Trading-Treff-Ausblick für den 30. Oktober 2017 mit DAX-Analyse

Trading-Treff-Ausblick
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Bevor ich mit dem Ausblick beginne, möchte auf Nachfragen einiger Leser eingehen, die den substanziellen Unterschied zwischen linearen und logarithmischen Charts noch nicht verinnerlicht haben. Da auch in diesem Ausblick die logarithmischen Charts eine Rolle spielen, werde mit einigen Charts und erklärenden Worten verdeutlichen, warum die logarithmische Sicht in Zukunft eine größere Rolle spielen dürfte und warum es so wichtig ist, neben der Beobachtung des Punktestands der Indizes auch den prozentualen Veränderungen größeres Gewicht beizumessen.

Beginnen wir mit der Nasdaq, die am Freitag, getrieben durch Amazon und andere FAANG Aktien (Facebook, Apple,Amazon, Netflix,Google) 2.2% und der Nasdaq 100 sogar 2,9% zulegen konnten.

Schauen wir zunächst auf den linearen Monatschart der Nasdaq, also die Sicht, die von den meisten Kleinanlegern betrachtet wird. Links sehen wir den Anstieg von 795 nach 2.242, der die Nasdaq 1.447 Punkte gen Norden trieb. Rechts sehen wir den Anstieg von 3.867 nach 6.215. Ein Anstieg um 2.348 Punkte.
Der optische Chart vermittelt uns also rechts eine sich beschleunigende größere Rally, die sogar rund 900 Punkte höher anstieg, als die Rally links im Chart.

Diese Darstellung zeigt aber nur den Zuwachs in Punkten. Bei genauerer Betrachtung und Konzentration auf den Zuwachs in Prozent wird deutlich, dass diese Rally eine Rally in Punkten und nicht in Prozenten ist. Der Anstieg links von 795 nach 2.242 betrug 182%, während die aktuelle Rally zwar optisch beeindruckend ist, aber trotz 2.348 Punkten Zuwachs nur 61% Steigerung verbuchen kann.
Hätte die jüngste Rally im Nasdaq prozentual das zugelegt, was die „kleine“ Rally links im Chart vollbrachte, stünde der Kurs der Nasdaq heute bei 10.904!
Die mit einer roten 1 gekennzeichneten Boxen sind mit 1.447 Punkten und rechts 7.037 Punkten Anstieg optisch deutlich unterscheidbar. Der gemeinsame Nenner ist aber ein Anstieg um 182%.

Schauen wir nun auf den gleichen Chart, wechseln aber in die logarithmische Ansicht, die uns den Anstieg optisch in Prozenten zeigt:

Jetzt wird erkennbar dass die beiden mit rot 1 gekennzeichneten Boxen gleich hoch sind. Und das die aktuelle Rally mit 61% Zuwachs deutlich kleiner ist, als der Anstieg links, der 182% verbuchte.

Je höher der Punktestand der Indizes, umso mehr müssen sie in Punkten steigen, um für die großen Akteure den gleichen prozentualen Profit zu erwirtschaften.
Am Beispiel Dax: Reichte für eine 5% Rendite auf Jahressicht beim Dax Stand 6.000 noch ein Zuwachs von 300 Punkten, müssen bei einem Dax Stand 13.200 nun 660 Dax Punkte erklommen werden, um die erwünschte Rendite von 5% zu erreichen.
Wer also stur an seinen Stop Loss Gewohnheiten von, um ein Beispiel zu nennen, 40 Punkten festhält und somit ignoriert, dass der gleiche Stop heute bei prozentualer Angleichung 70 Punkte betragen müsste (also Einsatz runter, Stop höher), beraubt sich selbst seiner erprobten Methodik.

Da 90% der Kleinanleger in Punkten rechnen und traden, z.B. im CFD Handel, ist es also wichtig, dass man sich ab und zu der prozentualen Sicht, also logarithmisch, nähert. Wie am Beispiel der beiden Charts oben erkennbar, sehen logarithmische Charts in den großen Zeiteinheiten nämlich teilweise dramatisch anders aus, als lineare Charts. Sie haben Trendlinien, die in der linearen Sicht nicht erkennbar ist.
Institutionelle Anleger, Banken und Hedge Funds wollen Prozente vom eingesetzten Kapital erwirtschaften. Deswegen schaut diese Klientel auch ab Wochenchart aufwärts logarithmisch und zieht dort ihre Trendlinien, Unterstützungen und Widerstände.

Ich hoffe, dass ich damit ein wenig Klarheit in die Sache bringen konnte und deutlich wird, warum in meinen Ausblicken schon seit langer Zeit auch logarithmische Ansichten der Charts zu finden sind.

Zum Ausblick:

Der Dax beendete seinen Handel am Freitag bei 13.217 und somit 84 Punkte über dem Schlusskurs 12.133 vom Donnerstag.
Das Tief lag bei 13.186, das Hoch wurde bei 13.249 eingebucht.

Charts zum vergrößern bitte klicken

Tagesmarken:

Offene Kurslücken:

Basierend auf dem Schlusskurs 13.217 und dem Gap up vom Freitag liegen 2 offene Kurslücken im Bereich von 3% Kursveränderung.

