Finanzielle Unabhängigkeit: Realitätscheck

 

Kapitalismus / Marktwirtschaft – seit Ende des sogenannten „kalten Krieges“ (1990 – Deutschland wird wiedervereinigt, 1991 – die Sowjetunion löst sich auf und geht in die GUS, die „Gemeinschaft unabhängiger Staaten“, über) hat sich dieses Wirtschaftssystem größtenteils durchgesetzt. So gibt es etwa laut Forbes in der ehemaligen roten Supermacht China mehr Milliardäre als in den USA. Warum kann eigentlich nicht jedermann / -frau Finanzielle Unabhängigkeit erreichen? Kann es in diesem Wirtschaftssystem per Definition keine „breite Oberschicht“ geben? Zur Erinnerung – das Gesamtpaket Vermögenssituation ist immer die Summe aus dem Marktwert meiner Vermögenswerte und dem Marktwert meiner Arbeitsleistung.

Wenn man zum Zeitpunkt des Schulabgangs keine Startvorteile hat (vermögendes Elternhaus, Ausnahmeerscheinung in einer populären Sportart, oder Hochbegabung), kann man eigentlich nur „über Nacht“ vermögend werden, wenn man reich heiratet oder im Lotto gewinnt. Allerdings ist die Gewinnwahrscheinlichkeit bei einer verschwindend geringen Quote von 1:14.000.000 bei „6 aus 49“. Dieser Traum ist also unwahrscheinlich. Doch welche Möglichkeiten stehen uns offen, um finanziell unabhängig zu werden? Lohnt die Gründung eines Unternehmens? Sollten Sie Künstler werden? Oder muss man ein Genie sein, um finanziell erfolgreich zu werden? Die Antwort auf diese Fragen finden Sie in dem folgenden Text.

 

Finanzielle Unabhängigkeit – es gibt verschiedene Möglichkeiten

In dem folgenden Abschnitt finden Sie Ideen und die Erfolgsaussichten für einzelne Möglichkeiten finanziell unabhängig zu werden. Ob Selbstständigkeit, Genie oder Künstler, jeder Weg hat Vor- und Nachteile.

 

Finanziell unabhängig durch Gründung eines Unternehmens?

Kann man versuchen, aber von allen Neugründungen in einem bestimmten Jahr sind zehn Jahre später geschätzte 94% wieder aus dem Handelsregister verschwunden. Ob nun Insolvenz oder einfach weil der Ertrag so gering war – in jedem Falle sind sie verschwunden. Die Idee muss also schon richtig gut sein, um diesen Weg zu gehen.

 

Spekulative Kapitalanlagen – der Weg zur Finanziellen Unabhängigkeit?

Ob nun börsliche oder außerbörsliche Aktivitäten (z.B. das Finanzieren von Low Budget Filmen oder sich an Start Ups beteiligen) – die Bilanz ist ernüchternd. Geschätzte 95 % Verlierer! Das heißt: die meisten Privatanleger die „mehr“ wollen, als risikofreie Anlagen wie Lebensversicherungen oder Bausparen abwerfen, verlieren letztlich Geld. So ist der Terminhandel zum Beispiel ein globales Nullsummenspiel – für jeden Gewinner gibt es im entsprechenden Kontrakt immer einen Verlierer. Zusätzlich verschlechtert das Thema Gebühren die Ausgangssituation deutlich. Lesen Sie dazu bitte folgenden Beitrag: Grundüberlegung zum Trading.

Nur ganz wenige Menschen schaffen eine wirklich überdurchschnittliche Performance. So konnte George Soros in seinem Quantum Fund 35% p.a. erzielen. Im Zeitraum 1969 -1994 (25 Jahre) ist diese Leistung wohl weltweit einmalig. Kein anderer Managed Account oder Fonds konnte eine vergleichbare Performance generieren.

Finanziell frei durch Arbeit im Angestelltenverhältnis?

Ein Arbeitnehmer, der nach ganz oben will mit entsprechender Vergütung für Spitzenmanager / CEOs, muss sich in großen Konzernen gegen seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durchsetzen (Volkswagen hat z.B. 600.000 Mitarbeiter/innen weltweit, die Deutsche Bahn 300.000 lt. Geschäftsberichten aus dem Jahr 2016). Es können nun mal nicht alle Angestellten die Gehälter des Managements beziehen. Die Vorstellung wäre völlig unrealistisch.

