Wie Amazon und Uber die Logistikbranche neu definieren

Zu Weihnachten werden zu Hochzeiten bis zu 15 Millionen Pakete am Tag zugestellt. Zu viel für Logistikunternehmen? Manche Lieferunternehmen befürchten, Sendungen zu Weihnachten aufgrund der hohen Nachfrage einfach nicht zustellen zu können. Welche Alternativen gibt es? Und wie wollen Lieferdienste in Zukunft die Massen bewältigen?

Der Logistik-Markt

Die Kurier-Express-Paketdienste (KEP) sind heiß begehrt. Laut einer Studie des Bundesverband Paket & Express Logistik (BIEK) sind in Deutschland im Jahre 2016 mehr als 3 Mrd. Sendungen befördert worden, was einem Zuwachs von 7,2% entspricht. Einer der größten Treiber für das Wachstum ist der blühender Onlinehandel: Der Umsatz im Online-Handel in Deutschland lag 2016 bei 62,45 Milliarden Euro. Für 2017 sind 73 Milliarden prognostiziert. Allein das Weihnachtsgeschäft wird über 11 Milliarden Euro dazu beitragen – ein Anstieg um zwölf Prozent. Davon profitiert nicht nur der Online-Handel, sondern auch Logistikunternehmen wie DHL, Hermes und Co. Und kommen damit gleichzeitig in Bredouille. Obwohl sie bereits zusätzliche Fahrer einstellen sind die Massen überwältigend. Zum ersten Mal kündigten Unternehmen dieses Jahr an, ihre Aussendung auf ein realisierbares Maximum zu beschränken.

Amazon und Uber – Logistikbranche verändert sich

Amazon, der weltweit größte Online-Einzelhändler, nimmt die Paketzustellung immer mehr in ihre eigenen Hände. In München, Berlin und NRW wird in Kooperation mit lokalen Dienstleistern schon teilweise selbst ausgeliefert. Außerdem stehen Amazons Schließfächer an Tankstellen – offensichtliche Konkurrenz zu den DHL Packstationen. Und das neueste: Amazon Flex startet in Berlin, wobei Privatleute zu Paketboten werden. Einen ähnlichen Lieferservice bietet Uber mit UberRush an. Damit will sich Amazon unabhängig machen und wappnen sich für Hochzeiten wie die Weihnachtszeit.

Parallel dazu zeigen sowohl Amazon, als auch die Taxi-App Uber Interesse an selbstfahrenden Fahrzeugen: Amazon konzentriert sich darauf, wie sie selbstfahrende LKWs in ihr logistisches Netzwerk einbinden können und testen Drohnen zur Auslieferung von Paketen. Uber kaufte 2016 Otto, den Hersteller für selbstfahrende LKWs. Zudem kündigten sie gerade erst den Kauf von zehntausenden von selbstfahren Autos von Volvo an. Dass selbstfahrende Autos zur Auslieferung genutzt werden können, zeigten bereits Ford und die Pizza-Kette Dominos als normale Kunden mit vollautomatisierten Fahrzeugen beliefert wurden.

Amazon und Uber verwandeln sich langsam und sicher zu Logistikunternehmen und werden dabei zu direkten Konkurrenten. Folgende Infografik zeigt, wie die beiden die Logistikbranche aufmischen und revolutionieren werden. Wer wird das größere Stück des Kuchens bekommen?

Es wird also spannend um Amazon und Uber. Sollte es so laufen wie bisher, dann wird Amazon nicht nur beim Smart Home die Nase vorn haben…

 

Redaktion

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