Gazprom oder Rosneft – wer macht das Rennen um die Seidenstraße

Ölunternehmen Gazprom und Rosneft

Wie Profitieren Russische Unternehmungen von der Seidenstraße?
Wie Profitieren Russische Unternehmungen von der Seidenstraße?
 

Die wirtschaftliche Initiative entlang der Neuen Seidenstraße geht eindeutig von China aus. Sie sind es, die die alten Routen wiedererwecken. Im Gegensatz zu China fehlt es in Russland an starken Banken und Devisenreserven. Daher ist die Vorfinanzierung von Großprojekten wie der Bau von Häfen, Bahnstrecken oder Kraftwerke schwierig. Dennoch scheint es so als hätten sie eine Möglichkeit gefunden, um an der Seidenstraße zu partizipieren. Dabei liegt das Augenmerk vor allem auf den russischen Ölunternehmen. Doch ob Gazprom oder Rosneft am Ende die Nase vorn haben werden bleibt abzuwarten.

Schon heute profitiert Russland von der Seidenstraße, doch bisher dient das Land eher als Durchgangskorridor in Richtung Europa. Der nördliche Korridor, der China-Mongolei-Russland Economic Korridor, ist einer der drei großen Landkorridore Richtung Europa.

 

Wo verläuft die Seidenstraße?

 

Der zukünftigen Verlauf der Seidenstraße, ist in der folgenden Grafik ansehnlich dargestellt:

Verlauf Seidenstraße

Verlauf der Seidenstrasse
Verlauf der Seidenstrasse

Courtesy of: Visual Capitalist
Die Seidenstraße ist eigentlich ein weltumspannendes Projekt, dass die Wirtschaft und Softpower Chinas stärken soll. Neben der Einbindung Russlands als Transportkorridor, ist es zusätzlich ein wichtiger Partner für das Asiatische Supergrid. Daneben bietet Russland als eine Art Kornkammer eine stetige Versorgung mit Nahrungsmitteln. Doch das alles wird eher geringe Einnahmen generieren. Es gibt jedoch weitere Projekte, die Russland nützen könnten.

 

Aktivitäten von Lukoil, Gazprom und Rosneft

 

Die Russischen Energieunternehmungen wie Rosneft, Gazprom und Lukoil haben eine Möglichkeit gefunden im Fahrwasser Chinas von der Seidenstraße zu profitieren.

In den Fokus der Energieunternehmungen sind bisher drei Länder gerückt. Diese sind der Iran, Pakistan und Indien. Im Iran konnte sich Rosneft im November vergangenen Jahres einen Deal in Höhe von 30 Mrd. USD sichern. Darüber hinaus könnten in Zukunft noch weitere Deals mit dem Iran zustande kommen.

Daneben gilt Pakistan als ein attraktives Ziel. Dort entsteht der China Pakistan Economic Corridor (CPEC), bei dem es sich nicht nur um den Ausbau von Straßen und Häfen handelt. Hier wird auch die Energieinfrastruktur massiv ausgebaut, von den bisher zugesagten Projekten in Höhe von 62 Mrd. USD, gehen 64% in den Bereich Energieerzeugung und Verteilung. Hier spielen Gaskraftwerke eine wichtige Rolle und damit öffnet sich eine Tür für die russischen Gasproduzenten und mit ihnen assoziierte Unternehmungen.

Eine weitere Perle auf der Indizienkette ist der Kauf von Essar Oil Vadinar Port, einem Hafen im indischen Bundesstaat Gujarat. Es sollte nicht verwundern, wenn es zukünftig der indische Umschlagplatz überhaupt für russisches Öl wird.

Die russische Öl- und Gaskette erstreckt sich von Chabahar im Iran, über Gwadar und Karachi in Pakistan auf Vadinar in Indien.

Daneben wurde von einer indischen Gruppe eine Pipeline angedacht, die Gas aus dem Iran und Omar zum indischen Subkontinent leiten soll. Ihren Startpunkt hätte sie in Chabahar und würde in dem Bundesstaat Gujarat indischen Boden erreichen. Eben jenen Bundesstaat in dem Vadinar liegt.

 

Gazprom oder Rosneft als Profiteure?

 

Das russische Ziel scheint klar zu sein: die Versorgung des indischen Subkontinents mit Gas und Öl, solange diese Rohstoffe noch nachgefragt werden. Dieser Umstand lenkt die Aufmerksamkeit auf die beiden Öl-Giganten Gazprom und Rosneft.

 

Gazprom oder Rosneft - Wer hat am Ende die Nase vorn?
Gazprom und Rosneft im Chartvergleich

 

Der russische Vorteil ist es, dass mit Pakistan nicht so enge Verbindungen unterhalten werden, wie es China tut. Auch so pflegt Russland eine recht entspannte Beziehung mit Indien. Damit stehen ihre Chancen sehr gut auf dem wachsenden indischen Energiemarkt Fuß zu fassen.

Während China Kraftwerke, Straßen, Häfen, etc. baut, sichert sich Russland allen Anschein nach einen kleinen Happen vom großen Kuchen Namens Seidenstraße.

Allerdings stellt sich für Aktionäre noch die Frage, ob Gazprom oder Rosneft zum Zuge kommen werden und die Versorgung über eine Pipeline erfolgt oder eben über Tankschiffe. Beide Möglichkeiten sind gegeben und beide russischen Energieunternehmungen haben die besten Voraussetzungen, zwischen den drei Ländern eine Einigung zu erzielen. Ein Umstand, der aufgrund der wechselvollen Geschichte zwischen Iran, Pakistan und Indien ansonsten fast unmöglich erscheint.

Als ein kleines chinesisches „Goodie“ ist nun auch der Öl Handel in Yuan möglich, eine Tatsache die den Iran sicherlich erfreuen wird und selbst Russland nicht unberührt lässt. Denn sie sind es, die immer wieder von Sanktionen bedroht werden.

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