Tencent und Allianz investieren Millionen in N26

 

Vor ein paar Tagen wurde bereits bekannt, dass die deutsche Allianz und die chinesische Tencent mit 160 Millionen in die „Smartphone-Bank“ N26 einsteigen. Damit setzen die Investoren ein deutliches Zeichen, dass das alte Filialbankmodell im Feuer steht.

 

Die mobile Bank ist bereits auf einem Siegeszug, nicht nur im Trading. N26 ist ein klassisches Fintech-Unternehmen, welches das traditionelle Filialbankgeschäft angreift. Dieser Angriff scheint sehr erfolgreich zu verlaufen, denn wie die Welt berichtete, gewinnt die Bank im Schnitt 2.000 Kunden pro Tag und wächst damit rasant.

 

160 Millionen in Finanzierungsrunde für N26

Diesen großen Trend zur mobilen Bank will neben Tencent auch die deutsche Allianz scheinbar nicht verpassen. Die Allianz X, die digitale Investmenteinheit der Allianz Group, investiert kräftig in die bereits schwarze Zahlen schreibende N26. Dabei scheint die Botschaft an den Markt klar – Banking geht heute anders.

Und Tencent kennt sich in diesem Bereich aus. Mit dem Bezahldienst WeChat Pay ist der chinesische Internetriese bereits im Markt der Bezahldienste unterwegs. Das Tochterunternehmen WeChat Pay soll in China bereits einen Marktanteil von 40 % nach Bezahlvolumen haben. Und auch in Deutschland hat der chinesische Konzern bereits Fuss gefasst und die Akzeptanz in ersten Anlaufstellen installiert. Damit wird das Thema Geld immer digitaler.

Wie sehr die Welt des Bankings sich verändert, zeigt indes ein Blick auf die Kundenanzahl des Startups N26. Mittlerweile begrüßte das Unternehmen den 850.000sten Kunden. Damit ist N26, die man in den Großstädten überall werben sieht, kein kleiner Player mehr. Vielmehr entwickelt man sich zu einer ernsten Konkurrenz für die klassischen Banken.

 

Digitalisierung verändert Bankenlandschaft

So kommen wohl zusätzlich zu den ohnehin vorhandenen Baustellen der Großbanken in Deutschland völlig neue Probleme hinzu. So schrieb Florian Mueller über die Digitalisierung in der Finanzbranche hier auf Trading-Treff bereits vor Monaten:

 

Durch neue striktere Regularien seitens MIFID 2 und noch mehr Aufwand durch Papierkrieg wird man stattdessen immer weiter gehemmt, schnell und im Interesse des Kunden zu arbeiten. Im Gegenzug macht sich eine Armada von jungen motivierten Fintechs an den Start, die motiviert bis an die Haarspitzen die Thematik durch flache Hierarchien und schnelle Kommunikationswege blitzschnell angehen.

 

Wie Recht er damit hatte, zeigt nun die N26 bereits deutlich auf. Mit einer gestärkten Kapitalbasis und einer schnellen und einfachen Banking-Anwendung, spielt das Unternehmen gegen die großen Player am Markt. Aktuell sieht es so aus, als hätte man das richtige Konzept gegen die alten Strukturen im Finanzbereich gefunden und würde diese konsequent weiterverfolgen.

Damit bleibt es spannend im Bereich der Digitalisierung im Banking-Sektor. Und spätestens mit der Einführung einer Trading-Anwendung könnte N26 eine noch offene Lücke im Portfolio schließen, aber noch ist es wohl nicht soweit.

Digitalisierung der Branchen Automobil, Banken, Investmentbanking

Martin Kronberg
Über Martin Kronberg 52 Artikel
Martin Kronberg recherchiert kritisch an der Basis der Finanzmärkte. Dabei werden nicht nur Themen aus dem Bereich Trading, sondern auch andere wirtschaftliche Zusammenhänge erörtert. Auf anderen Portalen tritt Martin Kronberg stellvertretend für die Autoren des Trading-Treff auf.

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