Start des Öl-Yuan Future Kontrakts

Start des Öl-Yuan Future Kontrakts
Start des Öl-Yuan Future Kontrakts
 

Dieser Tag war lange vorbereitet und es ist endlich soweit. In China startete heute der erste Öl-Yuan Kontrakt. Er wird an der Shanghai International Energy Exchange gehandelt und startete mit einem Wert von 440 Yuan je Barrel. China war schon seit 1993 bestrebt einen eigenen Öl Kontrakt aufzulegen, doch kam es hierbei zu einigen Verzögerungen und Rückschlägen. Es ist ein logischer Schritt einen eigenen Öl Kontrakt aufzulegen, denn China ist mittlerweile der Größte Ölimporteur der Welt.

 

Öl-Yuan Future: Internationale Rohstoffhändler mischen mit

 

Laut der Shanghai International Energy Exchange sind an dem Handel 19 ausländische Broker beteiligt. Auch Rohstoffhändler wie Glencore und die Trafigura Group sind hier vertreten. Von der Seite her möchte man meinen, dass die Chancen gut stehen, dass die Etablierung des Kontrakts gelingt.

Zuvor hatte es schon Versuche in Singapore und Tokyo gegeben eigene Ölkontrakte aufzulegen, die als Asiatischer Ölpreis Benchmark dienen sollten. Diese Kontrakte verschwanden jedoch in der Bedeutungslosigkeit, da keine ausreichende Liquidität aufkam.

Ob es jetzt den Chinesen gelingt genügend Liquidität anzuziehen ist ungewiss.

 

Die Liquidität des Öl Yuan Futures ist entscheidend

 

Im vergangenen Jahr überholte China die USA bei den Öl Importen. Schon zuvor war den verantwortlichen bewusst, dass sie einen eigenen Future Kontrakt benötigen, wenn jemals der Handel mit den Ölländern auf Yuan Basis ablaufen soll. An dem Aufstieg des Yuans arbeitet China schon seit Jahren.

Der dominierende Punkt jedoch ist die verbesserte Möglichkeit Druck auf Saudi Arabien und seine Nachbarn Druck ausüben zu können. Ziel dessen ist es den Handel zwischen den Arabischen Ländern und China zukünftig in Yuan abzuwickeln und den Dollar zu verdrängen.

Fällt Saudi Arabien vom US Dollar ab und wickelt die Geschäfte in Yuan ab, ist es letztendlich vorbei mit dem Petro Dollar System, denn die restlichen Ölstaaten werden folgen. Auf dieses Szenario bereiten sich die USA schon vor und erfanden eine neue Art zur Stützung des USD. Über diese Entwicklung hatte ich im letzten Jahr schon einmal berichtet.

Viele Investoren bemängeln noch immer die regulatorischen Risiken und die Kapitalkontrollen und meiden deshalb den Chinesischen Finanzmarkt. Es wird interessant sein zu sehen, wie viele der ausländischen Handelsteilnehmer in einem Jahr noch an Bord sind.

Andererseits ist der Future Handel bei den Privaten Investoren in China sehr beliebt und es ist gut möglich, dass von dieser Seite ein wenig Liquidität erzeugt wird.

Daneben sind natürlich die Chinesischen Ölunternehmungen diejenigen, die für Liquidität sorgen können. Für sie ist der Markt eine neue Möglichkeit ihre Risiken besser managen zu können.

Wie lange es dauern wird, bis ein gewisses Maß an Liquidität erreicht wird und der Öl Yuan Kontrakt ein weiterer Ölpreis Benchmark wird, ist ungewiss.

Wenn es China jedoch gelingt den Kontrakt und damit einen eigenen Ölmarkt zu etablieren, ist es ein wichtiger Schritt hin zur Internationalisierung des Yuan. Die Internationalisierung der Chinesischen Währung schreitet schon seit Jahren voran und selbst die Bundesbank hat den Yuan in die Reserven aufgenommen.

 

Update: Großes Interesse am Öl-Yuan Kontrakt

 

Während der ersten Handelssession wurden mehr als 40000 Kontrakte gehandelt. Das entspricht in etwa dem Handelsvolumen des Brent Öl Futures. Das ist ein guter Start, denn nichts wäre schlimmer gewesen als ein illiquider Handel.

Trotzdem ist abzuwarten, wie sich das gehandelte Volumen und die Liquidität in Zukunft entwickeln werden.

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4 Kommentare

  1. Sehr guter Artikel, auch der aus dem vergangenen Jahr… Danke!. War es nicht einmal so, dass Gold beim Ölkontrakt der Chinesen eine Rolle spielen sollte?. Ich habe das Thema, leider etwas aus den Augen verloren…

1 Trackback / Pingback

  1. Die Woche im Rückspiegel betrachtet | Lars Schall

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