Internationale Festgeldkonten sind nicht risikolos

Die Deutschen lieben Festgeldkonten, obwohl die Zinsausbeute mehr als mager ist. Kaum zu glauben, aber Festgeldkonten sind beliebter als Aktieninvestments – kein gutes Zeichen für Deutschlands Aktienkultur! Der Grund hierfür kann nur in dem Glauben begründet sein, daß Kapital auf dem Festgeldkonto sicherer angelegt ist und so scheuen viele nicht den Blick ins benachbarte Ausland auf der Suche nach dem höheren Zins. Doch Vorsicht, Internationale Festgeldkonten sind nicht risikolos!

 

Verteilung der Geldvermögen

 

Festgeldkonten bieten noch immer eine höhere Verzinsung an, als Tagesgeldkonten, aber die Lage ist mittlerweile unübersichtlich geworden. Denn nicht immer sind die Zinsen für Festgeld bei einer Bank höher, als die Zinsen für Tagesgeld bei einer anderen Bank. Einige Banken haben sogar Strafzinsen für Festgeld eingeführt, was dazu führt, daß der Anleger nun Zinsen zahlen muß anstatt welche zu erhalten.

Die FAZ schrieb über das Geldvermögen in Deutschland an dieser StelleGut 24 Milliarden Euro investierten die Bundesbürger in den ersten drei Monaten 2017 in Versicherungen und Pensionseinrichtungen, die ähnlich wie Bankeinlagen als risikoarm gelten. Hier summieren sich die Bestände der privaten Haushalte auf rund 2136 Milliarden Euro.

Folgende Grafik von der Bundesbank / Sparbuch.info zur Illustration:

 

Festgeldkonten sind nicht risikolos
Höhe und Verteilung der Sparvermögen

Dies allein ist schon Grund genug, mal über den Tellerrand ins europäische Ausland zu blicken, denn meist winken dort höhere Renditen.

Mehr Rendite bedeutet normalerweise auch mehr Risiko

 

Die Idee zu einer europäichen Einlagensicherung entstand in der Eurokrise. Während der Krise flossen Billionen von Euro in marode Banken. Als Fazit dieser Finanzkrise keimte die Erkenntnis, daß die Schieflage einzelner Banken in Europa bereits das gesamte Finanzsystem ins Wanken bringen kann.

 

Die europäische Einlagensicherung sichert Kapitalanlagen bis 100.000 EUR. Bis zu dieser Summe ist das europäische Anlageland verpflichtet, das Kapital jedes Kunden im Falle eines Bankencrashs abzusichern. Ob jedoch das betroffene Land auch tatsächlich in der Lage ist, dieser Verpflichtung nachzukommen, bleibt auf den Ernstfall abzuwarten. (Artikel hier auf Trading-Treff zur Einlagensicherung)

Damit auch deutsche Sparer von den europäischen Angeboten partizipieren können, muß in dem Anlageland ein entsprechendes Konto bei der auslänsichen Bank eröffnet werden. Dies ist allerdings nur möglich, wenn auch ein Wohnsitz in diesem Land besteht, was selten der Fall sein dürfte. Abhilfe schaffen Zinsportale, über die sehr komfortabel eine Kontoeröffnung in dem ausgewählten Anlageland durchgeführt werden kann. Damit unterscheidet sich eine europäische Kontoeröffnung kaum von einer inländischen: Alle notwendigen Formulare können meist auf der Internetseite des Portals heruntergeladen bzw. direkt auf der Seite ausgefüllt werden. Über das bekannte Post-Ident-Verfahren wird die eigene Identität dann in einer Postfilliale oder daheim über den PC mit angeschlossener WebCam nachgewiesen. Der Anleger erhält nun ein Verrechnungskonto bei einer Partnerbank auf das die Einlage überwiesen wird. 

 

Ost- und Südeuropa kritisch beäugen

 

Eine Archillesverse der Plattformen sind die im Angebot geführten Banken, die in wirtschaftlich schwächeren Ländern sitzen. Eine Übersicht kann beispielsweise anhand des Länderratings der Agentur Moody’s eingesehen werden. In diesen Länder ist es oft unklar, wie viel Geld wirklich in dem Sicherungsfonds liegt, denn der publizierte Füllgrad der Einlagensicherungsfonds (https://www.weltsparen.de/news/blog/2017/08/spareinlagen-schutz-eu-einlagensicherung/) ist eher abschreckend. Im Falle einer Bankenpleite sind auch 0,8% nur ein winzigkleiner Tropfen auf einem kochenden Stein.

 

Festgeldkonten sind nicht risikolos
Quelle: Weltsparen.de

Fazit – Festgeldkonten sind nicht risikolos

Eine höhere Rendite, als sie derzeit auf Fest- oder Tagesgeldkonten geboten werden, ist auch inländisch zu realisieren. Wie heißt es doch so treffend: „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah“. Und wenn schon ein Risiko eingegangen werden soll, lohnt sich durchaus ein Blick auf alternative Investmentmöglichkeiten, wie dem Aktienmarkt. Die heimische, wirtschaftliche Stabilität im Blick zu halten erscheint da doch enfacher. Alles hat seine Vor- und Nachteile. Doch eines steht für mich fest, internationale Festgeldkonten sind nicht risikolos.

 

Bis zum nächsten Mal sagt Andreas Cara

 

Andreas Cara

Andreas Cara ist ein passionierter Unternehmer, Finanz-Freak und Gründer von NavigatorFX.com - dabei liegt sein Fokus seit 15 Jahren auf Finanzen und Technologie. Er bevorzugt im Trading Devisen und CFD's. Andreas Cara hat ein tiefes Verständnis von der Metatrader Programmiersprache MQL und erstellt automatisierte Handelssysteme, wie den DAX-Raptor, für die Handelsplattform Metatrader 4.

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.