Trading-Treff-Ausblick für den 9. Oktober 2017 – DAX Megatrend: Punkte oder Prozente?

 

Der Dax beendete seinen Handel am Freitag bei 12.955 und somit 12 Punkte unter dem Schlusskurs 12.968 vom Donnerstag. Das Tief lag bei 12.941, das Hoch wurde bei 12.993 eingebucht.

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Tagesmarken:

Die durch die Wolfe Wave angefachte Rally pausierte auch am Freitag nach der Zielerreichung 12.927 vom Mittwoch. Mit Hoch 12.993 zeigt Dax weiter Berührungsängste mit der runden 13.000.

Offene Kurslücken:

Basierend auf dem Schlusskurs 12.955 liegen 4 offene Kurslücken im Bereich von 3% Kursveränderung.

Wochenmarken:

Mit 127 grünen Punkten absolvierte Dax die fünfte Woche in Folge mit einem Plus. 811 Punkte kamen somit im September und der ersten Oktoberwoche zusammen.

Punkte oder Prozente?

Ein fiktives Telefonat zwischen einem Anleger, der für den Indexhandel im Dax seinem Fondsmanager 300.000 Euro anvertraute und eine Rendite von netto 10% erwartete, könnte sich so anhören:
„Na Herr Schmidt, was können sie mir an guten Nachrichten übermitteln?“
„Wir haben für sie sensationelle 800 Punkte netto im Dax erwirtschaftet!“
„Herr Schmidt, was soll ich damit anfangen? Nennen sie mir bitte die Performance in Prozenten!“
„Na ja, schwieriges Marktumfeld, das dürften so um die 6% Performance sein…“

Bevor wir uns den Dax im großen Bild anschauen, machen wir uns also klar, dass die „Big Boys“ im Markt mit Punkten recht wenig anfangen können. Performance wird in Prozenten ausgewiesen, nicht in Punkten. Und das ist der wichtige Grund, warum Otto Kleinanleger sich Punkte und den Stundenchart anschaut (das macht er in der linearen Ansicht) und die großen Player sich auf Wochenchart und höhere Zeitebenen konzentrieren und dort die logarithmische Sicht wählen. Während nämlich eine Strecke von 1000 Punkten in einem linearen Chart immer die gleiche optische Höhe hat,sehen diese 1000 Punkte in einem logarithmischen Chart überhaupt nicht sensationell aus, wenn es sich z.B. um die Strecke von 12.000 nach 13.000 handelt. Das sind nämlich gerade einmal 8.3% Zuwachs.

So kommt dann dieses Bild im Monatschart zustande: Links der lineare Chart, der beeindruckend den Zuwachs in Punkten von 8.100 nach 13.000 zeigt, während im identischen rechten Chart, der die logarithmische Sicht zeigt, der Zuwachs optisch überhaupt nicht mehr so beeindruckend aussieht, weil er den Zuwachs von 8.100 nach 13.000 in Prozenten abbildet.

Damit die großen Anleger ihre Performance erreichen, müssen z.B. ab Dax 13.000 deutlich mehr Punkte erwirtschaftet werden, um eine 10% Performance zu erreichen, als es beim Stand von 10.000 Punkten notwendig war. Wo früher 1.000 Punkte ausreichten, müssen nun 1.300 Punkte ertradet werden.

Wochenchart linear vs. logarithmisch

Im linearen Wochenchart seit 2009 wird deutlich, dass die nächste runde Marke, also 13.000, dieses Mal nicht nur Psycho-Marke ist. Die Fibonacci Ausdehnung zeigt, dass hier weiterhin eine ABC Bewegung nach oben extendiert. Das Rechteck A nach B, nach der Konsolidierung an C angelegt, hat beim Stand 12.998 seine gewichtige 200% Ausdehnung erreicht. Die 13.000 ist also nicht nur Psycho- Marke, sondern eine markante Zielerreichung, die, selbst wenn Dax bis zu unserem 5-0 Pattern Mindestziel 13.124 laufen sollte, damit nicht zwangsläufig als überwunden zu sehen wäre.

