Blei – Anspannung des Marktes setzt sich fort

 

Seit Anfang des Jahres stieg der Bleipreis um 30% und befindet sich auf dem höchsten Niveau seit 2011. Das Metall findet seinen Einsatz hauptsächlich in Automobil- und Motorrad Batterien. Ungefähr 60% des gesamten Bleiverbrauchs werden hierfür verwendet. 20% werden aus dem Bereich Chemie nachgefragt. Hauptproduzent und gleichzeitig auch -Käufer ist China. Konsequenterweise sind Entwicklungen und Trends dieses Landes entscheidend für den Bleipreis.

Der Bleipreis wird in China gemacht

Neueste Nachrichten aus der asiatischen Volksrepublik sprechen dafür, dass der Preis für Blei in Zukunft weiter ansteigen könnte. Der bereits angespannte Markt könnte nämlich noch enger werden. Chinesische Schmelzhütten haben gerade die Preise für Raffination und Bearbeitung massiv reduziert.

Für 2017 rechnen Experten mit einer chinesischen Nachfrage nach abgebautem Blei von 3,5 Mio. t; 12% mehr als letztes Jahr. Aufgrund verschärfter Umweltgesetze sollte das Angebot aber nur auf einem Level von 2 Mio. t liegen, ungefähr 10% weniger als noch 2016. Zwar sollte China in 2017 in etwa 1,2 Mio. t Blei importieren, dennoch dürfte ein Angebotsdefizit von 300 000 t entstehen und damit fast doppelt so hoch als 2016 werden.

Rückläufiges Bleidefizit

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass die weltweiten Defizite des Bleimarktes allerdings zurückgehen. Im August 2017 war das Bleidefizit laut der International Lead and Zinc Group auf 4 600 t gesunken. Im Juli lag es noch bei 31 900 t. Von Januar bis August bestand ein Förderdefizit bei 119 000 t im Vergleich zu einem Überhang von 49 000 t in der gleichen Periode des letzten Jahres.

Kürzlich veröffentlichte der Focus Economics Consensus Bleipreis Schätzungen für 2017 und 2018. Die Experten erwarten für das letzte Quartal 2017 einen Preis von 2300 USD pro Tonne. 2018 sollte der Preis nur moderat ansteigen. Sechs Teilnehmer ließen ihre Schätzungen für das 4. Quartal 2017 unverändert. Drei haben ihre Schätzungen nach unten revidiert, acht nach oben.

Die Analysten von Macquarie sind dabei am zuversichtlichsten und erwarten für den Rest des Jahres einen Preis von 2600 USD pro Tonne. Für das erste Halbjahr 2018 wird mit 2650 USD pro Tonne gerechnet. Im Gegensatz dazu steht die Deutsche Bank. Deren Analysten halten Blei für zu teuer und schätzen für H2 2018 ein Fall des Bleipreises auf 2000 USD pro Tonne.

Ihr Nils Glasmacher

Nils Glasmacher
Über Nils Glasmacher 47 Artikel
Nils Glasmacher ist Betreiber des Rohstoffportals und Börseninformationsdienstes Miningscout.de. Die Plattform hat sich seit 2011 auf den Rohstoffsektor spezialisiert und stellt fundierte Informationen zu Rohstoffen, Minenunternehmen und Branchentrends bereit.

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