Sollten die Gewerkschaften mit der Forderung „Big Boss pay 4 all“ in die Tarifverhandlungen ziehen – also z.B. 14 Millionen € für alle Beschäftigten im Volkswagenkonzern als Jahresgehalt fordern (Winterkorn Jahresgehalt vor seinem Rücktritt 2015) – das wäre das fünfzigfache des Vorjahresumsatzes an Personalkosten. Das dürfte auch die gesündeste Bilanz in die Knie zwingen.

Setzt man die Lohnkosten relativ zum Jahresumsatz eines Unternehmens, dürfte maximal das 0,6 – 0,7 fache in wenig kapitalintensiven Branchen, wie dem Investmentbanking, drin sein. Deutlich tiefer dürfte sie im produzierenden Gewerbe liegen.

 

Die Verlierer unter den Arbeitnehmern

Wer sind die größten Verlierer der Marktwirtschaft? Die Jobber, deren alleinige Existenzgrundlage der gesetzlich vorgeschriebene Mindestlohn (8,84 € / h im Jahr 2017) oder mindestlohnnahe Tätigkeit ist, gehören eher zu den Verlieren. Sparen kann man bei solch einem Nettolohn nicht! Und selbst diese Art der Jobs sind nicht genügend für alle vorhanden.

Das Problem am kapitalistischen Wirtschaftssystem ist die enorme Produktivität! Diese soll zur deutschen Wende laut Spiegel bei circa dem Doppelten in der BRD relativ zur DDR gelegen haben. Die DDR hatte eine kommunistisch organisierte Planwirtschaft und hätte am Weltmarkt nicht bestehen können.

Nehmen wir ein geschöntes Szenario an: Alle, wirklich alle offenen Stellen in der BRD (Vollzeit) werden aus dem Pool der erwerbsfähigen Arbeitslosen besetzt – das ginge natürlich nur in der Theorie wegen Qualifikationsmängeln, örtlicher Bindung etc. wäre das praktisch nicht durchsetzbar. Aber selbst in diesem „rosaroten“ Szenario blieben mehr als 1 Millionen Menschen ohne Arbeit. Und diese Lage könnte sich durch Industrie 4.0 sogar noch verstärken. Lesen Sie dazu bitte folgenden Text: Auswirkungen der Industrie 4.0 auf unser Leben

Letztlich geht es darum, zu verstehen, dass der Wettbewerb im Kapitalismus immer um begrenzte Ressourcen stattfindet.

So kämpfen Unternehmen um Marktanteile in den entsprechenden Branchen. Auch die möglichen Gewinne eines Unternehmens sind begrenzt. Nicht jeder Gewerbetreibende (Kneipe, Copyshop, Tankstelle, Yogastudio etc) kann wie Facebook 10 Milliarden US-Dollar Nachsteuergewinn in einem Geschäftsjahr (2016, Börsenkürzel „FB“, WKN: A1JWVX“) erwirtschaften.

 

 

Finanziell freie Künstler – Mangelware

Die meisten Künstler machen finanziell gesprochen die Sockelerfahrung der brotlosen Kunst. Sie werden oftmals gar nicht oder kaum gebucht bzw. generieren keine nennenswerten Umsätze mit ihrem kreativen Output. Die ganz wenigen Ausnahmen, deren Name die Kasse klingeln lässt, sahnen natürlich ab (erfolgreiche Schauspieler, Musiker oder Regisseure). Im Grunde genommen sind diese am Markt sehr hoch bewertet Freiberufler (A-Lister wie Tom Cruise, Robert Downey Jr. oder früher Arnold Schwarzenegger kriegen pro Film um die 20 Millionen US-Dollar Gage + Beteiligung am Einspielergebnis in allen Formaten).

Je niedriger die Eintrittsbarierre eines Marktes ist, desto mehr Anbieter werden tendenziell auftreten und am Ende enttäuscht das Handtuch schmeißen. Eigentlich kann jedermann ein Profil von sich anlegen und bei einer Künstleragentur hinterlegen. Ob nun „Bucht mich, wenn Ihr wollt“ oder die eigenen Ergüsse als Schriftstellerin / Schriftsteller im PDF Format online anbieten UND damit das Lektorat etablierter Verlage kurzschließen (denn Sie sollten wissen, 99% der eingesandten Manuskripte werden dort gar nicht gelesen).

Finanzielle Unabhängigkeit durch Malen?
Finanzielle Unabhängigkeit durch Kunst?

 

Genialität als Möglichkeit der finanziellen Freiheit?

