Bitcoin Boom vorbei? Mehr über das Börsen-Unwort des Jahres

 

Nun ist es raus. Nach dem Unwort des Jahres („Alternative Fakten“) wurde nun auch das Börsen-Unwort des Jahres publiziert. Es lautet in diesem Jahr „Bitcoin Boom„. Kein Wunder, denn kein Hype-Thema hat die Anleger so sehr bewegt, wie die Kryptowährung. Es ist daher an der Zeit „Bitcoin Boom“ aus dem Wortschatz zu streichen. Ob damit auch der Bitcoin Boom vorbei ist, darf allerdings bezweifelt werden.

 

Rückblick auf das Unwort des Jahres

Das Team der Düsseldorfer Börse mit seiner Geschäftsführung, Maklern und Händlern hat erneut das Börsen-Unwort ermittelt. „Bitcoin Boom“ befindet sich dabei in bester Gesellschaft. Neben „Anlagenotstand“ (2016) und „Zinswende“ (2015) finden sich in der Ahnengalerie auch fast vergessene Wörter wie „Subprime“ (2007), „Heuschrecken“ (2005) oder „Enronitis“ (2002).

„Bitcoin Boom“ war laut der Begründung im Rückblick auf das Jahr 2017 für die Börsianer der häufig zitierte Begriff, der oft ungläubiges Kopfschütteln ausgelöst hat. Auch zu Beginn des Jahres 2018 nehmen Reizwörter wie Bitcoin, Blockchain, Krypto oder ICO in der Berichterstattung der Medien und Beiträgen sozialer Netzwerke großen Raum ein und wirken wie Zauberformeln: Allein eine entsprechende Unternehmens-Umbenennung und bloße Ankündigungen, in diesem Umfeld aktiv werden zu wollen, haben schon zu teilweise abstrusen Steigerungen im Aktienkurs geführt. Doch unter einem Boom versteht man an der Börse eher etwas anderes.

 

Was ist ein Boom?

Im Wirtschaftslexikon wird der Boom als „ausgeprägte Zunahme der wirtschaftlichen Aktivität“ definiert; typischerweise als Phase im Konjunkturzyklus oder bei einer Börsenhausse. „Beim sogenannten Bitcoin Boom darf eben diese wirtschaftliche Aktivität in Frage gestellt werden“, erklärt Thomas Dierkes, Geschäftsführer der Börse Düsseldorf. Während ein Anstieg der Aktienkurse regelmäßig als Konsequenz auf starkes Wachstum bei den Unternehmensgewinnen oder prognostizierten Umsatzzahlen hindeutet, ist hinter dem phänomenalen Kursanstieg des Bitcoins von über 1.000 Prozent in 2017 nur wenig Substanz erkennbar. Dierkes dazu: „Das ursprünglich digitale Zahlungsmittel ist zum reinen Spekulationsobjekt geworden, was seine Funktion als Währung stark in Frage stellt.“ Manche vergleichen den Bitcoin Boom mit der holländischen Tulpenmanie im frühen 17. Jahrhundert, als für die Blumenzwiebeln exotischer Sorten immer höhere Preise geboten wurden, was dann auch einfache Bürger in ein Spekulationsfieber versetzte.

 

Sieger der Wahl „Unwort des Jahres“ im Börsenbereich

Der Begründung der Börse Düsseldorf haben wir eigentlich wenig entgegen zu setzen. Bitcoin ist an sich wenig spannend – lediglich die dahinter stehenden Blockchain-Technologie ist einen Blick wert. Das hat man übrigens auch bei der Börse Düsseldorf erkannt: „Technisch betrachtet steckt in der beim Bitcoin zum Einsatz kommenden Blockchain-Technologie großes Potenzial, was in der Finanzindustrie bisweilen auch als Bedrohung der eigenen Geschäftsmodelle wahrgenommen wird“, erläutert Dierkes. „Einige der zahlreichen Neugründungen in diesem Umfeld werden sich auch erfolgreich etablieren können.“ Umwelttechnisch darf der immense Energieverbrauch angemahnt werden, der 2018 beim Bitcoin angeblich ähnlich viel Strom benötigen soll wie ganz Argentinien.

Dennoch können Sie natürlich mit Bitcoins und anderen Kryptowährungen handeln.

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Unser Fazit zum Bitcoin Boom

Die jüngsten Berichte über Bitcoin-Verbote haben dem Kurs von Bitcoin neue Volatilität gebracht. Wie es mit dem Kurs weiter geht, kann niemand seriös sagen. Als Geldanlage ist Bitcoin (wie auch die anderen Kryptowährungen) aus unserer Sicht nicht geeignet, sondern nur ein Zocken. Privatanleger sollten sich solche Engagements dreimal überlegen. So verlockend exorbitante Kursgewinne der Vergangenheit auch sind – man kann nicht auf ähnliche Renditen in der Zukunft setzen. Insofern sollte der „Bitcoin Boom“ als Unwort und Unding in die Geschichte eingehen. Blockchain dagegen wird uns sicherlich noch lange begleiten. Und ob der kurstechnische Bitcoin Boom vorbei ist, werden uns die Entwicklungen ebenfalls zeigen müssen.

 

In diesem Sinne,
weiterhin viel Erfolg bei der Geldanlage

Ihre marktEINBLICKE-Gründer
Christoph A. Scherbaum & Marc O. Schmidt

Marc Schmidt
Über Marc Schmidt 56 Artikel
Marc Schmidt gründete im Jahr 2008 zusammen mit Christoph Scherbaum dieboersenblogger.de - einen der inzwischen ältesten und meist prämierten Börsenblogs im deutschsprachigen Raum. Die Seite ist nicht nur etwas für Trader, sondern auch für Anleger mit langfristigem Zeithorizont. Die Förderung der Aktienkultur und der langfristige Vermögensaufbau mit Aktien sind den Autoren ein Kernanliegen. Anfang 2018 sind die Börsenblogger in "markteinblicke.de", dem Online- und Print-Magazin für Geldanlage und Lebensart, aufgegangen.

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