Short-Positionen in Aktien – Eine schwierige Disziplin!

Leerverkäufe belasten oftmals die Performance im Trading

 

Soeben beginne ich meine neue Lektüre „Stocks on the Move“ von Andreas Clenow und schon komme ich nicht umhin einen neuen Artikel zu schreiben. Nicht etwa um das Buch an dieser Stelle vorzustellen oder es zu empfehlen. Immerhin bin ich erst ein paar Minuten am Ball. Nein der Hintergrund ist eine soeben gelesene Passage. Diese Passage enthält keine Neuigkeiten, aber sie hat in mir eine Frage aufgeworfen. Die Frage lautet: Ist den Bären eigentlich bewusst, dass sie freiwillig einen sehr schweren Weg an der Börse gewählt haben?

 

In den folgenden Zeilen, möchte ich dieses Thema an dieser Stelle besprechen und evtl. dem einen oder anderen „Permabären“ (Bezeichnung für Börsianer, die zu großen Teilen Short-Positionen im Portfolio halten) die Augen öffnen.

Grundsätzlich habe ich nichts gegen eine schöne Short-Position in Aktien wenn die Bedingungen stimmen, im Gegenteil. Aber die Mathematik und auch die Rahmendaten sind klar gegen den Bären an der Börse.

 

Short-Positionen in Aktien – mathematische Nachteile

 

Einer der größten Vorteile einer guten Long-Position in Aktien ist die Zunahme des Erfolgs bei steigenden Kursen. Wenn Sie eine Aktie für 100 Euro kaufen und diese kann am nächsten Tag um 10 Prozent steigen, dann haben Sie 10 Euro Ertrag (wenn auch nur auf dem Papier) gemacht. Sollte die Aktie dieses am Tag drauf nochmals wiederholen können, dann steigt sie nicht mehr um 10 Euro, sondern bereits um 11 Euro auf dann 121 Euro. Mit anderen Worten: In Long-Positionen wird das Durchhalten einer Position belohnt.

Völlig anders sieht es da mit Short-Positionen in Aktien aus. Während der Tag 1 mit einem Verlust von 10 Prozent von 100 auf 90 Euro noch mit einem Buchgewinn in Höhe von 10 Euro belohnt wird, ist der Buchgewinn am 2. Tag (nach erneuten 10 Prozent Verlust in der Aktie von 90 auf 81 Euro) bei nur noch 9 Euro.

Dieser Umstand bevorteilt Long-Positionen an der Börse grundlegend und ist einer der Hauptgründe, warum wohl fast jeder Börsianer ein Long only System auf Tagesschlusskurse programmieren kann. Selbst ein Großteil der einfachen Handelssysteme auf gleitende Durchschnitte auf Tagesbasis haben in diesem Umstand ihren Vorteil im Trading.

 

Der Nachteil der Volatilität in Leerverkäufen

 

Aktienmärkte haben eine Besonderheit die zwar nicht in Stein gemeißelt ist, allerdings in der absoluten Mehrzahl der Fälle genau so auftritt. Während Aktien auf dem Weg nach oben sind, ist die Schwankungsbreite eher gering. Die Volatilität an den Märkten sinkt und die Positionen „schleppen“ sich meist von Hoch zu Hoch.

Nur in extremen Hausse-Bewegungen weicht der Markt ab und an von diesem Standard ab. Völlig anders sieht die Situation in fallenden Märkten aus. Aktienmärkte die von Angst überdeckt sind, springen oftmals mit einer viel höheren Volatilität hin und her. Dieser Umstand ist im VDAX-New auch historisch sehr gut zu erkennen.

Short-Positionen in Aktien
DAX vs. VDAX

Chartquelle

 

Während sich der DAX auf dem Weg nach unten befindet, läuft der VDAX meist deutlich nach oben. Genau dieser Umstand verdeutlicht auch, dass es ungleich schwerer ist eine Short-Position in der Nähe der Tiefstkurse zu schließen. Das Timing von Leerverkäufen ist demnach ungleich schwerer als das der Long-Positionen.

 

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Aktien Short-Positionen – Die Kosten

 

Außerdem gibt es oftmals Finanzierungskosten für eine Shortposition in Aktien, die es bei einer ungehebelten Buy and Hold Strategie in Aktien so nicht gibt. Diese stellen von Tag zu Tag keinen allzu großen Einflussfaktor dar. Allerdings können diese Kosten über Wochen und Monate sehr deutlich ins Gewicht fallen.

Diese Gedanken bewegten mich bei der Lektüre des oben genannten Buchs. Ich hoffe sie stellen für Sie einen Mehrwert dar.

 

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3 Kommentare

  1. Agree. Erfolgreiches Shorten erfordert ein absolut präzises Timing plus diszipliniertes Risk- / und Moneymanagement. Nichts für Anfänger und Hobbytrader…

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