Gold: Kursziel 1620 USD, aber ich will (noch) nicht

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

da der DAX nun wie erwartet läuft, nachdem er die 12.400 geknackt hat, habe ich ein wenig Zeit, mich um Lesermails zu kümmern. Und viele davon drehten sich um das Thema Gold. Einige forderten sogar recht bestimmt, dass ich mich dazu äußern solle, warum ich das Thema Gold in den vergangenen Wochen so „sträflich“ vernachlässigt hätte. Schließlich könne ja ein Blinder sehen, dass sich das gelbe Edelmetall in einem Point & Figure Kaufsignal befinde.

Da haben die Schreiber zum Teil recht. Zumindest mit dem Kaufsignal liegen sie absolut richtig. Ob es wirklich „sträflich“ war, sich bislang drängenderen Problemen wie dem DAX zu widmen, das muss bezweifelt werden.

Hier meine aktuelle Point & Figure Analyse zum Gold und eine durchaus nachvollziehbare Begründung, warum nicht alles, was einfach aussieht, das auch ist.

Fakt 1: In USD befindet sich der Point & Figure Chart in einem intakten Kaufsignal

Fakt 2: In USD lautet das Point & Figure Kursziel auf 1620 USD

Fakt 3: In USD liegt der Stopp bei 1180 USD und damit unter den mehrfach getesteten Tiefs aus Februar 2016, Mai 2016 und Mai 2017.

Daraus ergibt sich dann auch Fakt 4: Das Chance-Risiko-Verhältnis stellt sich bei aktuellen Notierungen von 1330 USD damit auf rund 290 USD zu 150 USD. Das sind knapp 2:1 und damit wäre das nicht das Problem.

Und jetzt wird es etwas schwieriger

Das war der einfache Part und nun kommt das, was mir bei einem potenziellen Engagement im gelben Edelmetall Magenschmerzen bereitet hat und es eigentlich auch noch immer tut.

Stelle ich nämlich den Goldpreis in Euro im Point & Figure Chart dar, sieht die Sache deutlich weniger begeisternd aus.

Des Rätsels Lösung ist wiederum einfach. Es ist der Euro, dessen Zulegen gegenüber dem USD vor allem in den vergangenen Wochen ein Gold-Investment für uns Europäer zumindest mit einem kräftigen Dämpfer versehen hat.

Da ich aktuell noch keine klare Trendumkehr in diesem Währungspaar vorliegen habe, konzentriere ich mich weiterhin erst einmal noch auf den Euro-Raum.

Lohnt es sich also gar nicht, aktuell in Gold zu investieren?

Doch, es gibt währungsgesicherte Zertifikate auf den Goldpreis. Aber Achtung: Natürlich ist auch diese Absicherung mit renditeschmälernden Kosten verbunden.

Wer Zugang zum Währungshandel hat, kann natürlich auch eine Hedgeposition einnehmen.

Aber ohne diese entsprechenden Gegenmaßnahmen ist es meiner Meinung nach wenig zielführend, sich als Euroanleger momentan im Gold zu engagieren.

Ihr Jörg Mahnert

XundO.info (Alles rund um Point & Figure) 

Joerg Mahnert
Über Joerg Mahnert 47 Artikel
Jörg Mahnert ist seit nunmehr 28 Jahren im Bereich Trading und Investment tätig. Seit 2001 macht er die in Deutschland zu Unrecht vernachlässigte Methodik Point&Figure-Charttechnik bekannt und veröffentlicht seine Analysen auf seiner Seite XundO.info und auf einigen etablierten Finanz-Portalen.

2 Kommentare

  1. Das Open Interest im aktuellen Gold Future (Okt 2017) ist zur Zeit nicht sehr hoch verglichen mit dem Open Interest vom naechsten Gold Future (Dez 2017). http://www.mrci.com/ohlc/ohlc-all.php

    Somit ist im Moment damit zu rechnen dass der Future Gold Preis, sofern politisch und wirtschaftlich nichts wirklich schlimmes eintrifft, weiterhin stabil bleibt und sogar eher noch weiter nach unten korrigieren wird.

    Dazu TA maessig der Pivot Point am Tages Chart, welcher doch schon sehr markant ist. Dazu auch die offene Meldung von einem der groessten Gold Hedge-Funds jetzt Gold zu kaufen. (Lustig alias: Du kaufen ich dir verkaufen)

    Man muss alles von verschiedenen Seiten und mit verschiedenen Tools analysieren. Somit danke an den Kollegen Joerg mit seinen Analysen im PF charting, welches ich sehr schaetze.

    Gruss / Delta_Peter

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