Dow Jones, Tageschart

Der Dow Jones ist nicht aus der Korrektur Gefahrenzone, denn auch am Freitag verbrachte er den vierten Tag an der oberen Trendlinie des Kanals seit Februar 2016, ohne dass diese überwunden werden konnte. Die Kanal OK wird am Montag bei 23.468 verlaufen.

Dow Jones, Wochenchart, logarithmisch

Auch im logarithmischen Wochenchart steht Dow an der oberen Trendlinie des Kanals seit 2011, die diese Woche bei 23.445 verläuft. Zwar steht er dicht an dieser Marke, von „überwunden“ wird aber erst die Rede sein können, wenn mindestens zwei Wochenschlusskurse über der oberen Trendlinie des Kanals liegen.

Herr Draghi beglückte bekanntlich am Donnerstag die Märkte.
Die Anleihekäufe werden ab 2018 von 60 auf 30 Milliarden Euro monatlich reduziert, das Programm dafür zwischen 6 und 9 Monate verlängert. Außerdem sollen die Fälligkeiten von gehaltenen Staatsanleihen reinvestiert werden. Bei rund 2,4 Billionen Assets dürfte allein die Reinvestition ein eigenes kleines QE darstellen. Der Geldstrom fließt also weiter und entsprechend reagierte auch der Euro, der im Pair EUR/USD jetzt die am Freitag erwähnte Nackenlinie 1.167 gebrochen hat. Bleibt es dabei, darf man auf die Ziele im Tageschart schauen:

EUR/USD Tageschart

Dax Wochenchart, linear: 5-0 Pattern aktiviert!

Ich schrieb über viele Tage:

Dax lief am Donnerstag 12.124 an und hat damit die Zielmarke erreicht, an der das seit Februar 2016 beobachtete 5-0 Pattern seine Mindestbedingung erfüllt. Damit ist dieses Pattern aktiv. Im Rahmen des 5-0 Pattern darf Dax bis 14.815 steigen. Wichtiger ist aber, dass das 5-0 Pattern nun aktiviert ist. Sobald die „C“ ihr Hoch gefunden hat, sollte nach Regelwerk die Strecke seit 8.696 zum Hoch der „C“ um 50% korrigiert werden. Ob das nun bereits jetzt, beim Ziel der grünen ABC 13.384 oder erst bei 14.000 passiert, ist zweitrangig.
Es gilt ab sofort im steigenden Markt auf erste Umkehrsignale zu achten! Die generelle Aussage: Dax ist fortan unterhalb 13.124oder bei Erreichen von 13.384 absturzgefährdet.

Es bleibt deshalb bei meiner Einschätzung, dass die zukünftige Entwicklung des Dax sich zwischen der oberen braunen Keillinie, der Aktivierung des 5-0 Patterns bei 13.124 oder der Zielerreichung der ABC bei 13.384 entscheiden wird. Oberhalb 13.124 werde ich jedem weiteren Anstieg mit großer Skepsis begegnen. Letztlich wird es aber wichtig sein, weiterhin die US Märkte sehr eng zu beobachten.
Oberhalb 13.124 ist mit einem Anlauf an das ABC Ziel 13.384 rechnen.

Dax Quartalschart, logarithmisch

Im logarithmischen Quartalschart, sicher die favorisierte Ansicht der großen Akteure im Markt, denn die weisen ihre Ergebnisse quartalsweise aus, steht Dax, wie auch Dow Jones, nahe einer entscheidenden Trendlinie, die auf prozentualer Basis verläuft.
Bis Ende Dezember verläuft die obere Trendlinie des steigenden Keils bei 13.328 und somit dicht an dem ABC Ziel aus dem obigen Wochenchart bei 13.384.

Wer also auf Sicht von Tagen und Wochen seine Trades plant, sollte unten auf 13.124 (5-0 Pattern) und oben auf die Zone 13.328 – 13.384 achten. Es könnte sein, dass sich dort Entscheidendes anbahnt.

Dax 2- Stunden- Chart

Da wir eben im Quartalschart auf die Marke 13.384 schauten, muss man es zunächst einmal für Zufall halten, dass diese Marke auch als 123.6% Extension des Anstiegs von 11.869 nach Hoch 13.095 zu finden ist. Es macht 13.384 jedenfalls nicht uninteressanter, denke ich.
In dieser kleinen Zeiteinheit ist nun das Hoch der Seitwärtsbewegung bei 13.095 zu beachten. Deren Bruch (zumal dann auch 13.124 unterschritten wäre) könnte zu einem erneuten Test der 12.909 führen, in deren Nähe sich einige Stop Loss Cluster der Bullen befinden dürften.

Ich wünsche allen Lesern einen erfolgreichen Montag!

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Intraday-Updates findet ihr wie immer im p30-LeserStream. Hier veröffentliche ich weiterhin den Trading-Treff-Ausblick in der Rubrik Trading.

Ihr Marius Schweitz

Marius Schweitz
Über Marius Schweitz 295 Artikel
Marius Schweitz ist seit 2001 aktiver Trader und Mitinhaber der Trading Community "Projekt30.de". Gehandelt werden Dax, US Indizes, Forex und Edelmetalle. Marius ist spezialisiert auf Wolfe Waves und die Verdichtung von Fibonacci Marken aus unterschiedlichen Zeitebenen, die sodann klare Ausbruchs- und Unterstützungsmarken ergeben.

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