Gold Re-Monetarisierung durch Basel III – De-Dollarisierung im Anflug?

Quelle: Pixabay CC0 Creative Commons
 

Das Barbarische Relikt oder auch Gold genannt bekommt durch die Basel III Regulierung ab 2019 einen neuen Rang zugewiesen. Bisher war das Gold als Rohstoff zu bewerten und musste dementsprechend mit Eigenkapital hinterlegt werden. Doch durch die Regulierung wird das Edelmetall nun Re-Monetarisiert.

 

Gold Neue Stellung durch Basel III

 

Durch die Basel III Regulierung wird Gold in der Risikobewertung dem Cash Bestand gleichgestellt. So steht es zumindest in den Basel III: Finalising post-crisis reforms im Abschnitt 14 Other Assets Paragraph 96:

96. A 0% risk weight will apply to (i) cash owned and held at the bank or in transit; and (ii) gold bullion held at the bank or held in another bank on an allocated basis, to the extent the gold bullion assets are backed by gold bullion liabilities.

Ob diese neue Stellung eine Preisveränderung im Gold selbst verursachen wird ist jedoch fraglich. Dennoch ist hervorzuheben, dass es zum ersten mal seit dem Fall vom Bretton-Woods-System einer Währung gleichgestellt ist und nicht mehr als Rohstoff bewertet wird.

Auch die Entwicklungen weltweit zeigen, dass dem Edelmetall eine neue Gewichtung gegeben wird. Anders ist der massive Ankauf von Gold durch die Zentralbanken Chinas, Russlands, Kasachstans, usw. nicht zu erklären. Ein solches Verhalten lässt darauf schließen, dass eine schleichende De-Dollarisierung stattfindet. Der Grund dafür scheint auf der Hand zu liegen, denn der USD wird immer mehr als eine Waffe gegenüber anderen Staaten eingesetzt.

Hier liegt die Vermutung nahe, dass sich die Länder darauf vorbereiten das Gold als Waffe gegen die USD Dominanz und damit gegen die USA einzusetzen.

 

Niedriger Lagerbestand der Comex

 

Der Lagerbestand im Comex Lager ist erneut auf einem Tiefpunkt angekommen. Einer Unze im Lager stehen über 360 Ansprüche gegenüber.

Schaut man sich hier im Tweet gezeigten Chart einmal an, so möchte man meinen, dass es ja eigentlich keine dramatische Entwicklung ist und sie schon öfters vorkam. Doch schaut man nun auf die Bewegungen die vom bedeutendsten Edelmetall Handelsplatz ausgehen, könnte der Verdacht aufkommen, dass hier eine „Krötenwanderung“ stattfindet.

 

Kurzfristig gibt dies heute dem Goldpreis zumindest Auftrieb:

 

Goldpreis bricht aus: Aufwärtsbewegung zum Wochenausklang KW46

 

Krötenwanderung von London nach Beijing

 

Es wird massig Gold aus England und den USA in die Schweiz Importiert und die Statistik drängt die Schlussfolgerung auf, dass dieses sogleich nach China, Hong Kong und Indien exportiert wird. Glasperlen für Land oder in diesem Fall, Papier für Gold.

Wie auch immer die Staaten der SCO ihr erworbenes Gold gedenken einzusetzen, es wird ein Schachzug sein, um den USD zu entmachten und sie von der mit dem US Dollar einhergehenden ständigen Bedrohung zu befreien. Es wäre jedenfalls ein recht logischer Schritt, wenn man einmal die Sanktionslisten der vergangenen 20 Jahre betrachtet.

Dementsprechend könnte dem Gold eine glänzende Zukunft winken, denn die aktuelle Angebots- und Nachfragesituation wird sich irgendwann auflösen müssen. Hierbei sollte man auch das Silber nicht vernachlässigen, denn der kleine Bruder des Goldes ist im Moment mit einer Gold Silver Ratio von fast 85 relativ günstig bewertet.

Insgesamt ist in der heutigen Zeit eine Physische Edelmetall Position keine schlechte Portfolio Ergänzung. Denn die Edelmetalle dienen einem nicht nur als eine Art Inflationsschutz, sondern auch als eine Art Crédit Default Swap auf die Schulden der Staaten.

 

Gold als sicherer Hafen oder doch nur Mythos?

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