Rekordhoch im TecDAX: Technologie-Aktien steigen still und leise

Rekordhoch im TecDAX: Aktien steigen
Rekordhoch im TecDAX: Technologie-Aktien steigen
 

Die Berichterstattung an der Deutschen Börse widmet sich meist dem DAX zu. Manchmal auch den Nebenwerten im MDAX oder SDAX und natürlich einzelnen Technologie-Aktien. Wohl aber selten dem Index Selbst – dem TecDAX. Dem soll an dieser Stelle zumindest aus meiner Feder abgeholfen werden. Somit werde ich den TecDAX einmal aus charttechnischer Verfassung genauer ansehen.

 

Was ist der TecDAX?

Den Index gibt es bereits seit dem Jahr 2003 im Rahmen des Prime Standards der Deutschen Börse AG mit 30 Technologiewerten. Nach 15 Jahren Existenz kann man getrost sagen, dass dieser Name nun seine Bestandsberechtigung am Deutschen Aktienmarkt hat. Denn der Vorgänger „Nemax50“ bildet zwar die Basis der Berechnung, doch hatte eher ein kurzes Leben. Einige Skandale und Insidergeschäfte führten zur Auflösung bzw. Umwandlung und schärferen Regularien. Dabei wurde auch das Konzept noch einmal grundlegend überarbeitet. Als aktuelle Kriterien für eine Aufnahme in den TecDAX muss es sich erst einmal um ein Technologieunternehmen handeln, sowie weitere folgenden Punkte:

  • Zulassung und Listing im Prime Standard
  • Xetra-Handel fortlaufend
  • Streubesitz von wenigstens als zehn Prozent
  • Juristischer Sitz oder operatives Hauptquartier in Deutschland

Doch warum muss es ein solches Segment überhaupt geben?

 

Aufstieg der Technologie-Aktien

Aus den Börsenberichten der Wall Street ist es sicherlich allen Lesern bekannt, wie stark Technologie-Aktien ansteigen können. Facebook oder Apple mit Allzeithoch, Google weiterhin im Wachstumsmodus oder auch Tesla sind typische Werte dafür. Aber eben aus den USA und nicht aus Deutschland. Das Technologiebarometer TecDAX möchte dem natürlich in nichts nachstehen, hat aber noch mit alten Imageproblemen zu kämpfen. Vielleicht erinnern Sie sich an den „Neuen Markt“ und die Highflyer zur Jahrtausendwende? Intershop, EM-TV oder auch Brainpool sind nur einige Werte, die hier in den Olymp der Börsianer emporschnellten und wenig später auch in Missgunst fielen und zum Teil gar nicht mehr existieren. Dieses Schicksal traf auch den Index selbst, welcher später dann eingestellt wurde. Vom Hoch bei 9.694 Punkten fiel er binnen vier Jahren auf 309 Punkte zurück und verlor damit 97 Prozent ab Allzeithoch betrachtet. Das AUS kam am 21.03.2003 dann und legte den Grundstein für den TecDAX.

Folgende Werte sind in ihm enthalten:

1&1 Drillisch – Aixtron – Aumann – Bechtle – Cancom – Carl Zeiss Meditec – CompuGroup Medical – Dialog Semiconductor – Drägerwerk Vz – Evotec – Freenet – Isra Vision – Jenoptik – Medigene – MorphoSys – Nemetschek Nordex – Pfeiffer – Vacuum – Qiagen – RIB Software – S&T AG – Sartorius Vz – Siltronic – SLM Solutions Group – SMA Solar Technology – Software AG – Telefonica Deutschland Holding – Utd. Internet – Wirecard – Xing

 

Hinweis: Achten Sie auf die neue Zusammensetzung in diesem Quartal!

Änderungen MDAX, SDAX, TecDAX im Juni 2018 | Siemens Healthineers, Rocket, DWS

 

Zu einigen dieser Werte, wie zum Beispiel Evotec, Dialog Semiconductor oder Nordex, gab es auf Trading-Treff schon mehrere Analysen. Diese Werte sind also auch weiterhin hier im Fokus der Trader.

 

Chartanalyse des TecDAX

In den vergangenen Tagen überzeugte der Index mit neuen Rekordständen und lenkte damit die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer wieder zu sich. Diese Pluszeichen kamen nicht von ungefähr, denn der Aufwärtstrend ist schon länger intakt. Der 10-Jahreschart beeindruckt:

Chartbild TecDAX 10 Jahre mit 200-Tagelinie
Chartbild TecDAX 10 Jahre mit 200-Tagelinie

 

Auch der kürzere Zeitraum von einem Jahr bewegt sich solide nach oben:

 

Chartbild TecDAX 1 Jahr mit 200-Tagelinie
Chartbild TecDAX 1 Jahr mit 200-Tagelinie

 

Wir sprechen hier über eine Performance von 22 Prozent auf 1 Jahr gerechnet. Zum Vergleich: Der viel bekanntere DAX hat auf Sicht von einem Jahr nur 1 Prozent Performance erwirtschaftet. Beim Blick auf 3 Jahre sind wir bei 66 Prozent, was ich im Vergleich der Indizes sehr stark finde.

Zusätzlich ist es natürlich für den TecDAX in diesem Zusammenhang ein starkes Zeichen, dass der Trend sich fortsetzte. Denn am Jahresbeginn waren noch alle Indizes der DAX-Familie auf Allzeithochs. Nun nicht mehr.

 

Allzeithoch für MDAX, SDAX, TecDAX – Rekorde in der DAX-Familie

 

Welche Werte waren dafür verantwortlich? Auch dies habe ich einmal dargestellt und den Zeitraum 1 Jahr von finanzen.net (Historie) markiert:

 

Performance der besten TecDAX-Werte
Performance der besten TecDAX-Werte

 

TecDAX sollte beobachtet werden

Dies gezeigten Unternehmen müssen sich auch international bzw. im Vergleich mit den großen Nasdaq-Aktien nicht verstecken. Wirecard hat nur knapp den Aufstieg zum Marktsegment DAX verpasst und beim Blick auf die Spalte „10 Jahre“ mit teilweise vierstelliger prozentualer Performance wird einem als Anleger fast schwindelig.

Insgesamt kann gesagt werden, dass der Index sich in einer gesunden charttechnischen Verfassung befindet und das mediale Desinteresse nicht gerechtfertigt ist. Neben Einzelwerten wird hier auch zunehmend zum Index berichtet werden. Denn der TecDAX ist mittlerweile ein Index, den man als Anleger nicht ignorieren sollte.

 

Viel Erfolg wünscht Ihr Bernecker1977 (Andreas Mueller)

Bernecker1977
Über Bernecker1977 176 Artikel
Bernecker1977 ist der Trader, Referent und Coach Andreas Mueller. Er handelt seit rund 20 Jahren Indizes, Devisen und Rohstoffe an der Börse mit Futures, Derivaten und CFDs und ist nicht nur auf wallstreet-online bereits seit dem Jahr 2005 in den "Tages-Trading-Chancen" Ansprechpartner für alle börsenrelevanten Fragen.

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