Querdenker Teil 4 – Schwachstellen in unserem Denken

 

Bevor ich nun zum Abschluss der Vorbereitung – einem der wichtigsten Teile dieser Serie – komme, sei an dieser Stelle noch gesagt, dass es wichtig ist, die Ideen aus den Teilen nach und nach durchzuarbeiten. Die Schwachstellen in unserem Denken bauen auf ihnen auf. Daher möchte ich dem Erstleser dieser Serie nahelegen die ersten Teile zum Start zu lesen.

 

Diese findet man hier:

Einleitung der Artikelserie

 

Unser Gehirn

Und nun zur Sache. Da unser Gehirn vom ersten Tag unseres Lebens an zum Interpretieren da ist, muss man sich immer wieder vor Augen halten, wo die dadurch bedingten Schwachstellen liegen – gerade dann wenn man Entscheidungen treffen will, die weitreichende Auswirkungen haben können, wie etwa in der Geldanlage. Wie blind wir für manche Dinge werden, beschreibt ein einfacher Versuch zur Veränderungsblindheit.

„Jeder kennt das aus eigener Erfahrung. Wir lenken unsere Aufmerksamkeit auf das, was am wichtigsten erscheint. Alles andere blenden wir aus, auch wenn sich da einiges tut. Fachleute sprechen von „change blindness“, Veränderungsblindheit.
In einem Versuch wurden Passanten von einer Reporterin gebeten, herauszufinden, welche der beiden Strecken auf einer Abbildung länger ist. Unter dem Vorwand, einen Maßstab holen zu wollen, duckte sich die Reporterin hinter ihrem Stand, so dass eine Kollegin ihre Rolle einnehmen konnte. Fazit des Versuchs: Die meisten bemerkten den Reportertausch nicht. Der Grund: Das Gehirn hat nur eine begrenzte Verarbeitungskapazität. Es wirkt wie ein Filter, der eben nicht alles zum Bewusstsein durchlässt.“

Quelle Planet-Wissen

Wilhelm Busch hat es erkannt

Wie ich schon ausführte, kann man sich dieser Denkmuster nie völlig entziehen. Diesen Umstand erkannte schon Wilhelm Busch in seinem wunderbaren Gedicht

„Der Knoten“

„Als ich in den Jugendtagen
Noch ohne Grübelei,
Da meint‘ ich mit Behagen,
Mein Denken wäre frei.
Seitdem hab‘ ich die Stirne
Oft auf die Hand gestützt
Und fand, daß im Gehirne
Ein harter Knoten sitzt.
Mein Stolz, der wurde kleiner.
Ich merkte mit Verdruß:
Es kann doch unsereiner
Nur denken, wie er muß.“

Und doch, wir haben eine Chance grobe Irrtümer und Fehlinterpretationen zu vermeiden und Schwachstellen in unserem Denken zu umgehen. Es soll Menschen geben, die rein über ihre Intuition an der Börse gute Entscheidungen treffen. Für die meisten Menschen dürfte das allerdings nicht zutreffen.

Kennen Sie das Gefühl genau am falschen Punkt eine Aktie gekauft zu haben? Sie sind nicht alleine. Den meisten Anlegern geht es ähnlich. Das kommt daher, dass wir tatsächlich gewisse Situationen mit der Masse der Kleinanleger gleich einschätzen, leider stellt sich die daraus entstandene Idee oftmals als falsch dar. Unsere Intuition war dann retrospektiv oftmals falsch.

Intuition an der Börse – Der Ratgeber in uns und wann er scheitert

 

Schwachstellen in unserem Denken

Bewusste logische Entscheidungen sind dort den emotionalen und schnellen vorzuziehen. Natürlich muss man dafür erst einmal die Verhaltensmuster und Schwachstellen des Denkens wirklich kennen. An dieser Stelle kommen wir nun zu meinem absoluten Favoritenbuch für den Bereich des „Denkens“. Es ist von Daniel Kahnemann.

Dieser ist nicht nur Autor, nein er ist auch Nobelpreisträger der „Wirtschaftswissenschaft“. Er hat etwas geschafft, was wohl den meisten Autoren seines Kalibers nicht gelungen wäre. Er hat seine beiden Fachgebiete Psychologie und Mathematik in einem verständlichen Werk unter einen Hut gebracht und zeigt anhand von sehr vielen Beispielen und Geschichten, wie wir Menschen denn so „ticken“.

 

Schnelles Denken, langsames Denken

Sein Buch „Schnelles Denken, langsames Denken“ ist für mich ein absolutes Muss, um überhaupt zu verstehen, an welchen Stellen sich in unserem Verhalten und Denken die Schwachstellen befinden. Nur wer diese kennt, kann aktiv gegen vorschnelle Entscheidungen und unvernünftige Verhaltensweisen vorgehen.
Das Buch „Schnelles Denken, langsames Denken“ wird es ebenfalls in jeder gut geführten Bibliothek geben. Sollten Sie dieses Buch lieber „besitzen“ wollen, dann finden Sie es hier:

Schnelles Denken, langsames Denken

Sollte das Interesse an dieser Serie bestehen bleiben (über ein kurzes Feedback hier in den Kommentaren würde ich mich ebenfalls freuen), werde ich im zweiten Part die vorbereitende Theorie verlassen und mich den subjektiv wenigen guten Büchern mit direktem Bezug zum Kapitalmarkt und dem Verständnis dieses Marktes widmen.

Hier geht es zum nächsten Teil.

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