Griechenland ist gerettet – endlich!

Sind die Schulden Griechenlands gesunken?

griechischer Sparhaushalt und seine Auswirkungen
Sparhaushalt und seine Auswirkungen
 

Griechenland verlässt den Rettungschirm – so lautet die Headline um das Land, das als Wiege der westlichen Zivilisation bezeichnet wird. Damit sollen die Griechen nun ohne ESM, EFSM und EFSF auskommen – soweit so gut.

 

Bevor Griechenland im Zuge der Finanzkrise an den Kapitalmärkten Probleme bekam, war die Verschuldung bei circa 109 % zum griechischen BIP im Jahre 2008. Allerdings stiegen diese Werte dann nach der großen Krise weiter um im Jahr 2011 die Marke von 170 % zu übersteigen. Doch durch den „Euro-Rettungsschirm“ gelang es der Eurozone dem vom Kapitalmarkt abgeschnittenen Griechenland auf die Beine zu helfen. Durch das griechische Sparprogramm gelang es, die Verschuldung zum BIP zu stabilisieren. Für diese Stabilisierung waren allerdings große Opfer nötig und das BIP hat sich in den Jahren des Sparprogramms fast halbiert. Doch das war es wert, denn  nun müssten die Griechen ja fast wieder schuldenfrei sein, oder nicht?

 

Die Verschuldung Griechenlands steht auf Rekordhoch

Gemessen an der Relation zwischen Schulden und BIP sieht die Lage nach Jahren des Sparens nicht wirklich besser aus – im Gegenteil. Wie die folgende Grafik zeigt, liegt die Verschuldung gemessen an der Wirtschaftsleistung Griechenlands nochmals deutlich höher als im Jahre 2011.

Staatsverschuldung von Griechenland zum BIP
Grafik mit Staatsverschuldung Griechenlands – 2017 und 2018 geschätzt

Quelle des Diagramms

 

Eine Rückkehr an den Kapitalmarkt in dieser Situation kann es nicht geben – jedenfalls nicht ohne eine beispiellose Nullzinspolitik durch die EZB. Wie ein Land wie Griechenland unter der Voraussetzung eines „normalen“  Zinsniveaus bestehen soll bleibt dabei allerdings völlig offen. Die Voraussetzungen für eine Normalisierung des Zinsniveaus sind jedenfalls weiterhin schlecht, denn auch wenn Mario Draghis Nachfolger am Ende eine andere Politik für richtig halten würde, so wäre eines klar: Die EZB würde nicht zusehen, wie Griechenland und im Anschluss Italien und Spanien  vom Markt abgeschnitten werden würden. Immerhin ist und bleibt Griechenland ein Krisenfaktor, den man in der Tat beherrschen kann. Bei Spanien und Italien sieht das völlig anders aus.

Griechenland – das war eine Rettung?

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