Crack-Up-Boom – Was ist eigentlich eine Katastrophenhausse? Teil 2

 

Grundsätzlich war die Ausgangslage nie so „gut“ wie heute für einen Crack-Up-Boom. Allerdings bedarf es wie bei vielen Extremereignissen oftmals einer Veränderung im Status Quo oder sogar eines externen Schocks.

 

So wäre es denkbar, dass eine mögliche Zinserhöhung durch das FED (Federal Reserve System) durchaus ein möglicher Auslöser sein könnte. Auch eine Banken- oder Staatspleite mit Dominoeffekt wäre denkbar. Da diese aber nur sehr schwer prognostizierbar sind, sollte man das Augenmerk nicht auf die Prognose sondern auf die möglichen Auswirkungen eines Crack-Up-Booms  (CuB) legen.

Die Theorie der österreichischen Schule geht davon aus, dass die Katastrophenhausse nur in einer expansiven Phase der Geldpolitik auftreten sollte.Dieser Umstand kann allerdings bezweifelt werden, da es sich vor allem um ein Vertrauensverlust in die Währung handelt. Dieser muss nicht zwangsläufig in einer expansiven Geldpolitik auftreten, wenn doch dieser Umstand wahrscheinlich ist.

Man sollte auf jeden Fall im Hinterkopf haben, dass der CuB quasi das Ende des Geldsystems darstellt und allein aufgrund dieses Umstandes initial unwahrscheinlich ist – wenn auch nicht unmöglich. Dass es zu diesem Ende irgendwann kommen wird, ist sogar recht klar, nur wann es soweit ist, ist völlig offen.

 

Was würde ein Crack-Up-Boom bedeuten?

Die Konsequenz aus der theoretisch gegebenen Wahrscheinlichkeit einer Katastrophenhausse reicht aus, um sich mit ihr zu befassen. Auch hier gilt der Ansatz, wenn etwas nicht sehr wahrscheinlich ist, aber die Auswirkungen bei Eintritt unermesslich hoch sind, dann ist es zum Selbstschutz wichtig, sich bestmöglich abzusichern.

In einem CuB durch Vertrauensverlust in die Währung werden große Teile der Bevölkerung verarmen. Echte wirtschaftliche Gewinner gibt es nur sehr wenige. Unter den Sparbuch, Termin- und Festgeldbesitzern dürften sie nicht zu finden sein. Die Erfahrungen der Vergangenheit (Deutschland 1920-1923, Venezuela, Simbabwe und andere) zeigen dieses recht deutlich. Ein echter Schutz ist nur im Sachwertemarkt gegeben ist. Bei den Sachwerten sollten allerdings einige bevorzugt werden.

 

Crack-Up-Boom – Die Einschläge kommen dichter

 

Welche Sachwerte sollte man im Crack-up-Boom kaufen?

Diese Frage lässt sich sicherlich nicht pauschal beantworten. Allerdings reicht ein Blick in die Vergangenheit, um einige Gesichtspunkte zu beleuchten.

 

Die Aktie im Crack-up-Boom

Im Prinzip bleibt die Alternative Nummer 1 in einem Crack-Up-Boom der Aktienmarkt, da er jederzeit liquidierbar ist. Allerdings werden Aktien heute eher nicht mehr effektiv ausgeliefert, was die Mobilität im echten Krisenfall bei Kapitalverkehrskontrollen schwieriger macht.

Nichtsdestotrotz stellen sie das oberste Element dar und boten in der Vergangenheit den besten Schutz im Inland der Katastrophenhausse selbst. Oftmals stiegen sie wie schon erwähnt sogar Inflationsbereinigt stark an, da die Menschen die Märkte panisch nach oben kauften, nur um ihr Geld loszuwerden.

 

Gold im Crack-up-Boom

Auch physisches Gold ist ein Thema im Crack-Up-Boom. Gold hat sogar den Vorteil, dass es mobil ist und bleibt. Sogar die Steuerlast wäre nach der aktuellen Gesetzgebung nach 12 Monaten verschwunden, da der Gewinn nach Ablauf der Spekulationsfrist steuerfrei ist.

Allerdings kann sich dieser Umstand gerade in Krisenzeiten schnell ändern – ganz zu schweigen vom „Goldverbot“.

 

Wald im Crack-up-Boom

Einer der besten Geldanlagen im immobilen Bereich wäre Wald. Wald hat sowohl als Baumaterial wie auch als Energie (Brennwert) eine der höchsten Chancen auf Werterhalt. Gerade weil eine echte Inflation meist Hand in Hand mit dem Anstieg der Energiepreise einhergeht.

Zusätzlich ist Wald nicht reproduzierbar. Und kann nicht einfach erschaffen werden (Gleiches gilt für den Grund und Boden auf dem er wächst). Baumwachstum braucht eben seine Zeit. Aber auch hier ist die Willkür des Staates ein Thema, denn Zwangsbeleihungen könnten jederzeit vollzogen werden.

 

Crack-up-Boom – Edelsteine könnten helfen, sind aber komplexe Märkte

Diamanten und andere Edelsteine sind hochkomplexe Märkte, die sowohl starken Geschmackstrends unterliegen, wie auch stark von Fälschungen unterwandert werden. Dabei macht die immer besser werdende Technik zur Herstellung von synthetischen Steinen die Lage langfristig nicht besser.

Grundsätzlich gilt, dass man diesen Markt nur mit einem Experten an seiner Seite betreten sollte und dann großes Augenmerk auf die klassischen Kriterien (wie Reinheit und Farbe)legen sollte. Die Vorteile liegen natürlich auf der Hand. Ein guter Edelstein vereint einen riesigen Wert auf kleinen Raum. Doch die Nachteile für ungeübte Käufer überwiegen.

 

Diese aufgeführten Sachwerte, stellen tatsächlich nur Auszüge aus einer langen Liste von Möglichkeiten dar. Grundsätzlich kann es nicht die Lösung geben, sondern immer nur mögliche Lösungen. Die Vorteile liegen nie alle auf einer Seite, daher ist vor allem die persönliche Situation am Ende wirklich ausschlaggebend, ob und welche Vorsorge getroffen werden sollte.

 

Teil 1 nicht gelesen? Hier ist er zu finden: Teil 1 zur Katastophenhausse

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