CoT Daten profitabel nutzen: Von der Rohform zum konkreten Trade (Rohstoffe)

Vor einer Woche legte ich den Grundstein für das Trading nach CoT Daten im Artikel „CoT Daten: Was ist das und wer nutzt sie?„. Darauf möchte ich nun aufbauen und die Daten in Rohform einmal darstellen, welche als Grundlage für den letztlich resultierenden Trade dienen. In wenigen Schritten gelingt es Ihnen, CoT Daten profitabel nutzen zu können.

 

Wie sieht der CoT Bericht in seiner Rohform aus?

 

Zu sehen ist nun also der CoT Bericht vom 17.01.2017 und dabei speziell der Weizen Kontrakt, der an der CBOT gehandelt wird:

COT Bericht Weizen
COT Bericht Weizen

Quelle www.cftc.gov

Punkt 1. zeigt das aktuelle Open Interest (480.997) an. Weiter von links nach rechts finden Sie die Positionierungen der Non-Commercials (2.), Commercials (3.) und Non reportable Positions (4.). Zu sehen sind, wie viele Long und wie viele Short Positionen gehalten werden. Die Differenz beider ergibt die Netto Positionierung. Die Non-Commercials haben eine Eigenheit, den Spread (Spreading). Viele Spread-Trader handeln z.B. nicht nur Gold gegen Silber, sondern sie handeln z.B. auch den Erdgas Oktober Kontrakt Long, gegen den Erdgas Februar Kontrakt Short. Sie halten also sowohl eine Kaufs-, als auch eine Verkaufsposition desselben Marktes. Dies wird unter Spreading dargestellt.

 

Und wie können Sie die CoT Daten profitabel nutzen?

 

Das ist wohl die wichtigste Frage, mit der wir uns in diesem Artikel beschäftigen. Sie bekommen eine klare Anleitung an die Hand, wie Sie einfach Signale finden können. Schauen Sie nur auf die Commercials, denn das ist die Händlergruppe, an denen wir uns ab jetzt orientieren. Die Signale aufgrund der CoT-Daten funktionieren nicht auf jedem Markt gleich gut. Suchen Sie sich daher zunächst Märkte heraus, bei denen die Commercials einen Großteil der Zeit Netto Short sind. Das sind alle sogenannten Soft-Commodities (Kaffee, Kakao, Zucker, Orangensaft, Baumwolle, Bauholz), alle Metalle (außer Kupfer), alle Energiemärkte (außer Erdgas) und alle Getreidemärkte. Bei Rohstoffen funktioniert der Handel aufgrund der CoT-Daten besser als auf Währungen und Indizes. Bei Weizen sind die Commercials nicht so oft Netto Short, wie wir das gerne hätten. Dennoch funktioniert es auf diesem Markt ausgezeichnet. Wenn Sie sich dagegen Währungen ansehen, werden Sie feststellen, dass Sie diese Kriterien nicht erfüllen. Die Signale sind für mittel- bis langfristige Trader optimal geeignet, sodass sie auch gut mit CFD’s umgesetzt werden können. Für Kurzfristige Trader empfehle ich, dass Sie die CoT-Daten dennoch stark berücksichtigen. Nutzen Sie die Daten als Filter. Geben die Daten uns z.B. bei Gold momentan einen Hinweis auf steigende Preise, dann gewichten Sie Ihre Long Trades im Intradayhandel stärker und/oder lassen Sie die Short Trades ganz weg. Alleine dadurch verbessern Sie Ihr Gesamtergebnis deutlich.

CoT Daten profitabel nutzen: Chartdarstellung
Tageschart, Netto Positionierung der Commercials und der Commercial-Oszillator

 

Quelle: Suricate Charting Software, machen Sie sich dazu doch ein eigenes Bild auf meiner Seite ->

 