Angeblich gibt es nur wenige wirklich geniale Menschen weltweit. Diese Bedingung ist für diese Menschengruppe bereits ein hohes Gut. Immerhin ist Knappheit, bei der Preisgestaltung in der Marktwirtschaft, wirklich wichtig. Jetzt stellen Sie sich vor, es gebe einen Wirkstoff, der den Konsumenten hochbegabt werden lässt – und jeder kann ihn sich leisten. Was würde nun geschehen?

Hochqualifiziertes Spezialwissen, dessen Anbieter bisher saftige Stundensätze verlangen konnten – würde von immer mehr Freiberuflern auf solch hohem Niveau angeboten werden. Wie in der Marktwirtschaft üblich, würden die Stundensätze sofort sinken. Eben noch 120 € die Stunde, doch der erste geht runter auf 110 € – und so weiter.

Der Rest müsste ebenfalls immer weiter nach unten nachziehen. Die Nachfrager können aus einem immer größer werdenden Pool von Anbietern auswählen!

Doch noch gibt es dieses Mittel nicht. Genialität hat in diesem Sinne nicht die schlechtesten Voraussetzungen.

Finanzielle Unabhängigkeit

Die Wohlstandsverteilung

Wir fassen zusammen. Der Wohlstand in einem marktwirtschaftlich organisierten Wirtschaftssystem ist folgender Maßen verteilt: Ein breiter Sockel der Bevölkerung befindet sich am oder nahe des Existenzminimums. Dieser Anteil der Bevölkerung hat keine realistische Möglichkeit, diesem zu entkommen. Natürlich befinden wir uns in Zeiten der „Erbengeneration“. Doch auch die zu erwartenden Erbschaften sind sehr ungleichmäßig verteilt. Diese Hoffnung existiert also ebenfalls für die Wenigsten.

Das Wirtschaftswachstum (2% BIP jährlicher Zuwachs sind lt. McKinsey realistisch und machbar) ist letztlich die Welle, die alle heben soll. Vor allem und gerade die ärmere Bevölkerung. Der reichen Bevölkerung geht es natürlich tendenziell immer gut. Selbst wenn die Wirtschaft schrumpfen sollte, reichen die Vermögen oftmals aus, um harte Zeiten zu überstehen.

Eine Gesellschaft, in der Fürsorge und das Prinzip des Sozialstaates nicht nur Lippenbekenntnisse sind, muss sich daran messen, wie sie das Leben der sog. Unterschicht gestaltet bzw. dieser Teilnahme am öffentlichen Leben ermöglicht. Eine zuletzt oft diskutierte Möglichkeit ist das bedingungslose Grundeinkommen, kurz BGE. Dazu haben die Ökonomen Weik & Friedrich bereits Stellung bezogen.

 

Die Aktie – Mittel zur finanziellen Unabhängigkeit

Die börsennotierte AG (IPO / Börsengang = Teilverkauf des Unternehmens an die Öffentlichkeit) ermöglicht den „Wunsch nach mehr“ – also relativ zum als risikolos eingestuften Zinssatz auf das eingesetzte Kapital mehr Rendite. Allerdings sollte man Aktien nicht als Papierschnipsel zum Zocken sehen, sondern als das, was sie sind -> Unternehmensanteile!

Diese ermöglichen Ihnen als Aktionär am zukünftigen finanziellen Erfolg des Unternehmens teilhaben zu können. Durch die Wertsteigerung des Unternehmenswertes, oder auch die Dividenden. Allerdings bleibt die Frage nach der Unternehmensbewertung offen. Was wäre im Vergleich auf der risikofreien Seite drin?

Die sogenannten Cash Flows, also die „entnehmbaren Auszahlungsüberschüsse“, sind für einen Investor die Größe die zählt. Habe ich – ganz allgemein gesprochen – aus einem beliebigen Vermögenswert mehr Ertrag erhalten, als ich investiert habe, hat sich die Investition grundsätzlich gelohnt.

Beim Börsengang / IPO stehen sich grundsätzlich zwei Parteien gegenüber:

der Investor mit langfristigem Anlagehorizont will möglichst viel zukünftigen Ertrag für möglichst wenig Einkaufspreis erwerben (zukünftige Cashflows zu einer möglichst geringen Bewertung – der Marktkapitalisierung des Unternehmens beim Börsengang)

Altaktionäre, die ihren Aktienbestand in die Emission hinein verkaufen, wollen natürlich einen möglichst hohen Erlös relativ zu den zu erwartenden Ertägen (d.h. eine möglichst hohe Unternehmensbewertung / Marktkapitalisierung gegenüber den Cashflows).

