Trading-Treff-Ausblick für den 12. Februar 2018 mit DAX-Analyse

Der Dax beendete seinen Handel am Freitag bei 12.107 und somit 152 Punkte unter dem Schlusskurs 12.260 vom Donnerstag.
Das Tief lag bei 12.003, das Hoch wurde bei 12.296 eingebucht.

Was für ein Tag, was für eine Woche! Über Volatilität konnte man sich wahrlich nicht beklagen, lag sie doch mit durchschnittlich 263 Punkten täglich deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen Monate.
Zu verdanken haben wir das nicht zuletzt dem weltgrößten Hedgefond Bridgewater, der mit mehr als 6.3 Milliarden Euro Einsatz massiv short im Dax ist. Trotzdem zeigt ein Blick auf den Tageschart, dass dabei die Chartmarken und Ziele aus den Ausblicken eine wichtige Orientierungshilfe waren und sind.

Tageschart D1

Nachdem sich das Broadening Top/ die Trompete nach einem Fehlausbruch an der 5 und Bruch der Mittellinie 13.085 zur Unterseite begab, ging es schnell. Ziel 1 und Ziel 2 der Formation wurden schnell erreicht. Nachdem am Dienstag das zweite Ziel 12.065 abgearbeitet war, stieg Dax am Mittwoch erneut zur unteren Trendlinie des broadening Top.
Am Donnerstag nahm er mit einem Gap down erneut den Weg nach unten auf. Ich schrieb in den Ausblicken, wie wichtig die Zone 11.941 – 11.850 gebildet aus den beiden Tiefs vom März und April 2017 sei. Diese Zone hat nämlich bereits im August 2017 einen 1.000 Punkte Absturz des Dax gebremst. Das gelang auch am Freitag im späten Future Handel, der den Dax gegen 19.30 Uhr nach 11.910 führte.

Am Freitag funktionierte die Zone aus den beiden Tiefs erneut wie ein Trampolin. Ausgehend vom Future Tief 11.910, das sich innerhalb der Zone 11.941 – 11.850 bildete, stürmte Dax rund 350 Punkte gen Norden nach 12.250 und lief sogar 150 Punkte über den Kassa Schlusskurs 12.107.

Ist die Korrektur nun beendet? Ich denke eher nicht, denn es wird Bridgewater kaum gelungen sein, am Freitag die Aktien und Index Short Positionen zu covern. Zumal der Boss dieses rund 170 Mrd.$ schweren Hedgefonds, Ray Dalio, öffentlich bekundete, dass er den Dax eher bei 11.000 als bei 12.000 korrekt bewertet sieht. Wer dem Herrn auf die Finger schauen will, bemüht den Bundesanzeiger und prüft die Short Positionen auf Veränderung. Dann bitte nur noch im Suchfenster „Bridgewater“ eingeben und schon erscheinen die aktuellen Leerverkaufspositionen.

Stundenchart H1

Im Stundenchart H1 wird die Dramatik sichtbar, die sich aus den Verlusten der abgelaufenen Woche ergeben. Nachdem die erwähnte (bärische) Flagge nach unten brach, wurde die alte Aufwärtsstrecke vom Tief 11.869 nach Hoch 13.597 fast egalisiert.

Wir haben also die bereits im Tageschart erwähnte Zone aus dem Tiefs März und April 2017 als letzte Verteidigungslinie, zumal innerhalb dieser Zone auch das letzte bedeutende Tief vom 29. August 2017 bei 11.869 verläuft.

Bricht diese Zone, dürfte es einen Washout geben. Der Bruch zweier Monatstiefs wäre schon dramatisch genug. Dazu käme der Bruch des letzten bedeutenden Tiefs aus 2017. Und ginge es deutlicher unter Dax 12.000, würde eine bedeutende Short Position an dieser runden Marke ins Geld laufen. Diese müsste dann von den Stillhaltern gehedged werden, indem sie ebenfalls short gehen. Das Verfallsdiagramm mit den großen Short Positionen ist hier zu finden.
Eine solche Entwicklung wäre sicherlich ein Wunschszenario von Bridgewater und könnte im Extremfall auch zum Punkt D des 5-0 Patterns aus dem Wochenchart bei 11.147 führen.

