Relative Staerke in Depotstruktur am konkreten Beispiel

 

Wie sich relative Staerke in Depotstruktur „anfühlt“ kann über den RS-Chart (Erläuterung im Artikel „Relative Staerke bei Aktien“ veranschaulicht werden. Der RS-Chart unterscheidet sich in der äußeren Erscheinung nicht von einem Point&Figure-Chart, der aus einer Kursreihe gebildet wird. Es gelten die gleichen Konventionen bei der Angabe der Daten. Auch hier finden Sie die Monatsangaben im Chartverlauf und die Jahreszahlen auf der horizontalen Achse. Darüber hinaus sind auch die Signale und deren Interpretation identisch. Ein bullisches Signal im RS-Chart führt meistens zu einem weiteren Anstieg der relativen Stärke einer Aktie gegenüber einem Index.

Kommen wir bei der relativen Staerke in Depotstruktur noch einmal zu unserem Beispiel der Deutschen Telekom zurück und betrachten das Verhalten der relativen Staerke dieser Aktie gegenüber dem DAX. Wir betrachten hier den Zeitraum  von Mitte 2004 bis Oktober 2006:

Vergleich Deutsche Telekom-Aktie mit DAX in der relativen Staerke

 

Links sehen Sie den Kursverlauf der Deutschen Telekom und rechts den RS-Chart, der den Verlauf der relativen Staerke in Depotstruktur bzw. dieser Aktie zum DAX angibt.

Es ist sehr gut zu erkennen, dass es aus charttechnischen Gesichtspunkten keinen Grund gab, in diese Aktie auf der Longseite zu investieren. Ihre relative Staerke gab keinerlei Kaufsignal, so dass dieser Wert niemals den Weg in ein Point&Figure-Depot gefunden hätte und damit relative Staerke in Depotstruktur zeigen könnte.

 

RS-Chart für relative Staerke in Depotstruktur nutzen

 

Nach den vorhergehenden Erläuterungen ist Ihnen sicherlich klar, dass in Ihrem Depot nur Werte sein sollten, die in einem Bullenmarkt einen positiven RS-Chart gegenüber ihrem Index aufweisen. Ebenso sollten Sie in einem Bärenmarkt nur in Werten short sein, die einen negativen RS-Chart besitzen. Nur dann erlangt man relative Staerke in Depotstruktur.

Ich vergleiche diese Arbeitsweise immer gerne mit einem Beispiel aus der Natur. Stellen Sie sich bitte einen Gebirgsfluss vor, auf dem Sie möglichst viele Kilometer zurücklegen möchten. Das erste, was Sie natürlich sicherstellen sollten, ist, dass Sie immer mit dem Strom rudern. Das ist schon einmal die Grundvoraussetzung, um überhaupt nennenswert voran zu kommen. Auf die Börse übertragen bedeutet das, dass Sie in einem Bullenmarkt auf der Bullenseite sein sollten, in einem Bärenmarkt auf der Bärenseite. Wenn Sie sich nun über den Marktzustand im Klaren sind, Sie also wissen, in welche Richtung der Marktfluss fließt, haben Sie schon das wichtigste geschafft. Sie kämpfen nicht wie viele Anleger und Trader gegen den Strom und erreichen so, wenn überhaupt, nur unter größten Mühen ein Vorankommen.

 

Jetzt geht es eigentlich nur noch darum, ein Boot zu finden, dass in der Strömung des Flusses möglichst schnell vorankommt. Sie würden auf unser Flussbeispiel bezogen, immer ein Boot nehmen, das auch schon in der Vergangenheit sehr schnell war. Denn andere Informationen können Sie ja nicht haben. Sie sind in der gleichen Lage wie jeder Analyst, der vergangene Ereignisse zur Entscheidungsfindung für die Zukunft verwendet.

Genauso verhält es sich am Aktienmarkt. Die relative Staerke einer Aktie wechselt nicht ruckartig. Dieses Verhalten liegt wie alles an den Aktienmärkten in  der Psyche des Menschen begründet. Sobald sich eine Aktie als besonders lukrativ in der Vergangenheit erwiesen hat, springen auch in der Zukunft Anleger bevorzugt in dieses „Boot“.

 

Dieses Verhalten nutzen wir mit dem RS-Chart des betreffenden Wertes aus und erlangen dadurch relative Staerke in Depotstruktur. Ist er bei der Eröffnung einer Position positiv, so ist zu erwarten, dass diese Aktie auch in der Zukunft stärker laufen wird als der Gesamtmarkt. Somit ist sie der optimale Kaufkandidat für einen Bullenmarkt. Ist der RS einer Aktie  hingegen bei der Eröffnung einer Position negativ, ist die Aktie in einem Bärenmarkt ein idealer Shortkandidat.

Nur unter Beachtung dieser einfachen Regeln macht die Anlage in Einzeltiteln wirklich Sinn und Sie schaffen sich selbst eine relative Staerke in Depotstruktur.