Um den Unterschied zwischen linearer und logarithmischer Sicht deutlich zu machen, schauen wir auf die beiden großen grauen Trendlinien, die den Dax hier im Wochenchart unterstützen. Diese Linien werden den (Klein-) Anlegern in 99% aller Analysen präsentiert:

Nehmen wir nun den gleichen Chart und schauen uns die Entwicklung in logarithmischer Ansicht an, dürfte es eine „optische“ Überraschung geben. In der logarithmischen Ansicht entdecken wir nämlich die wahre Trendlinie der großen Player seit 2009.

Sind in der linearen Ansicht die blauen Rechtecke gleich groß, werden sie in der logarithmischen Ansicht, die ja den prozentualen Zuwachs zeigt, deutlich gestaucht. Und plötzlich sehen wir den wirklichen Megatrend seit 2009, 5x blitzsauber angelaufen und als Startrampe für einen erneuten Anstieg genommen!

Aktuell käme der Megatrend seit 2009 also erst beim Bruch dieser Trendlinie, kommende Woche bei 10.835 und wöchentlich steigend, in Bedrängnis. Die großen Spieler im Markt haben im Oktober also locker 2.000 Punkte Luft, bevor sie rote Wangen bekommen und sich Hektik breit machen dürfte.
Kombiniert man diese Sicht noch mit dem „Durchschnitt der Durchschnitte“, können langfristige Anleger mit der dreidimensionalen Ansicht aus linearer und logarithmischer Sicht, sowie dem gleitenden Durchschnitt 90sma deutlich besser die Lage einschätzen, als die, die nur eindimensional den Dax betrachten. Die 90sma ergibt sich übrigens aus den drei gängigsten Durchschnitten 20,50 und 200sma. Wenn wir die addieren und durch 3 teilen, erhalten wir 90.
Die Megatrend Linie verläuft also aktuell bei 10.835 und die 90sma, die den Megatrend seit 2009 niemals gebrochen hat, bei 10.776. Sollte Dax also in eine echte Korrektur laufen, wird dort die Musik spielen.

Dax Tageschart

Die seit langer Zeit beobachtete Wolfe Wave hat in einem furiosen Lauf bewiesen, wie potent diese besonderen Keile sein können. Es gab nicht nur auf der Preisebene eine Punktlandung, sondern die Wolfe Wave kam auch mit nur einem Tag Toleranz an das vor 2 Wochen genannte Datum der Zielerreichung an.

Die erwarteten Topping Marken, sofern diese Rally mit Zielerreichung der Wolfe Wave nicht konsolidiert, wurden mit 13.124, 13.182, 13.200 und 13.384 benannt. Das ist eine 260 Punkte hohe Zone, durch die der Dax sich nicht so einfach arbeiten wird. Der dazu ausführliche Ausblick dazu findet sich hier: Trading-Treff-Ausblick für den 4. Oktober 2017- Dax Wolfe Wave mit +860 Punkten im Ziel!

Seit Mittwoch schreibe ich:

Erfahrungsgemäß wird die Ziellinie der Wolfe Wave auch in den kommenden Tagen, vielleicht auch Wochen, eine Rolle spielen. Mit mehrfachem Anlaufen muss gerechnet werden, unabhängig davon, ob der Kurs zunächst über die Linie steigt oder sie nach unten verlässt.

Das passierte auch am Freitag. Dax verteidigte in Zeitlupe den gesamten Tag die grüne Ziellinie der Wolfe Wave, auf der er es sich nun seit 4 Tagen bequem gemacht hat. Sie wird am Montag bei 12.949 verlaufen.
Was ich erneut anmerken will: Man sollte Erfahrungen aus einigen Jahrzehnten Trading beherzigen. Eine davon lautet „Never short a sleeping market„. Das gilt auch aktuell. Der Markt ist überkauft, das stimmt. Aber er kann das länger weiterführen, als verfrüht platzierte Short Engagements liquide bleiben.
Bevor Dax nicht Intraday nach unten durchgereicht wird und sich zum Handelsende nicht mehr berappelt, oder mit einem kräftigen Gap down, das dann offen bleibt, den Rückwärtsgang einlegt, ist jedes Short Engagement im Zweifelsfall nur ein weiteres PS, das den Bullenkarren weiter bergauf zieht.