Ich schrieb im Ausblick zum Freitag:

Jede noch so schöne 100 Punkte Kerze aufwärts ist für mich aus fundamentaler Betrachtung unbedeutend, solange Dax nicht mindestens über 12.810 den Handel beendet. Aktuell läuft Dax in einer (möglicherweise bärischen) Flagge. Bis diese nicht nach oben aufgelöst wird, sehe ich die Gefahr, dass es eine weitere Welle abwärts gibt.

Dabei bleibt es, zumal die Flaggeam Freitag bärisch aufgelöst wurde und nicht darauf vertraut werden kann, dass Stillhalter und bullische Marktkräfte die Bären und Bridgewater bis zum Verfall am 16. Februar im Zaum halten können. Ob und wann die EZB auf so eine Attacke mit (versteckten) Aktionen reagiert, wissen wir nicht. Vielleicht gibt es eine rote Linie, vielleicht auch nicht.

Schauen wir uns die erste Abwärtsstrecke im Stundenchart H1 und die gebrochene bärische Flagge an, so ist es nicht unmöglich, dass die zweite Welle in gleicher Länge bis nach 11.265 trägt. Von dort aus wäre ein Anlaufen der 11.147 ein Katzensprung.
Natürlich ist das nur eine Möglichkeit. Sie mahnt aber zur Vorsicht, sofern man Long engagiert ist oder es vorhat. Ein sinnvoller Stop Loss und Money Management ist Gebot der Stunde.

Wochenchart

Wenn wir auf den Wochenchart und das vielfach besprochene 5-0 Pattern schauen, wird einem durch die Ereignisse in dieser Woche klar, wie schnell das „Unmögliche“ passieren kann. Unterhalb der 5-0 Pattern Validierungsmarke 13.124 darf Dax das Ziel 11.147 anlaufen, das nach 5-0 Pattern Regel ein klarer spekulativer Kauf wäre. Nun liegt 11.147 mit dem heutigem Schlusskurs 12.107 rund 960 Punkte tiefer. Sollte sich aber die aktuell laufende zweite Abwärtswelle fortsetzen, könnte sich bei 11.147 eine echte Gelegenheit zum Long Einstieg ergeben. Vom Tisch ist diese Option für mich erst wieder oberhalb 13.124 und neuen Allzeithochs.

Der Dax wird erst wieder beginnend bullisch, wenn er 12.745, 12.810, 12.909 und die bekannte 10 Punkte Zone 13.124/34 sowie 13.196 auf Tagesschluss bezwingt. Glaubwürdig bullisch wird er erst oberhalb der Widerstandszone 13.341 – 13.404!

Die kommenden Handelswoche mit einem kleinen Optionsverfall am Freitag und einem Dax im Würgegriff eines 170 Mrd. schweren Hedgefond Gorillas verspricht reichlich Action und Dramatik. Wie oft in so undurchsichtigen Situationen kann es sinnvoller sein, wenn man dem Gemetzel der Giganten bei Popcorn und Cola oder Stulle und Kaffee zuschaut. Und sich -sobald der Pulverdampf verzogen ist – auf die Seite des Siegers begibt und einsteigt. Denjenigen, die sich in der kommenden Woche auf das Schlachtfeld trauen, wünsche ich Glück und Erfolg.

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Ich wünsche allen Lesern einen erfolgreichen Montag!

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Intraday-Updates findet ihr wie immer im p30-LeserStream. Hier veröffentliche ich weiterhin den Trading-Treff-Ausblick in der Rubrik Trading.

Ihr Marius Schweitz

 

 

Marius Schweitz

Marius Schweitz ist seit 2001 aktiver Trader und Mitinhaber der Trading Community "Projekt30.de". Gehandelt werden Dax, US Indizes, Forex und Edelmetalle. Marius ist spezialisiert auf Wolfe Waves und die Verdichtung von Fibonacci Marken aus unterschiedlichen Zeitebenen, die sodann klare Ausbruchs- und Unterstützungsmarken ergeben.

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