Droht China der Crash?

 

China wächst, soviel wissen wir wohl alle. Doch in China wächst nicht nur die Wirtschaft. In China wächst vor allem der Bereich, der auch in Europa am schnellsten zulegen kann – die Geldmenge. Auch dieser Umstand rückt eine Frage immer weiter in den Fokus: Droht China der Crash?

 

Natürlich muss ein Land, welches ein schnelles Wirtschaftswachstums vorlegt, ebenfalls auf eine ausreichende Geldmengenversorgung achten. Allerdings ist die Rate des Geldmengenwachstums tatsächlich recht krass. China pumpt Milliarden in den Geldmarkt und baut so zusätzlich Druck auf die Anlagemärkte auf.

 

Geldmenge M1 – China


source: tradingeconomics.com

 

Aus europäischer Sicht ist der Schritt der EZB verständlich, da Europa mit einer Wachstumsschwäche kämpft. Anders sieht es dagegen in China aus.

 

China weiterhin auf dem Wachstumspfad

Während China weiterhin Wachstumsraten aufweisen kann, von denen die Europäer nur träumen können, hat die Regierung in China zuletzt verkündet, vor allem die Qualität des Wirtschaftswachstums im Auge zu behalten. Die Zielvorgaben zum quantitativen Wachstum sollen damit eher in den Hintergrund treten und durch qualitative Vorgaben ersetzt werden.

Doch da passt etwas nicht zusammen. Wenn das Bankensystem die Geldmenge so drastisch erhöht, wie es zuletzt in China zu beobachten ist, dann sind Fehlinvestitionen die logische Folge. Sollten unter diesen Umständen tatsächlich moderatere Töne angeschlagen werden, droht die euphorische Stimmung zu verfliegen und den Kapitalmärkten der Kollaps. Daher wird es in den nächsten Wochen und Monaten sehr spannend für Chinas Wirtschaft.

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Veränderte Wirtschaftsvorgaben – droht China der Crash?

Tatsache ist, dass eine Abkehr vom quantitativen Wachstum durchaus großes Gefahrenpotenzial mit sich bringt. So richtig dieser Schritt auch sein mag, so deutliche Bremsspuren werden auf dem Wachstumspfad erkennbar werden. Wie die Märkte damit umgehen, wird vor allem durch die bereits bestehenden Fehlallokationen determiniert werden. Immerhin sind es vor allem diese Bereiche, die eine Abkehr der alten Vorgaben betreffen wird.

Trotzdem sei an dieser Stelle deutlich gemacht, dass bisher vor allem China mit sich verändernden Situationen klargekommen ist. Immerhin ist die Regierung sehr mächtig und verfolgt die eigenen Ziele konsequent. Auch geldpolitisch sind in China sehr unkonventionelle Schritte denkbar, sollte die Konjunktur einknicken.

Noch sind selbst die konventionellen Mittel nicht ausgeschöpft. Allein die Mindestreserveanforderungen im Bankensystem sind in China weiterhin sehr hoch. Damit sind geldpolitische Maßnahmen, die es in Europa oder Amerika nicht mehr gibt, weiterhin jederzeit denkbar. Doch in panischen Marktreaktionen kommen Eingriffe manchmal zu spät. Es bleibt damit sehr spannend im riesigen Reich der Mitte.

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