 

Zwei Beispiele für ganz unterschiedliche Aktieninvestments

  • Es herrscht ein sehr altaktionärsfreundliches Kapitalmarktklima (Kleinanleger sind leichtgläubig). Der Börsengang des Unternehmens Openshop im Frühjahr 2000 steht an. Damals waren um die 5 Prozent risikofrei /-arm bei Staatsanleihen höchster Bonität möglich. Aktionäre verzichteten sozusagen auf 50 Millionen DM Zinsen pro Jahr (eine Milliarde DM Marktkapitalisierung konnten die Investmentbanken damals beim Bookbuilding durchsetzen) und erhielten im Gegenzug ein Unternehmen, bei dem bei gut drei Millionen DM Umsatz im Jahr 1999 gar nicht klar war, wann oder ob es überhaupt die Gewinnschwelle erreichen würde. Es folgte dann das sog. „Platzen der Internetblase“ am Neuen Markt. Es zeichnete sich ab, dass die Unternehmen diesen schon fast grotesken Vertrauensvorschuss in die zukünftige Profitabilität nicht würden erfüllen können. Aktionäre mussten nach dem Erwerb der Anteile de facto Totalverlust auf das eingesetzte Kapital hinnehmen. Lt. Egbert Prior (Analyst & damaliger Verfasser von „Prior Börse“) sei das Einfache des VJ Umsatzes oder sogar weniger bei Unternehmensverkäufen unter Kleingewerbetreibenden üblich. Davon war der Neue Markt meilenweit entfernt.

 

  • Der Börsengang des Unternehmens Microsoft (Kürzel „MSFT“) im Jahr 1986 steht an. Die Marktkapitalisierung beträgt um die 520 Millionen US-Dollar (ausstehende Aktien x Ausgabepreis). Ein vermögender Investor, der dieses Unternehmen wirklich hätte kaufen können (Gates & Co wären dann seine reguläre Angestellten geworden) hätte ein gutes Geschäft gemacht. Er hätte ein Vielfaches des Kaufpreises als Ertrag generieren können. Im Jahr 2003 kündigte Microsoft dann direkte Ausschüttungen (Dividenden) & indirekte Ausschüttungen (Aktienrückkauf) im Gesamtwert von fast 80 Milliarden US-Dollar an. Der Investor hätte eine regelrechte Gelddruckmaschine erworben, die eine Investition in die 30-jährige Staatsanleihe (damals um die 7% p.a. In den USA) weit outperformt hätte.

 

Finanzielle Unabhängigkeit – nicht leicht, aber doch möglich

So unterschiedlich kann ein Aktienkauf verlaufen. Und für beide Arten des Verlaufs, lassen sich unzählige Beispiele finden.  Drum Augen auf beim Aktienkauf! Auf dieser Seite stellen Ihnen die Autoren interessante Werte vor. Nehmen Sie diese Ideen als Anregungen. Doch am Ende müssen Sie selbst entscheiden, welche Investments zu Ihnen passen. Bitte schauen Sie dabei auch auf unseren Autorenseiten vorbei

Bis zum nächsten Mal sagt,

Jan Reichenbach.

 

 

 

Quellen :

https://www.computerwoche.de/a/deutscher-spaetstarter-will-den-weltweiten-e-shop-markt-aufmischen,1073944

http://www.independent.co.uk/voices/letters/letter-soros-and-quantum-fund-1370584.html

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13502495.html

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/goldman-sachs-investmentbanker-wird-es-immer-geben-muessen-11636942.html

http://archive.fortune.com/magazines/fortune/fortune_archive/1999/11/22/269071/index.htm

Looking back: Microsoft IPO, March 1986

https://www.wsj.com/articles/SB1042311223645379424

https://www.forbes.com/sites/timworstall/2015/02/10/if-microsoft-has-92-billion-in-cash-then-why-has-it-just-borrowed-10-75-billion/#206acc2a7b0a

http://www.macrotrends.net/2521/30-year-treasury-bond-rate-yield-chart

http://www.aktiencheck.de/wissen/Artikel-Openshop_Bewertung_hochgegriffen-147307

https://www.arbeitsagentur.de/presse/2017-20-der-arbeitsmarkt-im-september-2017

 

Ergänzende Quellen (Update 05.12.2017):

https://www.inc.com/bill-carmody/why-96-of-businesses-fail-within-10-years.html

http://chinese-school.netfirms.com/Paul-Tudor-Jones-interview.html

http://www.bbc.com/news/business-37640156

Jan Reichenbach
Über Jan Reichenbach 2 Artikel
Jan Reichenbach, wohnhaft in München, ist gelernter Elektrofacharbeiter und interessiert sich seit seiner Jugend für das Thema Börsenspekulation. Er versucht, in diesem unüberschaubaren Feld von Signaldiensten, Börsenbriefen & Co. die Spreu vom Weizen zu trennen.