Dabei sehen Sie einen Tageschart des Weizen Futures in einem Zeitraum von Ende 2013 bis Anfang 2017. Darunter befinden sich ein Indikator und ein Oszillator. Die CoT-Daten werden wöchentlich veröffentlicht. Daher haben Sie nur einen Datenpunkt pro Woche und es macht Sinn, wenn Sie sich nur den Tageschart anschauen. Der erste Indikator stellt die Netto Positionierung der jeweiligen Händlergruppen farbig dar. Wie Sie sehen sind die Commercials und die Non-Commercials entgegengesetzt positioniert. Die Kleinspekulanten befinden sich die gesamte Zeit über in der Nähe der Nulllinie. Darunter befindet sich ein Oszillator, der zwischen 0% und 100% schwankt. Er zeigt an, wie stark die Commercials sich im Vergleich zu dem letzten halben Jahr positioniert haben. 0% bedeutet, dass es in diesem Markt die größte Netto Short Positionierung in dem letzten halben Jahr gegeben hat. 100% dagegen ist die größte Netto Long Positionierung in diesem Zeitraum. Die Commercials gehen also von steigenden Preisen aus und sehen momentan weniger Grund sich abzusichern. Der Wert des Oszillators ist auf 26 eingestellt, da das einem halben Jahr entspricht. Wenn der Wert über 90% steigt, ist das ein Kaufsignal. Wenn er unter 10% fällt, ein Verkaufssignal. Die Commercials sind allerdings auch keine Heiligen und liegen immer richtig, daher sind nur Signale interessant, die in Richtung des EMA‘s zeigen. Stellen Sie diesen auf 125 ein. Es gibt ca. 250 Handelstage im Jahr. 125 ist die Hälfte davon und entspricht ebenfalls einem halben Jahr. In Abbildung 3 gibt es fünf Short Signale. Der Markt befindet sich in einem lang anhaltenden Abwärtstrend. Der EMA zeigt fast durchgehend nach unten. Daher werden die Long Signale nicht gehandelt.

Den Oszillator können Sie sich ganz einfach selbst in Excel erstellen. Kopieren Sie die Netto Positionierung der Commercials in Ihre Excel- Tabelle. Sie benötigen ein halbes Jahr Vorlauf, da Sie die Positionierung abhängig von dem letzten halben Jahr haben möchten. Den Tageschart und den Ema müssen Sie nicht in Excel erstellen. Der Oszillator reicht. Wenn Sie nun dort ein Signal bekommen, prüfen Sie die Steigung des EMA’s in Ihrem Chart. Nun benötigen Sie drei Spalten (F, G, I), um sich den Oszillator zu erstellen. Die F-Spalte sucht den größten Wert des letzten halben Jahres. Ganz wichtig, einschließlich dem aktuellen. Der Befehl dazu lautet: „=MAX(D3:D30)“. In der G-Spalte steht der niedrigste Wert des letzten halben Jahres: „=MIN(D3:D30)“. Die I-Spalte setzt diese zwei Werte nun einfach ins Verhältnis zueinander. Der Befehl dazu lautet: „=(D30-G30)/(F30-G30)*100“. Mit diesen wenigen Schritten haben Sie sich den Oszillator selbst in Excel erstellt.

CoT Daten profitabel nutzen: Excel
Den CoT Oszillator in Excel erstellen

 

 

In 6 Schritten ist der CoT-Oszillator in Excel erstellt:

  1. gehen Sie auf einen Tageschart
  2. wählen Sie den EMA 125 aus
  3. kopieren Sie sich die CoT-Daten der Commercials in eine Excel-Tabelle
  4. erstellen Sie den Oszillator in Excel
  5. zeichnen Sie sich die wichtigen Linien 10% und 90% ein
  6. schauen Sie jedes Wochenende ob es eine interessante Situation gibt

 

Mein Fazit zum CoT Daten profitabel nutzen

 

Die Signale aufgrund der Positionierung der Commercials funktionieren sehr gut und geben uns in den meisten Fällen den richtigen Hinweis darauf, wohin der Kurs in den nächsten Wochen laufen wird. Die Märkte laufen nicht immer direkt nach diesem Signal in die gewünschte Richtung, daher sollten Sie einen Stop verwenden, der gute Signale durchlässt und schlechte Trades möglichst früh ausstoppt. An den Signalen sollten Sie noch nicht in den Markt einsteigen. Prüfen Sie weitere Rahmenbedingungen wie Saisonalitäten und Terminkurven. Die Kombination aus diesen Elementen erhöht die Wahrscheinlichkeit für einen Gewinn deutlich und verbessert den Einstieg erheblich. In dem nächsten Artikel werden wir genau auf diese Kombination aus CoT-Daten, Saisonalitäten und Terminkurven eingehen und schließlich genaue Ein- und Ausstiege festlegen.

 

Weitere Themen wie Terminkurven bringe ich Ihnen in der kommenden Woche näher.

Bis dahin wünsche ich viel Erfolg im Trading

Ihr Adrian Kömel

 

Adrian Koemel

Adrian Kömel hat Wirtschaftsmathematik studiert und beschäftigt sich seit seiner Jugend mit der Börse. Er konzentriert sich auf die statistische Systementwicklung und den Handel auf Basis der CoT-Daten, Saisonalitäten und Terminkurven. Er ist zudem Autor von „So erzielen Sie überdurchschnittliche Renditen“.

Ein Gedanke zu „CoT Daten profitabel nutzen: Von der Rohform zum konkreten Trade (Rohstoffe)

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