Trading-Treff-Ausblick für den 29. Mai 2017

 

Der Dax beendete seinen Handel am Freitag bei 12.602 und somit 21 Punkte unter dem Schlusskurs 12.621 vom Donnerstag. Das Tief lag bei 12.529, das Hoch wurde bei 12.611 eingebucht. Willkommen zum Trading-Treff-Ausblick!

Seit fünf Tagen schreibe ich in den Ausblicken:

Wenn Dax die Korrektur für beendet erklären will, hat er mindestens drei Argumente zu liefern: Ein Anstieg über 12.660, das 61.8%RT 12.707 und die MOB Marke 12.776. Bis das nicht auf Basis eines Schlusskurses passiert, sind Ziele im Bereich 12.490, 12.300 und 12.211 zu favorisieren.“

Mich langweilt dieser Satz vermutlich ähnlich wie die Leser. Aber was will man erwarten, wenn wir auch in der vergangenen Woche eine durchschnittliche Volatilität von nur 97 Punkten ertragen mussten. In der Vergleichswoche 2016 gab uns Dax eine Volatilität von 370 Punkten. Und das bei einem Dax Stand, der rund 2.600 Punkte niedriger war.

So „konsolidierte“ Dax in Ameisenschritten und Zickzack Kursen seit Dienstag von 12.659 nach 12.642, 12.621 und 12.602. Die täglichen Schlusskurse lagen 19,39,16,21 und erneut 19 Punkte auseinander.

Heute empfehle ich ausdrücklich, die Charts in einem separaten Fenster zu öffnen, damit Zusammenhänge deutlich werden.

Tägliche Veränderung

Trading-Treff-Ausblick
Tägliche Volatilität

Auch in der Wochenansicht gibt es keine Veränderung zu vermelden. Haben wir im Mittel gegenüber 2016 einen Rückgang der Volatilität von 58% zu verzeichnen, so stellte die abgelaufene Woche einen neuen Rekord auf. Gegenüber 2016 hat sich die Volatilität um rund 67% verringert. Das Ergebnis ist, gemessen am Stand von 12.600 Punkten, absoluter Stillstand, der hin und wieder von spastischen Zuckungen unterbrochen wird.

Wöchentliche Veränderung 2017 / 2016

Trading-Treff-Ausblick
Vola

Nun denn, auf zu den Charts, die wir heute mit zwei korrespondierenden Monats- und Wochencharts beginnen:

Monatschart Dax:

Dax hat in den letzten 8 Jahren eine Historie aufzuweisen, die möglicherweise auch in 2017 reproduzierbar ist. Nach jedem bedeutenden Tief absolvierte Dax zwischen 44% und 48% Kurszuwachs, um sodann eine Korrektur von durchschnittlich 18% zu absolvieren und danach erneut in höhere Gefilde zu entschwinden.

Seit dem letzten bedeutenden Tief 8.696 hat Dax mit Hoch 12.842 nun rund 48% zugelegt. Das verleitete mich vor Monaten zu der These, dass, sofern Geschichte sich wiederholt, nach einem 45% Anstieg mit einer rund 15% großen Korrektur zu rechnen sei.

Das wir im Hoch 230 Punkte über dieser Marke lagen wird hoffentlich verziehen, denn in der Einschätzung rechnete ich mit Mittelwerten aus den letzten 8 Jahren. Bei einer Strecke von 3.586 nach 12.842, zudem im Monatschart, muss eben eine gewisse Toleranz eingeplant werden. Fakt ist jedoch, dass Dax sich im kritischen Bereich befindet, die ihn bei einer mittleren Korrektur nach 10.916 führen könnte (Konjunktiv!).

Monatschart Dax

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DAX Chart

Wochenchart W1

Im Wochenchart beobachten wir seit Ende 2015 ein mögliches 5-0 Pattern. Der Zielbereich dieses Patterns beträgt mindestens 13.124 und höchstens 14.816.
Dax steht aus Wochensicht kurz vor der Zielerreichung, wenngleich der Zielbereich noch gute 500 Punkte entfernt ist. Die Frage ist aktuell also, ob Dax

a) ausgehend aus der Ableitung im Monatschart eine Korrektur beginnt, die rund 15% erreichen könnte, um danach im folgenden Wochenchart nach oben zu streben und die Zielzone anzulaufen, oder
b) zuerst die Zielzone im Wochenchart bei mindestens 13.124 und höher anläuft und somit im Monatschart über 48% Zuwachs zu generieren und erst dann eine Korrektur einläutet, die sich gewaschen haben dürfte.

Trading-Treff-Ausblick
DAX Chart

Für b) spricht aktuell der Unwille der Bullen, wenigstens das große offene Gap bei 12.048 zu schließen. Außerdem wäre es ein Abwasch, wenn die große Korrektur erst im Bereich der Zielzone des 5-0 Patterns ab 13.124 begänne.
Würde der Dax im Monatschart, ausgehend vom Tief 8.696, einen neuen Rekord aufstellen und 51% Zuwachs erreichen, stünde er bei 13.132.
Die Zielzone des 5-0 Patterns im Wochenchart wartet bei 13.124.

