Trading-Treff-Ausblick für den 20. November 2017 mit DAX-Analyse

Trading-Treff-Ausblick
Trading-Treff-Ausblick
 

Der Dax beendete seinen Handel am Freitag bei 12.993 und somit 53 Punkte unter dem Schlusskurs 13.047 vom Donnerstag.
Das Tief lag bei 12.984, das Hoch wurde bei 13.089 eingebucht.

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Tagesmarken:

Wochenmarken:

Optionsverfall 17.11.2017

Die am Tag des Allzeithochs 13.525 geäußerte Vermutung, dass die Stillhalter bemüht sein könnten, den Dax deutlich zu drücken, ist eingetreten. Die Komfortzone der Stillhalter gab ich mit 13.000 -13.200 an und mit Abrechnung im Bereich 13.060 am Freitag lag Dax innerhalb dieser Zone, die den Stillhaltern optimalen Profit zum Optionsverfall bescherte.

Bevor ich zu den Charts komme, noch eine Nachricht aus der Welt der Halbgötter. Damit sind nicht Mediziner gemeint, sondern die Herren der Hochfinanz. Lloyd Blankfein, 2009 Chef von Goldman Sachs, verkündete seinerzeit, dass er ein Banker sei, der „Gottes Werk auf Erden verrichte“. Auch George Soros, Multimilliardär, verrichtet diese Arbeit gerne. Da wurden schon Länder, Banken und Währungen in die Knie gezwungen, was ihm und seinem Hedgefond viele Milliarden in die Kasse spülte.

Soros verkündete nach Trumps Wahl zum neuen US Präsidenten zwar nicht Gottes Werkzeug zu sein, sah aber Trumps Wahl als die nahenden Reiter der Apokalypse, die den US Markt in einem Regen aus Feuer und Schwefel versinken lassen würde. Seine bärische Sicht verkündete er fortan in allen Medien und wettete mit 1.8 Millionen Put Kontrakten im S&P und weiteren 7.3 Millionen Put Kontrakten gegen die Nasdaq.

Im Januar 2017, auf dem Weltwirtschaftsforum, nannte er Trump einen „Hochstapler und Möchtegern-Diktator“, war zu dem Zeitpunkt aber bereits gut eine Milliarde Dollar unter Wasser mit seinen bärischen Wetten. Und natürlich war nicht nur Soros Short, denn in der Regel finden „Highroller“ wie Soros viele Nachahmer, die sich im Fahrwasser eines solchen Schwergewichts bewegen.

In einem vorgeschriebenen 13F Filing musste Soros nun seine Positionen offen legen. Dort wurde erkennbar, dass er seine gesamten Put Positionen aufgelöst oder via Hedge neutralisiert hat. Wir können davon ausgehen, dass diese Exkursion ihn und seinen Anhängern viele Milliarden gekostet hat. Eine legitime Frage wäre deshalb, inwieweit Soros und seine Anhänger mit dem Auflösen ihrer Put Positionen deutlich zu der US Rally in den letzten Wochen und Monaten beitrugen.
Was sonst überwiegend unerfahrenen Kleinanlegern passiert, könnte nun vielleicht auch einem Herrn Soros passieren: Verkauf von bedeutenden Positionen aus Druck und Angst … um danach zuzuschauen, wie der Mark in die ursprünglich gedachte Richtung abdreht.

Zu den Charts:

Monatschart Dax

Im linearen Monatschart steigt Dax seit Hoch 8.151 aus 2007 in einem sauberen Kanal. Wir haben jeweils zwei Auflagepunkte an der oberen und unteren Trendlinie des Kanals. Wir können also davon ausgehen, dass ein Anlaufen -egal ob Ober- oder Unterseite- der Trendlinien vom Markt registriert und bewertet wird.
Im November liegt die obere Trendlinie bei 13.836, im Dezember verläuft sie bei 13.882.

Solange das Tief aus August 2017 bei 11.869 nicht unterschritten wird, müssen wir im Monatschart davon ausgehen, dass erneut die Oberseite des Kanals angelaufen werden soll. Es gäbe für die bullische Variante auch Argumente, die im den folgenden Wochen- und Tagescharts zu finden sind.

