Goldman Sachs hat die Quelle der Unruhe gefunden

Goldman Sachs hat die Quelle der Unruhe gefunden
Goldman Sachs hat die Quelle der Unruhe gefunden
 

Seit den Februar Unruhen gab es wilde Spekulationen darüber, was denn nun wirklich diese ausgelöst hat. Manche zeigten mit dem Finger auf die High Frequency Trader, andere verwiesen auf die ansteigenden Zinsen oder die Inversen Volatilitätsprodukte. Doch hier lagen bisher wohl alle Seiten falsch. Wie Marketwatch berichtet, hat Goldman Sachs die wahren Schuldigen ausgemacht.

 

Ja, es hat ein wenig gedauert, doch die Investmentbank Goldman Sachs hat eine gute Nachricht für uns – der Schuldige ist gefunden.

 

Die Verursacher der Februar Turbulenzen

Wie zuvor erwähnt, galten bisher die High Frequency Trader und die fehlerhaft konstruierten inversen Volatilitätsprodukte, als die Verursacher der Krise. Doch, wie auf Marketwatch zu lesen, hat Goldman Sachs jetzt die wahren Schuldigen gefunden.

Die normalen privaten Investoren waren es, nicht die HFT, nicht die Zinsen, nicht die mangelnde Liquidität, nicht das fragile Short Volatility Universum oder gar die inversen Produkte, nein, die US Anleger. Doch wie konnte das geschehen?

 

Steigende Zinsen gleich steigender Dollar?

 

Da hat Goldman Sachs doch eine ganz einfache Erklärung, nämlich folgende:

Die Haushalte halten allein 36% vom US Aktienmarkt. Dieser hat einen aktuellen Wert in Höhe von ca. $46 Billionen USD. Das ist allerdings noch nicht das Problem gewesen, denn das kommt jetzt. Die Anleger haben Anfang 2018 wesentlich aktiver gehandelt.

Die Umsätze gingen in Folge der Inflationsangst und den steigenden Zinsen in die Höhe, doch parallel dazu verpuffte die Liquidität. Da kann man nur sagen, was fällt diesen Anlegern auch ein handeln zu wollen! Und dann auch noch in einer solchen Situation – unglaublich.

Sie sehen nicht die High Frequency Trader haben es verursacht, sondern die Kleinanleger, die sich erdreistet haben handeln zu wollen.

 

Lassen Sie sich nicht an der Nase herumführen

Verarschen kann man sich auch selbst und benötigt GS nicht dafür. Was die Bank da „rausgefunden“ hat ist wider besseren Wissens. Erst vor kurzem war in einem Artikel auf Zerohedge zu lesen, dass GS die HFT im Verdacht hat die Liquidität negativ zu beeinflussen. Denn wenn sie am nötigsten ist, genau dann verpufft sie im Nirwana und ein offensichtlich Liquider Markt trocknet plötzlich aus.

Wie sich ein solcher Markt anfühlt konnte jeder Anleger, Investor & Trader im vergangenen Februar und den darauf folgenden Wochen am eigenen Leib erfahren.

 

Die Februar Unruhen im e mini S&P 500 Future
e mini S&P 500 Future (ES) Bar Tages Chart: Die Februar Unruhen

 

Die Liquidität des e mini S&P 500 Future erreichte in guten Momenten gerade einmal das Niveau einer Bananenrepublik. Und genau das liegt an den HFT, denn diese haben die üblichen Liquiditätsprovider aus dem Markt verdrängt, wie auch die vielen anderen Trader, die einst wichtig für die Liquidität waren. Diese beiden Gruppen waren es, die noch vor zehn Jahren für genügend Liquidität in den verschiedensten Märkten gesorgt haben.

Diese einst „heile Welt“ gehört der Vergangenheit an und der Markt wird im kurzfristigen Bereich durch HFT maßgeblich dominiert. Die Programme schieben sich gegenseitig die Future Kontrakte zu und zerstörten damit einst gültige Trading Pattern, an denen sich zuvor Scalper, Floor Trader etc. noch orientiert haben.

Die Konsequenz daraus ist, dass die Liquidität in dem Moment verpufft, in dem sie am dringendsten benötigt wird. Das führt zu einer Verstärkung der Volatilität und kann im Endeffekt zu einer sich selbst verstärkenden Schleife werden.

Nicht die Privaten Anleger & Investoren waren die Verursacher, wie es jetzt GS herausgefunden haben will, sondern die nicht vorhandene Liquidität Aufgrund der Dominanz der HFT führte zu den Februar Ereignissen.

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