Nasdaq100 Kursziel 6.700 Zähler und weiter bullisch: Chartanalyse

In meinem jüngsten Beitrag „Mein ältester Freund an der US-Börse gibt noch grünes Licht!“ vom vergangenen Donnerstag habe ich mich als „Immer-Noch-Bulle“ für den US-Aktienmarkt zu erkennen gegeben. Selbiges ist somit auch auf andere Märkte und Indizes an der Wall Street übertragbar. Als Beispiel ist hier der Technologiesektor zu nennen, der gerade nach den Quartalszahlen der Schwergewichte weiter an Fahrt gewann. Fast 3 Prozent Aufschlag am gestrigen Tag sind ein klares Signal. Mein Nasdaq100 Kursziel muss daher neu formuliert werden.

 

Zweifel inmitten dieser Rally sind durchaus angebracht

Natürlich sind die Indizes schon mehr als toll gelaufen. Allein der Nasdaq100 hat im laufenden Jahr eine Performance von 28 Prozent absolviert, wie man auf dem Profil hier nachlesen kann. Dagegen sieht der Dow Jones mit 19 Prozent im laufenden Jahr schon fast schwach aus. Doch ist damit die Rally per se ausgereizt?

Natürlich wird es immer wieder Rücksetzer geben, die kurzfristigen Tradern gute Short-Trades und im Anschluss Investoren brauchbare Kaufpunkte bieten. Dennoch sehe ich die Hauptrichtung weiter aufwärts gerichtet und suche daher objektiv im Chartbild ein ableitbares Nasdaq100 Kursziel.

 

Wie bestimme ich das Kursziel?

Behauptungen aufzustellen, das ist die eine Sache. Sie zu begründen eine andere. Und was bietet sich dafür besser an als ein Chart?

Ich verwende hier einen Point & Figure Chart mit einer Kästchengröße von aktuell 50 Punkten. Damit ist diese Analyse besonders für Positionstrader mit einem Zeithorizont von mehreren Wochen interessant. Aber auch für „schnellere“ Marktteilnehmern kann ein Blick auf das „große Bild“ interessant sein.

 

Nasdaq100 Kursziel aus dem Chart abgeleitet
Nasdaq100 Kursziel aus dem Chart abgeleitet

Bereits ein erster flüchtiger Blick auf den Chart offenbart das Nasdaq100 Kursziel von 6.700 Punkten im Maximum.

Denn die Situation nach Point and Figure ist immer noch bullisch. Das erkennen Sie daran, dass aktuell jede neue X-Säule, die für steigende Notierungen steht, die vorhergehende X-Spalte übertrifft. Gleichzeitig lässt sich in der Point & Figure Charttechnik zu jedem Kaufsignal ein Kursziel berechnen.

Und diese Berechnung zeigt Erfreuliches für die Bullen. Die letzten beiden – immer noch gültigen – Kursziele belaufen sich auf 6.450 und in der Folge 6.700 Punkte.

Bei aktuellen Notierungen von rund 6.200 Zählern sind das immer noch +4,0% und +8,0%.

 

Wann endet diese Rally im Nasdaq100?

Ein Ende der Bullenparty sehe ich erst bei Erreichen der 5.800 Punkte. Bislang habe ich nur gute Nachrichten für die Bullen überbracht, da sei mir eine kleine aber wichtige Einschränkung gestattet. Der Chart offeriert erst bei 5800 Punkten ein Verkaufssignal. Das bedeutet, dass erst dann klar gesagt werden kann, dass die Bullen-Party erst einmal vorbei ist.

 

Chance-Risiko-Verhältnis: Aktuell schlecht

 

Bei Notierungen um 6.200 Zähler ergibt sich damit ein Risiko von satten 400 Punkten, dem eine Chance bis zu den Kurszielen von 250 und maximal 500 Punkten gegenüber steht. Das ist kein Verhältnis von Chance zu Risiko, das einen Bullen jetzt in den Nasdaq100 direkt locken könnte.

 

Mein Ratschläge:

1. Einzelwerte bevorzugen

Eine Idee wäre es, statt einem Investment in den Nasdaq100 direkt über darin enthaltene Einzelwerte mit einem besseren Chance-Risiko-Verhältnis zu gehen. Oder:

2. Rücksetzer abwarten

Allerdings besteht hier die Gefahr, dass keiner kommt. Denn Rücksetzer sind wie scheue Rehe. Die tauchen auch nie auf, wenn man sie erwartet.

3. Objektiv die Märkte betrachten

Gegen den Trend eine Short-Position ohne erkennbaren Anlass aufzubauen, kann ebenso fatal enden, wie auf einen schon lange anhaltenden Trend aufzuspringen. Dies muss ich hier nicht weiter ausführen, die meisten Leser wissen dies aus eigener Erfahrung.

 

Aber der Vollständigkeit halber: Bereits ein Rücksetzer auf 6.000 Zähler würde das Chance-Risiko-Verhältnis für einen Long-Einstieg auf solide brauchbare Werte stellen.

Ihr Jörg Mahnert von www.xundo.info (Alles rund um Point & Figure und die Börse)

 

Joerg Mahnert

Jörg Mahnert ist seit nunmehr 28 Jahren im Bereich Trading und Investment tätig. Seit 2001 macht er die in Deutschland zu Unrecht vernachlässigte Methodik Point&Figure-Charttechnik bekannt und veröffentlicht seine Analysen auf seiner Seite XundO.info und auf einigen etablierten Finanz-Portalen.

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