Neues Jahreshoch am EZB-Tag für den DAX, und nun?

Chartanalyse des Deutschen Aktienindex

 

Staunende Blicke und viele Orders verfolgten gestern den Start des XETRA-Handels. Mit Schwung nahm der DAX das bisherige Jahreshoch und legte noch einen „Zahn zu“. Diese Euphorie ebbte danach jedoch wieder ab. Ihr folgte ein impulsloser Handel zum EZB-Event, wie wir ihn lange nicht gesehen hatten.


Handelstag im Zeichen der EZB


Ohne starke Impulse verlief in diesem Monat die EZB-Sitzung. Dabei hatten Marktteilnehmer zum Abschied von Mario Draghi als EZB-Präsident zumindest harte Worte erwartet, wenn auch keine Veränderung am Leitzins. Doch es kam nichts Neues aus Frankfurt – alles Bekannte wurde noch einmal bestätigt. So zum Beispiel der historisch niedrige Leitzins und das neu aufgelegte Anleihekaufprogramm in Höhe von 20 Milliarden Euro pro Monat, welches im November starten soll und bisher keine Laufzeitbegrenzung erhalten hat.

Unser Leitindex verharrte damit in einer engen Range nach der EZB-Sitzung:



Im Ergebnis stand mit 12.872 Zählern ein neues Jahreshoch auf Schlusskursbasis in den Büchern und intraday konnte das Jahreshoch um fast 100 Punkte nach oben erweitert werden. Dies geschah jedoch gleich zum Handelsstart mit einem GAP und kurzem Squeeze. Beide Jahreshochs sind hier entsprechend markiert:



Daraus folgt eine Fortsetzung des Aufwärtstrend im großen Chartbild der XETRA-Handelszeiten:



Charttechnisch kann die Überwindung des alten Jahreshochs nun für eine Unterstützung genutzt werden, da diese Schwelle durch mehrere Auflagepunkte entsprechend optisch hervorsticht:



Die Wahrscheinlichkeit ist recht hoch, dass auch zum Wochenausklang hier keine Trendwende eingeleitet wird und der DAX sich eher an der Oberseite orientiert.

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Schauen wir umgehend auf die ersten Kurse des Tages


Vola zur Nachbörse / Vorbörse nach US-Quartalszahlen


Die Wall Street gab ein gemischtes Bild ab. Während das Technologiebarometer Nasdaq sich seinem Allzeithoch annäherte, notierte der Dow Jones fast den ganzen Handelstag im negativen Bereich. Hintergrund waren einmal mehr die Quartalszahlen. Hier glänzte vor allem Tesla mit einem überraschenden Gewinn, welcher die Aktie zwischenzeitlich um 20 Prozent steigen ließ.

Nachbörslich gab es dann einen Dämpfer von Amazon. Der weltgrößte Onlinehändler nahm seinen Ausblick auf das kommende Quartal zurück und setzte damit den Markt etwas unter Druck. Allein die Aktie verlor nachbörslich acht Prozent und hat damit auch heute Implikationen auf den Handelsstart.

Anders als gestern notieren wir nicht gleich in der Vorbörse auf einem neuen Jahreshoch, sondern in der Range des gestrigen Nachmittags. Wie in Chartbild 1 skizziert, ist diese über Stunden aktiv gewesen und könnte heute Morgen bei einem Ausbruch die weitere Richtung weisen.

Vorbörslich notieren wir nahe der Oberkante der großen Handelsspanne vom Donnerstag:



Ein Ausbruch über 12.885 könnte hier einen neuen Impuls zum Jahreshoch und damit noch näher zur 13.000er-Marke freisetzen.

Die Bären müssen wohl auf einen Durchbruch unter die 12.840 lauern und haben dann mit der 12.818 und 12.806 zwei naheliegende Unterstützungen vor Augen. Beide Szenarien sind hier im Schaubild zusammengefasst und sollen Ihr Interesse auf einen Ausbruchstrade lenken:



Diskutieren Sie dies im Trading-Chat mit uns

Im Wirtschaftskalender sind hierfür einige Impulse verzeichnet. So sollten Sie auf die 10.00 Uhr auf den ifo-Geschäftsklimaindex achten und 16.00 Uhr auf das Verbrauchervertrauen der US-Konsumenten, welches die Uni Michigan erhoben hat. Beide Parameter können dem Markt einen entscheidenden Schub geben und die Richtung für den letzten Handelstag der Woche bestimmen.

Gerne begleiten wir Sie durch den Handelstag,

Ihr Christian Schürholz von Daytrading-Live.de

Christian Schürholz
Über Christian Schürholz 40 Artikel
Seit 20 Jahren ist Christian Schürholz aktiv an der Börse. Von Aktien, über Zertifikaten zu CFDs und Forex hat er schon (fast) alles gehandelt, sowohl auf Basis fundamentaler und technischer Analyse. Durch seine langjährige Erfahrungen im Brokeragegeschäft ist ihm auch die institutionelle Seite bestens bekannt.

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