Negativzinsen für Ihren Kredit? Geld verdienen mit dem Geldleihen?

 

Schon lange berichten wir von Trading-Treff über die Auswirkungen der Negativzinsen. Doch nun kommen neue Extreme dazu. Verdienen Verbraucher zukünftig Geld, wenn Sie sich welches leihen? Gibt es wirklich Negativzinsen für Ihren Kredit?

 

In Deutschland gilt der Grundsatz: Ist ein Thema bei der BILD angekommen, ist es eigentlich durch. Ob das im Fall der Negativzinsen für Verbraucherkredite auch der Fall ist, muss sich aber erst noch zeigen. Worte wie „Zins-Wahnsinn“ schlagen jedenfalls bei den Deutschen immer gut ein. Bleibt die Frage, ob das alles nicht doch eher billiger Kundenfang ist.

 

Negativzins für Verbraucher?

 

Am Montag machten zwei Unternehmen mit Pressemitteilungen auf sich aufmerksam, die es in sich hatten. Zwar sind Negativzinsen schon lange ein Thema, aber in der aggressiven Form war es doch überraschend. Während der eine -1,5 Prozent Effektivzins anbietet, war es beim anderen sogar -3,0 Prozent Effektivzins. Doch die Details haben es in sich:

Beide „Angebote“ haben es insofern in sich, als sie nur für 1.000 Euro gelten und dann auch nur bei bester Bonität. Am Ende werden also nur die wenigsten Kreditinteressierten tatsächlich in den Genuß des Negativzinsen kommen. Alle anderen müssen wie gehabt, mehr zurück zahlen, als sie erhalten haben. Insofern kann man sich fast sicher sein, dass die Aktion ein toller Marketinggag ist – mehr nicht. Die Kosten eines solchen Angebots für einen neuen Kunden von maximal 42 Euro dürften daher auf mittlere Sicht gut angelegtes Geld sein. Zumal der Wettbewerb durchaus intensiv ist.

 

Infografik: Kredite in Deutschland | Statista
Durchschnittsverdienst in Deutschland

Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

 

Negativzins als Marktingidee

 

Die angebotenen Kreditsummen von lediglich 1.000 Euro sprechen nicht gerade dafür, dass die Anbieter besonders großes Geschäft machen wollen. Stattdessen dürften Marketing-Erwägungen die Grundlage des Lockangebotes sein. Derweil sieht die Lage auf der anderen Seite nicht so rosig aus.

Anleger müssen sich weiterhin mit Minizinsen zufrieden geben – sofern sie sich auf Tagesgeldkonten bewegen. Bei Girokonten ist das Thema Nullzinsen weiterhin Gang und Gäbe. Daher sollten Anlagegelder nicht unnötig herumliegen – zumal die Dividendensaison naht und damit Ausschüttungen en masse auf die Investoren warten.

In diesem Sinne,
weiterhin viel Erfolg bei der Geldanlage und beim alltäglichen Lebensgenuß

Ihre marktEINBLICKE-Gründer
Christoph A. Scherbaum & Marc O. Schmidt

 

Marc Schmidt
Über Marc Schmidt 49 Artikel
Marc Schmidt gründete im Jahr 2008 zusammen mit Christoph Scherbaum dieboersenblogger.de - einen der inzwischen ältesten und meist prämierten Börsenblogs im deutschsprachigen Raum. Die Seite ist nicht nur etwas für Trader, sondern auch für Anleger mit langfristigem Zeithorizont. Die Förderung der Aktienkultur und der langfristige Vermögensaufbau mit Aktien sind den Autoren ein Kernanliegen. Anfang 2018 sind die Börsenblogger in "markteinblicke.de", dem Online- und Print-Magazin für Geldanlage und Lebensart, aufgegangen.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.