Trump rät Aktien zu kaufen

Chart des Nasdaq-100 vom 26.12.2018
Aktienmärkte verlieren deutlich an Boden - Nasdaq-100 unter 6.000-Punkte-Marke

Die Kurse der Aktienmärkte sind seit Monaten rückläufig. Nun meldet sich Donald Trump erneut und rät amerikanische Aktien zu kaufen. Ob das eine gute Idee ist?

 

Die Rücksetzer an den Aktienmärkten sind in den letzte Wochen noch deutlicher geworden. Spätestens seit dem Jerome Powell die Zinsen erhöht und abermals weitere Erhöhungen angekündigt hat, fallen die Kurse nochmals stärker. Und genau in diesem Umfeld machte nun der Präsident der Vereinigten Staaten nochmals klar, dass er die Zinspolitik der Zentralbank für unangemessen hält und Aktien als attraktive Chance sieht.

 

Aktien jetzt kaufen?

 

Der Aufruf Aktien zu kaufen kann durchaus als nachvollziehbar gesehen werden. Die Rücksetzer der Kurse laden geradezu ein das eine oder andere Schnäppchen zu machen. Allerdings ist die Gefahr weiterer Kursrücksetzer sehr hoch. Der Aktienmarkt wurde schon seit Monaten von einer riesigen Käuferschicht getragen – den Unternehmen selbst. Diese Käuferschicht ist allerdings sehr abhängig von den Rahmendaten der Kapitalmärkte. Vor allem ein steigendes Zinsumfeld könnte Aktienrückkäufe stark zurückdrängen. Immerhin hinterlassen die großen Kaufprogramme der Unternehmen spuren in der Bilanz. Riesige Volumen an neuen Krediten wurden aufgetürmt und könnten bei entsprechend höheren Zinskosten die Gewinn- und Verlustrechnung über viele Jahre belasten. Die wirklich sinnvollen Investitionen in die Produktivität werden damit unwahrscheinlicher.

Warum Aktienrückkäufe gefährlich sind

 

Aktienmarktbewertung

 

Genau aus diesem Grund können einfache Bewertungsmodelle wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis aktuell keinen wirklichen Einblick in die Bewertung der Märkte geben. Die Abhängigkeit der Aktien von den Zinsmärkten ist so hoch wie nie. Das weiß auch Donald Trump. Seine Kritik an der Geldpolitik der Fed sind kommen nicht aus dem Nichts. Jeder Zinssenkungszyklus der uns dichter an die Nulllinie führte, sorgte für eine ansteigende Abhängigkeit der Aktienmärkte von den Zentralbanken. Der direkte Kontakt mit dem Nullzins hat dabei viele Investoren verwöhnt. Unter den aktuellen Umständen sind weitere Zinserhöhungen sehr unwahrscheinlich. Auch Jerome Powell wird das erkennen müssen. Nur ein Zusammenspiel aus Wirtschafts- und Geldpolitik kann die These Trump´s glaubwürdig erscheinen lassen und eine breite Schicht von Anlegern überzeugen Aktien als Geldanlage zu kaufen. Ansonsten dürfte sich die Bewertung der Aktien trotz fallender Kurse weiter verschlechtern. Diesen Mechanismus finden Sie in folgendem Beitrag:

Warum der DAX sich demnächst halbieren wird – Teil 1

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