende Informationen
  • Fehlende Kontrollillusion
  • Doppelbesteuerung
  • Wechselkursrisiken
  • Orderkosten

 

Fehlende Informationen

Anleger informieren sich oftmals vor dem Kauf von Aktien oder Anleihen über den entsprechenden Basiswert. Um allerdings an gute Informationen von ausländischen Emittenten zu kommen, muss man im Normalfall eine andere Sprache beherrschen. Fehlende Sprachkenntnisse können daher als ein Hauptgrund für das Gefühl mangelnder Informationsmöglichkeiten angesehen werden.

Fehlende Kontrollillusion

Das Fehlen von Informationen sorgt so im zweiten Schritt für den nächsten Grund des stark ausgeprägten Home Bias. Immerhin haben Anleger durch den Zugang zu vielen Informationen das Gefühl ihr Portfolio unter Kontrolle zu haben. Allerdings ist dieses Gefühl eine Illusion. Bisher konnte nicht nachgewiesen werden, dass Anleger durch die Nutzung frei verfügbare Informationen wirklich eine Outperformance generieren können.

Doppelbesteuerung

Neben den oben genannten Gründen können auch mögliche Doppelbesteuerungen als Hinderungsgrund angenommen werden. Sollte zum Beispiel in dem Heimatland des Emittenten eine zusätzliche Steuer auf Dividenden existieren, würde der Anleger einen Renditenachteil erfahren, der den langfristigen Anlegeerfolg schmälert.

Wechselkursrisiken

Die Risiken aus Anlagen die auf andere Währungen lauten sind dagegen direkt greifbar und spielen jeden einzelnen Tag eine Rolle in einem ausgewogenen und breit gestreuten Depot. Während Investoren vor allem das Risiko aus sich verändernden Wechselkursen sehen, werden die Chancen oftmals ignoriert. Vor allem für Investoren, die sich in einem schwachen Währungsraum befinden, ist die Streuung auf verschiedene Märkte und Währungen von elementarer Bedeutung.

Orderkosten

Bei einigen Brokern und Banken sind die Orderkosten für Transaktionen im Ausland erhöht. Dieser Unterschied in den Transaktionskosten macht sich vor allem in kleineren Depots von Privatanlegern bemerkbar.

 

Fazit – Home Bias schadet dem Portfolio

 

Die oben genannten Gründe sind aus Anlegersicht verständlich und greifbar. Dennoch kann ein starker Home Bias durchaus Chancen mindern und das Risiko zusätzlich erhöhen. Anleger die einen langfristig möglichst hohen Anlageerfolg bei reduzierten Risiken haben wollen, sollten sich vor dem Home Bias in Acht nehmen. Eine breite Diversifikation gilt als beste Möglichkeit, das eigene Portfolio robust abzusichern.

Was ist Diversifikation?

Martin Kronberg
Über Martin Kronberg 128 Artikel
Martin Kronberg recherchiert kritisch an der Basis der Finanzmärkte. Dabei werden nicht nur Themen aus dem Bereich Trading, sondern auch andere wirtschaftliche Zusammenhänge erörtert. Auf anderen Portalen tritt Martin Kronberg stellvertretend für die Autoren des Trading-Treff auf.

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