Robo Advisor auf dem Vormarsch

Roboter
Anlageroboter erobern die Finanzwelt
 

Die Geldanlage über Anlageroboter wird immer beliebter in Deutschland. Die in Europa verwalteten Volumen (AUM) der Branche übersteigen mittlerweile die Marke von 14 Milliarden Euro. Damit bleibt der Robo Advisor eine Erfolgsgeschichte mit hohen Wachstumsraten.

  • Assets under management wachsen deutlich
  • Anlageroboter in Deutschland relativ teuer
  • Performance der Robo Advisor kann sich sehen lassen



Es ist schon einige Monate her, als wir Sie über die Entwicklungen innerhalb der Robo Advisor-Branche informierte. Damals stellten wir die Frage, ob die Anlageroboter die Zukunft der Geldanlage sein könnten. Mit den jüngsten Zahlen aus dem Hause Deutsche Bank, beantwortet sich die Frage deutlich.

Immer mehr Menschen in Europa sehen Robo Advisor als die richtige Form der Geldanlage an. Das wird vor allem durch die deutlichen Wachstumsraten der „Assets under management“ (kurz AUM) deutlich. Diese Entwicklung erstaunt vor dem Hintergrund, dass Robo Advisor in Deutschland deutlich höhere Kosten haben als zum Beispiel in Amerika.

AUM übersteigt 14 Milliarden Euro in Europa



Das verwaltete Volumen in den Anlagerobotern übersteigt mittlerweile das Volumen von 14 Milliarden Euro. Allein in Deutschland hatten die Kunden der Robo Advisor Ende 2018 stolze 3,8 Milliarden Euro investiert. Die Zahl an sich klingt noch nicht sehr überwältigend. Wenn man allerdings bedenkt, dass es im Jahr 2016 nur 300 Millionen Euro waren, erkennt man die starke Dynamik der Branche. Doch ist dieser Zuwachs gerechtfertigt?

Zahlenquelle Deutsche Bank Research

Wertentwicklung kann sich sehen lassen



Wenn es um das Thema Geldanlage geht, interessiert die Anleger vor allem die Wertentwicklung ihrer Anlage. Haben die Anlageroboter gehalten was von Ihnen erwartet wurde? Die Zahlen von DB Research legen diesen Schluss nahe. Vor allem im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds schneiden die Robo´s sehr gut ab. Am Beispiel Visualvest stellen wir Ihnen die Entwicklung eines 2 Jahres-Zeitraums im Vergleich zum DAX dar. Der DAX ist dabei bewusst gewählt, da viele deutsche Anleger einen starken „Home Bias“ haben.

Home Bias

Home Bias bezeichnet die Neigung von Investoren und Anlegern den eigenen Heimatmarkt höher zu gewichten als andere zur Verfügung stehende Märkte. Dieser Effekt wurde im Jahre 1991 von den Ökonomen French und Poterba erstmals beschrieben.

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Wie Sie in den Charts erkennen können, hat die chancenorientierte Variante des Anbieters Visualvest bereits die Nulllinie überschreiten können. Damit haben Anleger auf Sicht von 2 Jahren eine bessere Wertentwicklung als in einem DAX-Investment erzielt und sinngemäß den Markt geschlagen. Natürlich gibt es keine Garantie für eine weitere Outperformance in der Zukunft. Allerdings erklären diese Zahlen bereits, warum Robo Advisor so nachgefragt sind.

Wertentwicklung VestFolio
Wertentwicklung des VestFolios 7 (Quelle)


DAX Chart der letzten 2 Jahre
Wertentwicklung des Deutschen Aktienindex innerhalb 24 Monate


Fazit – Anlageroboter bleiben auf Wachstumskurs



Bisher machen die Robo Advisor eine gute Figur auf dem Parkett des Kapitalmarktes. Die Erfolgsstory scheint ungebrochen und ein neuer Rekord im AUM im Jahr 2019 erscheint uns realistisch. Doch auch im Bereich der automatisierten Geldanlage entscheidet am Ende die richtige Wahl des Anbieters den langfristigen Erfolg. Folgend finden Sie einen Vergleich von unterschiedlichen Anbietern der Anlageroboter. Wir wünschen Ihnen viel Spaß auf unserer Seite und ein gutes Händchen bei der Geldanlage.

Martin Kronberg
Über Martin Kronberg 130 Artikel
Martin Kronberg recherchiert kritisch an der Basis der Finanzmärkte. Dabei werden nicht nur Themen aus dem Bereich Trading, sondern auch andere wirtschaftliche Zusammenhänge erörtert. Auf anderen Portalen tritt Martin Kronberg stellvertretend für die Autoren des Trading-Treff auf.

2 Kommentare

  1. Hallo, ich nutze seit Dezember 2018 auch den Robo-Advisor Ginmon. Mit der Entwicklung bis jetzt bin ich sehr zufrieden.
    Die Kostenstruktur ab 2019 ist einfach und preisgünstig. Es wird antizyklisch nach einem spez. Algorithmus in ETFs angelegt mit einer guten Diversifizierung.
    Eine Frage bleibt für mich offen: Führen diese extremen Anlagen in ETFs zu einem schwer kontrollierbaren Klumpen-Risiko
    und wie verhalten sich die Börsen / Indizes bei einem extrem Crash, wenn womöglich alle aus Panik verkaufen.

    mit freundlichen Grüssen
    Ernst

    • moin ernst,

      in bezug auf Diversifizierung siehe link

      zum Thema ETF´s habe ich schon einiges geschrieben gehabt … grundsaetzlich sie haben ihre staerken und schwaechen …

      und ja in einem crash läuft eigentlich immer bzw fast immer alles gleichgeschaltet … wieso?
      nun ja in krisen benoetigen leute halt Geld / Liquidität … => sie verkaufen ungesehen …

      ein solches verhalten konnte zum Beispiel in der Liquiditätskrise 1763 beobachtet werden und seit dem immer wieder

      und in bezug auf ETF´s … so wie die Verbreitung der ETF´s alle index boote gehoben hat (Aktien oder Anleihen oder …) so werden sie auch dann alle ungesehen ungeprueft verkauft …

      die Indexierung hat vor und Nachteile … das von dir angesprochene klumpen Risiko ist gegeben, denn alle machen durch die Indexierung im Prinzip dasselbe … die Portfolios sind im Prinzip eine klon armee … zum Thema Indexierung

      ich hoffe in den links findest du ein paar antworten …. du musst dir bewusst sein, dass du mit einem ETF nicht eine Aktie kaufst oder aber auf deren „inneren“ wert setzt … mit ETF´s setzt man eindeutig auf die preisentwicklung eines Indizes, nicht auf Aktien/Anleihen oder sonstiges …

      mfg

      orbp/nils

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