Wochenchart Dax (5-0 Pattern)

Im Wochenchart verfolgen wir seit Anfang 2016 ein mögliches 5-0 Pattern. Die Zielzone der laufenden Strecke C befindet sich zwischen 13.124 und 14.816. Sobald das Hoch der C erreicht ist, würde nach Lehrbuch eine Korrektur zu erwarten sein, die 50% der Strecke BC korrigiert.
Im Wochenchart hat Dax in der abgelaufenen Woche die MOB Marke 12.909 unter Mühen verteidigt. Bleibt es dabei und setzt der Markt zu einer Jahresendrally an, könnte die in diesen Chart übertragene Monatsmarke 13.836 erreicht werden. Unterstützt wird die These durch eine weitere mögliche Entwicklung im Tageschart.

Tageschart Dax

Die Aufwärtsbewegung Tief 11.869 nach Hoch 13.525 wurde am Mittwoch zu deutlich 38.2% konsolidiert, wie man rechts im Chart in der Fibonacci Strecke erkennen kann. Das 38.2% Retracement 12.892 ist ein bullisches Retracement. Erst unterhalb der 50% und besonders 61.8% Marke wären Zweifel an der Stärke der Rally angebracht.

Sollte das Tief 12.847 auch Tief bleiben, könnte sich – das ist aktuell bitte sehr spekulativ zu interpretieren – eine bärische Wolfe Wave bilden, deren (zunächst) bullisches Ziel die 5 auf der Oberseite wäre, um danach die deutlich tiefer liegende grüne Ziellinie anzulaufen. Das wäre eine interessante Endjahres-Variante, denn Dax müsste ab hier zur oberen Trendlinie des Keils ansteigen, um sodann deutlich auf die grüne Trendlinie zu fallen. Und das im Eiltempo, denn „Estimated time of arrival“, kurz ETA, wäre spätestens der 5. Februar 2018.
Im p30 Blog werden wir das weiter verfolgen.

Die beiden eingefügten Marken des Kanals aus dem Monatschart, 13.838 für November und 13.882 für Dezember sind in diese mögliche Wolfe Wave übertragen worden. Der lila Bereich würde perfekt zu einer bärischen Wolfe Wave passen, die an der 5 des Keils oben ausbricht und danach schnell und hart fallend die grüne Ziellinie aufsucht.
Käme es so, stünde ein höheres Allzeithoch in der Zone 13.638 – 13.882 an, bevor der gesamte Anstieg seit aktuellem Tief 12.848 wieder abgegeben wird.

Die Frage, ob diese mögliche Wolfe Wave im Tageschart bereits jetzt gehandelt werden kann, muss mit einem klaren Jein beantwortet werden. Nach Lehrbuch würde sie frühestens nach Zielerreichung und Umkehr an der 5 gehandelt.
Hat das Tief 12.848 aber Bestand, ähnlich wie an Punkt 1 der möglichen Wolfe Wave, konnte sich ein Long Trade lohnen. Allerdings müsste dann der Stop auch unter das Tief 12.847 gelegt werden, was ca. 200 Punkte Risiko bedeutete. Da das Mindestziel der 5 der Wolfe Wave aber rund 600 Punkte höher liegt, ergäbe sich ein attraktives CRV von 3.
Sofern die Position also klein gehalten wird und 200 Punkte Risiko im Verlustfall das Depot nur mit maximal 1-2% belastet, könnte man das Risiko verantworten. Es bleibt abzuwarten, ob Punkt 4 der Wolfe Wave wirklich das Tief ist. Sollte es erneut getestet werden, müssen die untere Trendlinie des Keils und damit auch mögliche Ziele angepasst werden

Eine erste Einschätzung über die Kraft der Bullen wird uns die Marke 13.124 (5-0 Pattern Aktivierung) liefern. Im Tageschart schauen wir auf die Fibonacci Strecke rechts und sehen das 23.6% Retracement bei 13.134. Eine Überwindung der MOB Marke 13.124 und des 23.6%RT bei 13.134 auf Tagesschluss könnte auf freie Fahrt zum Test des Allzeithochs 13.525 und höher deuten. Diese 10 Punkte Zone gehört also in die Charts!