MOB Marken im Tageschart bleiben für mich weiterhin 12.951, 12.841, 12.676 und ganz besonders 12.575, das Doppeltop aus Juli, wo sich im Rücklauf die rote Bullenflagge bildete, die dem Dax den weiteren Schub zur Wolfe Ziellinie ebnete.

Stundenchart H1

Im steigenden Kanal befindet sich dessen obere Trendlinie am Freitag bei 13.191, stündlich leicht steigend. Sollte Dax den jüngsten Anstieg von 12.551 nach 12.993 konsolidieren wollen, finden sich die Retracement Marken ganz rechts im Chart. Die untere Trendlinie des steigenden Kanals verläuft am Freitag bei 12.864, stündlich steigend. Eine sehr bullische Konsolidierung sollte also 12.720 nicht unterschreiten. Tabu ist ein Bruch auf Tagesschluss der Ausbruchsmarke 12.551, denn unterhalb könnte dieses Rally deutlicher korrigiert werden und bis nach 12.316 und 12.291 führen.

Was wir bedenken können und müssen: Der seit 29. August blitzsaubere Kanal hat eine Steigungsrate von rund 40 Punkten täglich! Das wird Dax auf Dauer nicht durchhalten können. Es lohnt sich also, die untere Trendlinie weiter zu beobachten.

Die bullischen Konsolidierungs Marken wären: 12.88912.824 und 12.772.

Wochenchart

Wenngleich die Erholung im Dax weit fortgeschritten ist und eine Konsolidierung zwecks Abklopfen von tragfähigen Unterstützungen sinnvoll wäre, muss das nicht zwangsläufig eintreten.
Es ist deshalb nicht ausgeschlossen, dass das von uns seit Februar 2016 beobachtete 5-0 Pattern im Wochenchart weiter fortschreitet. Dessen Mindestziel wartet bei 13.124. Wenn man die mögliche ABC Bewegung (grüne Rechtecke) seit 11.433 mit in die Betrachtung nimmt, ergäbe es eine Zielzone im Wochenchart bei 13.124 – 13.384.

Das 5-0 Pattern dient uns bislang nur als Orientierung, denn die eigentliche Bestimmung dieses Patterns ist es, das Hoch zu erkennen und dann die Korrektur zu handeln. Sobald das Hoch erreicht ist, stünde nämlich eine 50% Korrektur der Strecke B nach C an. Da B am bekannten Tief 8.696 beginnt und irgendwo zwischen 13.124 und 14.816 endet, würde eine Korrektur viel Strecke machen. Sollte die C also ihr Hoch am Ziel der ABC bei 13.384 erreichen, wäre das Ziel des 5-0 Patterns 11.040, immerhin rund 2.350 Punkte.

Wir merken uns also aus dem Wochenchart 13.124 und 13.384 als mögliche Marken, an denen dieser Rally spätestens die Luft ausgeht und eine kräftige Korrektur einsetzt.

Ich wünsche allen Lesern einen erfolgreichen Montag.

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Intraday-Updates findet ihr wie immer im p30-LeserStream. Hier veröffentliche ich weiterhin den Trading-Treff-Ausblick in der Rubrik Trading.

Ihr Marius Schweitz

 

Marius Schweitz
Über Marius Schweitz 260 Artikel
Marius Schweitz ist seit 2001 aktiver Trader und Mitinhaber der Trading Community "Projekt30.de". Gehandelt werden Dax, US Indizes, Forex und Edelmetalle. Marius ist spezialisiert auf Wolfe Waves und die Verdichtung von Fibonacci Marken aus unterschiedlichen Zeitebenen, die sodann klare Ausbruchs- und Unterstützungsmarken ergeben.

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