Kniffliger USD/JPY: Bullenkönig vom Thron gestoßen?

 

Geehrte Leser, die in der letzten Chartanalyse zum USD/JPY besprochenen bearishen Impulse, scheinen sich im weiteren Wochenverlauf durchgesetzt zu haben. Doch es kann nicht schaden auch die andere Kursrichtung etwas genauer unter die Lupe zu nehmen, um im Tunnelblick nicht einer Bärenfalle zu erliegen. Kniffliger USD/JPY – Wie geht es weiter?

 

Setzen wir uns mit den Fakten auseinander:

Im übergeordneten Wochenchart stellt sich die jüngste, durchaus beeindruckende Erholung, als Retest des Ausbruchsniveaus aus der verlassenen, aufwärtsgerichteten Flagge dar. Gleichzeitig wurden die beiden von mir beachteten Unterstützungen bei rund 110.400 und 108.700 noch nicht getestet.

Damit ergibt sich höchstwahrscheinlich weiteres Abwärtspotential in Richtung jener mutmaßlichen Unterstützungen. Auf dem Daily- und H4-Chart lässt sich das noch weiter präzisieren. Diesen schauen wir uns auch gleich an. Natürlich könnte man auf Basis der vermuteten Flagge sogar noch weitere bearishe Kursziele in Richtung 107.000 und 108.000 definieren, doch das ist für mich aktuell noch ein wenig Kaffeesatzleserei, denn die zuvor erwähnten Unterstützungen stellen in meinen Augen eine massive Bärenbarriere dar.

 

Kniffliger USD/JPY – übergeordnete Aussichten

USDJPY 1 20170728

 

 

Es ist kein Geheimnis, dass ich die bullishe Richtung, aufgrund eines attraktiven positiven Long-Swap, bevorzuge.

Wenn es jedoch klar in Richtung Süden geht, werde ich mich nicht dagegen verwehren.

Das hätte keinen Sinn.

Die vermeintliche bullishe Flagge im Tageschart, über welche ich in der Vergangenheit schon einige Male philosophiert habe, und auch das entsprechende mögliche Kursziel bei rund 116.900 (Harter Widerstand aus dem Monthly-Chart) haben weiterhin Bestand.

Aktuell sehe ich keinen Grund davon abzurücken, da der Kurs noch nicht ansatzweise wichtige Unterstützungen, wie die auf Wochenbasis oder das Tief des Flaggenstabes, durchbrochen hat.

Behalten wir also im Hinterkopf, dass die im Wochen- und Tageschart ersichtlichen Unterstützungen durchaus das Zeug haben könnten, sehr attraktive bullishe Positionierungsmöglichkeiten darzustellen.

Dazu bedarf es nach solch einer Korrektur zwar noch anderer wichtiger Signale, doch damit beschäftigen wir uns, wenn es soweit ist.

 

USD/JPY: Viel Potential in Richtung Norden?

USDJPY 2 20170728

 

 

Was ich diese Woche sah, war der Bruch der mutmaßlich wichtigen Unterstützung bei ca. 111.275, eine kurze Erholung, Wiederaufnahme der Abwärtsbewegung und anschließend ein Test der markanten aufwärtsgerichteten Trendlinie von unten.

Sollte der heutige Tagesschlusskurs unterhalb der besagten Trendlinie und des horizontalen Unterstützungsbereichs stattfinden, zweifel ich nicht mehr an weiteren umfangreichen Korrekturbewegungen.

Auf Basis dieses Kenntnisstandes long zu investieren wäre wohl recht wagemutig.

Meiner Meinung nach ist ein klares bearishes Statement bitter nötig, denn wenn man sich in einen Bullen hineinversetzt, dann scheiterte der Kurs vielleicht lediglich am 34.0/38.2er Fibonacci Retracement und hat bis zum nächsten horizontalen Widerstand bei ca. 114.000 und damit bis zum wichtigen 89.0er Fibonacci Retracement viel Platz.

Eine Bärenfalle?

Das glaube ich erst, wenn der Kurs nicht noch weiter fällt und wir einen Anstieg über 112.000 sehen.

Vorher ist das nur ein Hirngespinst.

 

Bärenfalle im USD/JPY möglich

Kniffliger USD/JPY
USD/JPY im Chartbild

 

 

Detailfragen im USD/JPY

Abschließend der Blick auf den H4-Chart:

Kniffliger USD/JPY
USD/JPY Chart

Ich sehe nichts, was auf eine ausgedehnte Erholung hindeutet.

Ich sehe nur den Bruch wichtiger Unterstützungen, jüngst bei rund 110.845, und keine neuen Hochs bzw. das Überwinden naher horizontaler Widerstände.

Solang sich daran nichts ändert, gilt jedwede Kurssteigerung für mich als bloße Erholung und als grundsätzlich gefährdet. Keine gute Basis, um entspannt den Bullen zu reiten.

Werden die nahen mutmaßlichen Unterstützungen bei rund 110.920 und 110.700 durchbrochen, sind deutliche Kursverluste bis zunächst 110.440, 109.000 und 108.500 wahrscheinlich unvermeidlich.

 

Ich wünsche Ihnen einen entspannten Wochenausklang!

 

Peter Seidel

Peter Seidel
Über Peter Seidel 111 Artikel
Peter Seidel ist freiberuflicher Trader, Trading-Coach und Gründer der Analyseplattform www.forexhome.de. - dabei liegen seine Schwerpunkte im Forexhandel auf einer Kombinationsstrategie mehrerer klassischer Analysetools.

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