Querdenker Teil 1 – Unser Gehirn

Wir brauchen unser Gehirn für einfach alles was wir tun. Aber so richtig gefordert wird es spätestens am Kapitalmarkt. Zeit sich ein wenig näher mit diesem Wunderwerk zu beschäftigen.

Unser Gehirn – Tägliche Effizienz gib uns heute!

Wie sind Sie heute zur Arbeit gefahren? So wie immer? Wissen Sie warum, das so ist?

Das Gehirn eines Erwachsenen ist einfach anders als das eines Kindes. Vor allem das Zeitempfinden spiegelt diesen Umstand. Während Kinder eine Woche quasi als endlos erleben können, wirken auf Erwachsene manchmal Monate wie ein Wimpernschlag.Es gibt Untersuchungen, die nahelegen, dass wir mit der Volljährigkeit bereits die gefühlte 1. Hälfte unseres Lebens hinter uns haben. Doch warum ist das so?

Ein kleines Kind erlebt jeden Tag eine Menge neuer Dinge. Im kindlichen Gehirn führt dies fortlaufend zu neuen „Verknüpfungen“ – da ist geistige „Bewegung“ drin. Im Kleinkindalter ist unser Gehirn theoretisch in der Lage, so gut wie alles spielend zu lernen. Wäre es wichtig, 1000 Katzen auseinanderzuhalten, dann würde das Kleinkind dieses bald beherrschen. Da dieser Umstand allerdings für die meisten Menschen nicht wichtig ist, wird diese Fähigkeit den meisten Kindern wohl im Laufe der Zeit abhanden kommen. Und so geht es mit einer Vielzahl von theoretischen Möglichkeiten, von denen am Ende nur die übrig bleiben, die für die Gesellschaft, in der wir uns befinden, wichtig sind.

Um dieses wichtige „Schnelllernen“ zu ermöglichen, können sich Kinder auf diese Dinge konzentrieren und leben im „Jetzt“, denn diese Strategie ist effizient und wir Menschen sind darauf ausgerichtet, immer effizienter zu werden. Diesen Umstand kann man in allem menschlichen Tun wiederfinden. Nicht ohne Grund wird heute schon fast alles durch Technik in unserem Alltag beherrscht und wir wählen intuitiv die kürzesten Wege zur Arbeit. Effizienz ist überall zu finden – auch da wo sie besser nicht wäre.

Empfindung der Zeit

Die Nebenwirkung dieser effizienten Gestaltung unseres Lebens ist die Geschwindigkeit, mit der wir unser erwachsenes Leben empfinden, denn wenn wir das, was wir jeden Tag tun, bereits kennen und keine neuen Inputs erleben, schaltet das Gehirn vom „Leben im Jetzt“ auf „Schnelldurchlauf“ (kennen Sie den Film „Click“?).

Es rast nur so an uns vorbei und wir lernen immer weniger dazu. Wer täglich das Gleiche tut, kann schon aus Prinzip nichts lernen und das Gehirn sieht im heutigen Tag nur nochmals einen Tag wie den gestrigen. Um neue Pfade zu denken, müssen wir auch neue Pfade gehen, soviel steht fest. Das mag ein wenig esoterisch klingen, aber es ist das Gegenteil, es ist die einzige logische Interpretation aus den von mir gemachten Beobachtungen und dem Gelesenem der letzten Jahre.

Bevor man sich also ein sinnvolles Buch zur Hand nimmt, sollte man den Grundstein für echte Aufnahmefähigkeit und für nötige Speicherkapazitäten legen. Dabei ist vor allem die praktische Anwendbarkeit wichtig. Ist diese nicht gegeben, dann mögen die Ideen noch so einleuchtend sein, sie werden zu 99 Prozent nicht umgesetzt werden können. Was sollte man also tun, um sein Leben zu entschleunigen und den Kopf für eine neue Sicht zu befreien?

1. Effizienz vermeiden wo es möglich ist, um das Gehirn auf den Status „lernen“ zu setzen.

  • Sie können zum Beispiel neue Wege zur Arbeit nehmen, auch wenn diese nicht so kurz und schnell sind
  • Ihre Lieblingsstrecke ein paar Tage entgegengesetzt laufen oder gleich ganz neue Strecken ausprobieren
  • weite Spaziergänge unternehmen (möglichst ohne Handy), um Ihren Gedanken freien Lauf zu lassen.

2. Bieten Sie dem Kopf Neues

  • Versuchen Sie manche Tätigkeiten des Alltags mit der linken Hand zu absolvieren (es sei denn sie sind Linkshänder ;-))
  • Wenn Sie einen Zeitungsartikel lesen und den Grundtenor verstehen, drehen Sie ihn um, hinterfragen Sie alles und suchen nach Thesen gegen die Auffassung des Artikels. (Vermutlich hätte Sie der Wahlausgang in den USA dann nicht überrascht.)

Durch solche Schritte ändert sich die eigene Perspektive unmerklich und langsam und doch ist es der Grundstein für eine neue Konditionierung des Gehirns.

Erst wenn das Gehirn wieder auf Empfang steht, macht es Sinn, diesem die richtigen Lektüre zur Fütterung anzubieten.

Wer die Einleitung verpasst hat findet sie hier.

Teil 2 finden Sie hier.

 

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    4 Gedanken zu „Querdenker Teil 1 – Unser Gehirn

    • 17/11/2016 um 12:30 am
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      Interessantes Thema. Diese Geschichte z.B. jeden Tag einen anderen Weg zur Arbeit fahren, habe ich schon öfters zwangsläufig (Verkehrsdichte) praktiziert. Diese subjektive Wahrnehmung der ‚Verlangsamung der Zeit‘ kann man an sich selbst da schön testen.
      Neue Urlaubsziele suggerieren auch z.B. eine ‚Verlangsamung‘.
      Wobei die Zeit ‚vergeht‘ trotzdem gefühlt schneller wie man es als z.B. unter 18 empfunden hat. 🙂

      Interessante Literatur aus meiner Sicht auch ‚Entgrenzte Welten‘ von Bätzing.

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    • 16/11/2016 um 12:08 pm
      Permalink

      Sehr richtig und vielen Dank für den Artikel.

      Diese Funktionsweise des Gehirns ist übrigens auf der Grund, warum die meisten nach dem „Ausstieg“ aus dem aktiven Arbeitsleben bzw. im Alter aufgrund von Reizarmut und zunehmenderr Monotonität erst geistig und dann auch körperlich relativ schnell abbauen.

      In diesem Zusammenhang wäre es dann auch interessant die wechselseitige Verbindung von Körper und Geist zu betrachten.

      Antwort

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