Würde der Monatschart danach 15% korrigieren, läge das Ziel, ausgehend von einem Hoch 13.132 (51% Zuwachs), bei 11.162.
Das 5-0 Pattern müsste ebenfalls regelkonform 50% der Strecke B nach C korrigieren. Das wären ab 13.132 rund 2.200 Punkte, die als Korrektur anstünden und somit ein Ziel bei 10.932 hätte.

Fassen wir also zusammen:

Sofern Dax nicht bereits hier korrigiert, könnte er sich direkt auf den Weg zur 51% Zuwachs Marke im Monatschart machen. Gleichzeitig würde das 5-0 Pattern im Wochenchart die Zielzone erreichen:

Ziel Monatschart: 13.132
Ziel Wochenchart: 13.124
Differenz 8 Punkte.

Eine Korrektur von 15% im Monatschart und 50% der Strecke B nach C des 5-0 Patterns im Wochenchart hätte als

Ziel Monatschart: 11.162
Ziel Wochenchart: 10.932
Differenz: 230 Punkte oder rund 10% der zu erwartenden Korrekturstrecke

Das würde wunderbar passen, zumal oberhalb 13.000 wohl auch die letzten Bären zu Bullen mutieren würden, bevor die Spülung gezogen wird.

Orientierungspunkte

Da wir nicht wissen können, ob es bereits hier zu einer Korrektur kommt oder Dax nach 13.124/ 13.132 strebt, brauchen wir Wegweiser. Derer sehe ich aktuell zwei, die uns helfen können.

Zunächst der Tageschart, nur mit Kanal OK und den gleitenden Durchschnitten 20 und 50sma. Die blaue 20sma ist Gradmesser jeder Rally im Tageschart. Sie sollte in einer intakten Rally nicht außer Reichweite geraten. Spätestens an der roten 50sma müssen für eine Fortsetzung der Rally die Kurse wieder mit Kraft nach oben streben.

Dax hat nun 8 Tage an und mit der 20sma gekämpft. Es steht also Spitz auf Knopf. Zusätzlich hat sich im Tageschart eine PopGun gebildet, deren Triggermarken auf Tagesschluss Basis 12.697 für Long und 12.544 für Short lauten.

Unser erster Anhaltspunkt ist also Long über 12.697 mit zunächst engem Stop und Short unterhalb 12.544, ebenfalls zunächst mit engem Stop. Die 150 Punkte zwischen diesen Marken sind aus Sicht des Tagescharts nur unwichtiges Rauschen.
Sollte die Popgun nach oben ausbrechen, hätte sie durchaus das Potenzial, mittelfristig die OK des grünen Kanals anzulaufen, am Montag bei 13.013 wartend. Die blaue 20sma wird im Bereich 12.660 erwartet, was gleichzeitig eine unserer MOB Marken aus den Ausblicken ist.

Tageschart D1

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DAX Chart

Der zweite Orientierungspunkt befindet sich im Minutenchart M40. Nun ist der M40 ein exotischer Zeitrahmen. Ich nutze ihn nur aus praktischen Gründen, weil meine anderen Zeiteinheiten bereits belegt sind. Zur (Marken-) Orientierung können wir ihn trotzdem nutzen.

Zu sehen sind, jetzt muss ich eine kriegerische Metapher wählen, die blauen Schützengräben der Bullen und Bären. Zwischen 12.540 und 12.660 ist also Niemandsland. Wer sich vom Dax nicht nerven lassen will, legt Alarme an die MOB Marken 12.660 und 12.540 und bräunt sich auf dem Balkon oder der Terrasse, bis es klingelt und Dax zur Arbeit ruft.

Sollte einer der beiden Kontrahenten den Schützengraben des anderen überrennen, wird es bullisch oder bärisch. Aber Vorsicht, denn bestätigt würde der Sieg erst mit Einnahme der Hauptquartiere des Gegners. Das der Bären liegt bei 12.776, die Bullen verlieren ihren Kommandostand unterhalb 12.404. Ziele der Ausbrüche sind im Chart genannt und dürfen punktgenau genommen werden.

Minutenchart M40

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DAX Chart

Ich bezeuge allen Lesern, die sich bis hierher durch die nicht einfache Materie gearbeitet haben, Respekt und wünsche ein schönes restliches Wochenende. Wer uns über die Schulter schauen will, meldet sich im kostenlosen p30-LeserStream an und tippt den jeweiligen Dax Schlusskurs der Woche. Den Gewinner schalten wir 14 Tage für unseren Premium Blog frei.

Ich wünsche eine erfolgreiche Woche!

Hier veröffentliche ich weiterhin den Trading-Treff-Ausblick in der Rubrik Trading.

Ihr Marius Schweitz

Marius Schweitz
Über Marius Schweitz 287 Artikel
Marius Schweitz ist seit 2001 aktiver Trader und Mitinhaber der Trading Community "Projekt30.de". Gehandelt werden Dax, US Indizes, Forex und Edelmetalle. Marius ist spezialisiert auf Wolfe Waves und die Verdichtung von Fibonacci Marken aus unterschiedlichen Zeitebenen, die sodann klare Ausbruchs- und Unterstützungsmarken ergeben.

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