Google, Amazon und Facebook – Die FANG und das Goldene Zeitalter

Kommt es zu einem Kartellverfahren?

Google, Amazon und Facebook - Die FANG und das Goldene Zeitalter
 

Die großen Tech Giganten, die, egal wie man es dreht und wendet, mittlerweile eine monopolartige Stellung erlangt haben, sind in Gefahr. Damit ist nicht nur die Änderung des Global Industry Classification Standard gemeint, die Ende September in Kraft tritt, sondern eine weitere Front vergrößert sich. 

Dabei geht es um die Macht der Gatekeeper, die Öffentlichkeit über gezielte Suchergebnisse und Nachrichten Streams zu beeinflussen. Sei es die Manipulation des Konsumverhaltens (Google & Amazon) oder aber die politische Einflussnahme (Cambridge Analytica & Facebook & Google), beide Sphären werden dominiert von den genannten Spielern. Gegen diese Dominanz regt sich seit geraumer Zeit Wiederstand, der immer weiter an Stärke zunimmt.

 

Das Goldene Zeitalter und die FANG

Das Goldene Zeitalter oder auch The Gilded Age genannt, wird gemeinhin als die Zeit zwischen 1870 und 1900 definiert. Es war die Zeit von Andrew Carnagie, John D. Rockefeller, Jay Gould und J.P. Morgan. Alles Namen, die in die Geschichte der Industrialisierung eingegangen sind und die damalige Zeit auf eine Weise dominieren konnten, wie heutzutage die Tech Giganten.

Es tun sich hier erstaunliche parallelen zwischen dem Industrie- und Informationszeitalter auf. Beide wurden erst durch Technologische Durchbrüche ermöglicht, in dessen Folge Dinge, Produktionsprozesse, Logistik, etc. neu geordnet wurden. So kam es das Rockefeller und Co. ihre Monopolstellung erlangten und ihre Macht missbrauchten.

Doch auch der Technologische Wandel und dessen Einfluss auf die Gesellschaftlichen Angelegenheiten, darf nicht Unterschätzt werden:

“During the 1870s, the wrenching forces of modernization achieved maximum torque on the old ways of living and governing and doing business. The captains of modernity, the Carnegies, the Rockefellers, the Goulds, and their admirers…reveled in the change. Probably half the country hated it.” – Charles R. Morris’ book, The Tycoons: How Andrew Carnegie, John D. Rockefeller, Jay Gould, and J.P. Morgan Invented the American Supereconomy

Selbst zwischen den Personen zeichnen sich Überschneidungen ab, wozu Morris folgendes schrieb:

“The company’s competitive advantage it appears, was mostly Carnegie—his relentless pressure, his hounding to reduce costs, his instinct to steal any deal to keep his plants full, his insistence on always plowing back earnings into ever-bigger plants, the latest equipment, the best technologies. Other companies went through cycles of rise and decline, as founders got comfortable, shareholders demanded payouts, or good times allowed workers and managers to cruise a bit… But for twenty-five years Carnegie never let up.” – Charles R. Morris’ book, The Tycoons: How Andrew Carnegie, John D. Rockefeller, Jay Gould, and J.P. Morgan Invented the American Supereconomy

Carnegie never let up. Chancen des Wandels erkennen und hemmungslos umsetzen, wenn sie funktionieren. Kein zurücklehnen und entspannen, sondern permanenter Angriff war damals die Devise. Wachstum, Wachstum, Wachstum. Etwas was uns bekannt vorkommen sollte, denn diese Strategie wird auch von den heutigen Akteuren verfolgt.

Infolge der zunehmenden Monopolstellungen der Unternehmen, die von oben genannten Personen kontrolliert wurden, kam es zum Sherman Antitrust Act, da sich der Widerstand aufgrund des offensichtlichen Machtmissbrauchs nicht mehr ignorieren ließ.

Der Antitrust Act wurde 1890 in Kraft gesetzt und dessen Durchsetzung begann. Doch eins muss man hierbei unbedingt erwähnen, solche Prozesse benötigen eine lange Zeit. Das Gesetz wurde 1914 erweitert mit dem sogenannten Clayton Antitrust Act, welcher einige vorherige Lücken schloss.

Die Zeit der großen Trusts endete in etwa zwischen 1904 und 1911.

Da kein neues Gesetz beschlossen, sondern nur bestehendes angewendet werden muss, wird es wohl keine 20 Jahre benötigen, die jetzigen Kartelle zu brechen. Die Änderung des GICS und die damit verbundene Neuzuordnung einiger Unternehmen des FANG Universums ist ein erster Schritt in diese Richtung, doch da kommt noch mehr.

Gefahr für Alphabet Facebook und Co – GICS Re-Klassifizierung

 

Trump nimmt die Fährte auf

Gestern Abend wurde folgende Meldung veröffentlicht:

Es ist nicht das erste mal, dass sich Trump zu den Konzernen äußert. Schon zuvor sah er die Rolle von Google und Co. kritisch und kritisierte sie immer wieder, doch auch so kommt Druck auf.

Zur Zeit läuft eine Petition, welche den Titel Protect Free Speech in the Digital Public Square trägt. Dazu fand ich folgendes Kommentar eines bekannten Autors recht amüsant.

Und ja auch wenn man Trump, seine Art und Anhänger vielleicht nicht leiden kann, sollte man sie sich trotzdem äußern lassen. Dem ist leider nicht mehr so und das, was nicht gehört werden will, weil die Meinung von der eigenen abweicht wird ausgeschlossen. Alternativloser Totalitarismus, entweder für uns oder dein Digitales Dasein wird beendet, indem die Seiten im Nirvana der Suchergebnisse verschwinden oder Accounts gesperrt werden.

Es verschwanden mehr als nur reine Hassseiten aus den Suchergebnissen. Auch die Nachrichten Streams werden durchgehend von Anti-Trump Berichten geflutet. Etwas, was nicht nur von Trump zurecht kritisiert wird, denn heute ist es Trump und es mag in Europa kaum jemand bedauern, doch es ist kurzsichtig solche Beeinflussung zu ignorieren.

Wo kommt es noch zu einer solchen einseitigen Beeinflussung durch die Monopole oder wird es in Zukunft kommen? Und welche Gefahr birgt dieses Verhalten für die Gesellschaft und das Recht auf Selbstbestimmung sind die Fragen die in einem aufkommen sollten.

Nicht nur Trump sieht die Stellung der Konzerne kritisch und die Stimmen für eine Untersuchung werden lauter. Das birgt Gefahren, die man als Anleger antizipieren sollte, bevor man in die entsprechenden Aktien investiert. Der Ausgang und die folgenden Konsequenzen sind hier vollkommen unberechenbar, doch die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kartellverfahren in den nächsten Jahren kommen könnte, darf nicht unterschätzt werden.

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