Interview mit Stefan Waldhauser – Fonds-Initiator und Investor

 

Der Technologiesektor ist auch für uns auf Trading-Treff einer der spannendsten Märkte überhaupt. Aus diesem Grund werden wir heute einen ausgewiesenen Experten auf diesem Gebiet interviewen. Stefan Waldhauser verkaufte sein Software-Unternehmen in das Silicon Valley und ist heute erfolgreich auf der Social-Trading-Plattform wikifolio unterwegs. Und auch ein von ihm initiierter Publikumsfonds ist bereits am Markt.

 

Hallo Stefan, ich freue mich, dass du uns für ein Interview zur Verfügung stehst. Dieses Interview soll den Fonds-Partner und den Investor Stefan Waldhauser näher beleuchten.

 

Interview mit dem Fonds-Initiator des Digital Leaders Fund

 

Bild von Stefan Waldhauser
Stefan Waldhauser

 

Stefan, wie kommt man eigentlich dazu, ein Technologie-Unternehmen zu gründen?

 

Ich habe meine berufliche Laufbahn nach dem Studium als “normaler” Angestellter im Bereich Software-Engineering begonnen. Doch ich bin wohl nicht der Mensch, der sich dauerhaft in einem  Großunternehmen wohlfühlt. Nach einigen Jahren wurde mein Drang zur Unabhängigkeit zu groß und ich habe in 2000 meine eigene IT-Firma gegründet. Das einmal ein internationales Softwareunternehmen daraus werden würde, welches ich ins Silicon Valley verkaufen würde, war zu Beginn sicher nicht geplant. Das hat sich dann alles langsam entwickelt im Laufe der Jahre.

 

Welche Ausbildung hast du als Jugendlicher gemacht und warum?

 

Ich habe nach dem Abitur Wirtschaftsmathematik studiert, d.h. meine Ausbildung war eine breite Kombination aus Mathematik, Informatik und Wirtschaftswissenschaften. Mich hat schon immer die Kombination aus Technologie und Finanzmarkt begeistert, so habe ich schon in 1993 meine Diplomarbeit zum Thema “Möglichkeiten der Aktienkursprognose mit Neuronalen Netzen” geschrieben. Mit mäßigem Erfolg, denn die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz waren damals doch noch sehr beschränkt.

 

Hast du Leitmaxime im Börsenhandel?

 

Ich sehe mich grundsätzlich nicht als Trader sondern als Investor, der sich mittel- bis langfrisitig an den Unternehmen beteiligt, von denen ich überzeugt bin, dass sie ihren Wert im Laufe der nächsten 5-7 Jahre deutlich steigern können. Nur wenn diese Aktien noch vernünftig bewertet sind an den Technologiemärkten, so dass ich ein Potential von 100% stehe für die nächsten Jahre, so baue ich eine Position auf. Und fühle mich dann generell als Mit-unternehmer auch wenn ich oft nur einen sehr kleinen Anteil an den Unternehmen besitze.

 

Was genau tust du in deinem wikifolio und welche Ziele verfolgst Du damit?

 

Das High-Tech Stock Picking wikifolio ist ein investierbares Musterportfolio der von mir favorisierten Technologieaktien. Ich setze hier meinen unternehmerisch geprägten Investmentansatz um. Dieses wikifolio hat gerade seinen zweiten Geburtstag hinter sich gebracht und ich freue mich mit den Anlegern über eine Performance von aktuell über 65% seit dem Start. Dazu hat natürlich auch die außergewöhnlich gute Entwicklung der NASDAQ in den vergangenen Jahren beigetragen. Mein Ziel ist es, mit dem wikifolio besser abzuschneiden als ein passives Investment in einen NASDAQ-ETF und dieses Ziel habe ich bisher deutlich übertroffen.  

 

Wo recherchierst du für Kaufentscheidungen für dein wikifolio?