Tageschart Dax (Teil 2)

In diesem (zweiten) Tageschart sehen wir die bereits ins Ziel gelaufene bullische Wolfe Wave, die wir wegen der Bedeutung der grünen Ziellinie noch weiter beobachten.
Die am Dienstag genannte letzte Auffangszone 12.841 – 12.828 hat am Mittwoch und Donnerstag gehalten. Sie besteht aus den Hochs Mai und September 2017.
Per Schlusskurs blieben Freitag die MOB Marke 12.909 und das Hoch Juni bei 12.951 überwunden. Das ist zunächst für die Bullen erfreulich.

Bullisch auf Tagessicht wird es im Dax, sofern die grüne Ziellinie 13.080 und besonders die MOB Marke (5-0 Pattern) 13.124 erneut überwunden werden.

Ein dickes Warnzeichen wäre ab sofort ein Unterschreiten der Zone 12.951 – 12.909, denn das dürfte sehr schnell zum Tief der letzten Woche bei 12.847 führen. Und würde der bullischen Hammerkerze vom Mittwoch im Tageschart die Hörner stutzen.

Theoretisch kann zwar der Bereich 12.841 – 12.828 (dort wartet noch ein offenes Gap) erneut stützen … ich würde in dem Fall aber eher davon ausgehen, dass Dax dann schnell durchgereicht wird, vielleicht sogar bis 12.575 und 12.316.

Summary aus meiner Sicht:

1. Über 12.951 und besonders 13.124 ist Dax Long auf Sicht von Tagen/ Wochen und könnte die Kanal OK aus dem Monatschart anlaufen.

2. Unter 12.909 und besonders 12.828 droht eine Fortsetzung der Korrektur mit Zielen bei 12.575 und sogar 12.316.

Stundenchart H1

In der kurzfristigen Sicht auf Stundenbasis orientieren wir am erfolgten Rücklauf von 13.525 nach 12.847.
Die „Mindesterholung“ nach Fibonacci bei 13.007 muss überwunden werden, um von einer beginnenden Erholung sprechen zu können. Mit Schlusskurs 12.993 blieb Dax am Freitag knapp unter dieser Marke.
Unterhalb des 23.6% Retracements 13.007 besteht die Gefahr eines Tests des Tiefs 12.847. Wer den Markt eher bullisch einschätzt, geht deshalb Intraday über 13.007 Long mit engem Stop. Die bärische Fraktion sucht unterhalb 13.007 den Einstieg für einen Short Trade bis 12.847 und tiefer, natürlich ebenfalls eng abgesichert.

Sollte sich Dax am Montag über 13.000 bewegen, sind erste Widerstände am 50% (13.186)und 61.8% (13.266) Retracement zu erwarten.
Oberhalb der braunen Widerstandszone, in der auch das 76.4% RT liegt, wäre die Korrektur beendet.

Ich wünsche allen Lesern einen erfolgreichen Montag!

P.S.: Ein 14-tägiges Probeabonnement für den p30 Premium Blog (9.99 Euro) steht jedem Interessenten einmalig zur Verfügung.

Intraday-Updates findet ihr wie immer im p30-LeserStream. Hier veröffentliche ich weiterhin den Trading-Treff-Ausblick in der Rubrik Trading.

Ihr Marius Schweitz

Marius Schweitz
Über Marius Schweitz 303 Artikel
Marius Schweitz ist seit 2001 aktiver Trader und Mitinhaber der Trading Community "Projekt30.de". Gehandelt werden Dax, US Indizes, Forex und Edelmetalle. Marius ist spezialisiert auf Wolfe Waves und die Verdichtung von Fibonacci Marken aus unterschiedlichen Zeitebenen, die sodann klare Ausbruchs- und Unterstützungsmarken ergeben.

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