3 Kommentare

  1. Jan, wieder einmal ein guter Artikel von dir, danke dafür. Ich möchte dazu gern einmal Stellung nehmen.
    Die Frage nach der finanziellen Unabhängigkeit? Ein weites Feld, ein großer Traum. Doch kaum jemand stellt sich die Frage nach dem warum.
    Warum möchte ich finanziell unabhängig sein und ist diese Unabhängigkeit wirklich eine Unabhängigkeit? Unabhängig von was oder von wem?

    Worum geht es letztlich bei dieser Frage?
    Meiner Meinung nach ist eine finanzielle Unabhängigkeit in unserer Region (Mitteleuropa) nicht möglich und meiner Meinung nach sollte die Frage/Aufgabe: Wunsch nach finanzieller Unabhängigkeit? eher ersetzt werden durch die Frage/Aufgabe: Wunsch nach Verbesserung der wirtschaftlichen Situation des sich Wünschenden. Die Verbesserung der wirtschaftlichen Situation soll letztlich dann wohl einer Steigerung der Lebenszufriedenheit dienen, dies unterstelle ich an dieser Stelle.

    Sofern es erlaubt ist, diese Fragestellung aus meiner Perspektive dahingehend zu beantworten, dass es sich bei diesem Wunsch um eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation, mündend in eine sich annähernde Unabhängigkeit handelt, stellen sich mir zwei relevante Fragen.
    1. Wer bin ich?
    2. Was muss ich dafür tun?

    Wer bin ich?
    Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten, jedoch kann jeder sich Wünschende daran messen, wie er in der Vergangenheit mit den Herausforderungen des Lebens umgegangen ist.

    Jeder kann sich die Frage stellen, was er bereit ist zu tun, um dem Ziel der finanziellen Unabhängigkeit näher zu kommen. Dies setzt eine realistische Einschätzung der eigenen Kapazitäten voraus.
    Interessant in diesem Zusammenhang ist das Buch „The Optimism Bias“ (Das optimistische Gehirn), Tali Sharot, Constable&Robinson Ltd, 2012. Weiterhin lesenswert, wenn auch weiterführend, ist das Buch „Dynamik in Gruppen“, Eberhardt Stahl, Beltz 2002.
    Letztlich geht es bei der Fragestellung „Wer bin ich?“ dann m.E. darum, ob der sich Wünschende seinen Erfolg darin sieht, eine Bestätigung in Form des Misserfolges zu erhalten oder eben das klar definierte Ziel zu erreichen.

    Da komme ich dann beim zweiten Punkt an. Was muss ich tun, um ein klar definiertes Ziel zu erreichen?
    Was habe ich bisher getan, um meinen Zielen näher zu kommen? Was bedeutet Fleiß für mich? Was bedeutet Qualität, bei dem was ich tue, für mich? Bin ich bereit, mich jahrelang zu bilden? Kann ich kleine Schritte über lange Zeit aushalten, bin ich also geduldig genug, mir meinen eigenen Weg zu gestalten? Bin ich flexibel genug, meine Pläne den Anforderungen anzupassen oder will ich starr geradeaus? Handele ich lieber eigenverantwortlich oder ist es mir lieber, denen da oben die Schuld zu geben?

    Auf den Punkt gebracht geht es mir im Leben um Fairplay, um Fleiß und um Qualität. Daran permanent arbeitend ergeben sich Ergebnisse die zu einer Zufriedenheit führen, die ein gewisses Maß an wirtschaftlicher Unabhängigkeit beinhalten.

    Verantwortung zu übernehmen für sich, für seine Familie und für seine Gemeinde könnten erste Schritte sein, die zu einer Zufriedenheit im Sinne einer Verbesserung der Lebensqualität führen. Man würde sich wundern, wie klein der Wunsch nach finanzieller Unabhängigkeit dann wird.

    Etwas weit ausholend aber mit den besten Wünschen,
    Olaf Heitmann

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