 

Ich habe aufgrund meines beruflichen Backgrounds ein langjähriges Netzwerk in der Digitalisierungs- und Technologieszene, das bis ins Silicon Valley reicht und sehr hilfreich ist beim Research. Grundsätzlich nutze ich eine Vielzahl von Informationsquellen aus dem Netz, das sind z.B. internationale Analyse-Plattformen wie Seeking-Alpha oder Morningstar. Aber auch eher quantitative Informationsquellen z.B. über Technologietrends, App-Nutzungsstatistiken oder auch Mitarbeiterzufriedenheit liefern großen digitalen Zusatznutzen zu den üblichen Research-Quellen. Mein Research ist fast wie bei einer klassischen Fundamentalanalyse gestaltet – nur eben angepasst und ergänzt um die digitalen Erfolgsfaktoren.

 

Vom Kritiker der Fondsindustrie zum Co-Founder

 

Wie kam es dazu, dass Du als Kritiker der etablierten Fondsindustrie jetzt als Co-Founder von “The Digital Leader Fund” aktiv wirst?

 

Es ist richtig, dass ich in den vergangenen Jahren nicht gerade als Fan von Investmentfonds aufgefallen bin. Einer der meistgelesenen Beiträge auf meinem High-Tech-Investing-Blog beschreibt ja auch 7 Gründe warum Privatanleger erfolgreicher investieren als Fondsmanager.  Aber ich habe mich tatsächlich davon überzeugen lassen, dass der Fonds als Investmentvehikel vielen  anderen Asset-Management-Produkten überlegen ist. Sofern ein Fonds von einer unabhängigen Fondsboutique mit allen Freiheiten geführt wird, hat er alle Chancen auf eine nachhaltige Outperformance.

 

Und was wollt ihr besser machen als andere Technologiefonds, die ja oftmals den Markt nicht schlagen können?

 

Zunächst mal möchte ich klarstellen, das unser Digital Leaders Fund eben KEIN weiterer Technologiefonds ist. Er investiert vielmehr breit über alle Branchen hinweg in diejenigen Unternehmen, die unserer Meinung nach als Gewinner aus der Digitalisierung hervorgehen werden. Das sind viel mehr als nur die Technologieunternehmen, sondern der Ansatz umfasst eben auch diejenigen etablierten Unternehmen, die ihre eigene digitale Transformation besser bewältigen als ihre Mitbewerber.

 

Wir investieren in einem konzentrierten Portfolio in 30-40 Aktien, die wir gut kennen, möglichst vollständig verstehen und analysieren können. Auch in der Kommunikation mit unseren Anlegern und Interessenten gehen wir neue Wege, indem wir das komplette Portfolio des Digital Leaders Funds auf unserer Website offenlegen und zur Diskussion stellen. Ich habe in meiner Vergangenheit mit dem “Open Source” Ansatz hervorragende Erfahrungen gemacht und möchte dieses offene Denken jetzt von meiner Software-Welt auch auf die Fonds-Welt übertragen.

 

Kannst du uns deine aktuellen Top 3 Aktien nennen und in jeweils 2 Sätzen sagen, warum es gerade diese sind?

 

Ich kann gerne einige Beispiele aus unserem Portfolio nennen und zwar aus völlig unterschiedlichen Branchen:

 

  1. Das US-Unternehmen The Trade Desk ist gerade dabei, das Online Marketing weltweit mit seiner unabhängigen Plattform zu erobern. Jeder redet in diesem Zusammenhang nur von Google oder Facebook, aber The Trade Desk könnte in den kommenden Jahren in diesem schnell wachsenden Markt erheblich an Bedeutung gewinnen.
  2. Disney war lange Zeit ein schlafender Riese, der aber jetzt erwacht ist. Gegenwärtig werden alle Weichen gestellt, um in Kürze Netflix mit eigenen digitalen Produkten ernsthaft entgegenzutreten mit dem alles überragenden Disney-Content. Die Börse hat diese Entwicklung bisher noch nicht antizipiert.
  3. Das israelische Unternehmen WIX.com revolutioniert gerade die Art und Weise wie Webseiten erstellt werden. Ich denke, dass da gerade ein neuer defacto-Standard entsteht – und zwar auf der Basis eines sehr profitablen SaaS-Geschäftsmodells mit rasantem Wachstum und traumhaften Cashflow-Margen.   

 

Vielen Dank für das Interview und deine Zeit Stefan. Wir wünschen Dir weiterhin so viel Erfolg!

 

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