Fundamentale- und technische DAX-Analyse

 

Guten Morgen geehrte Leser, wie finden Sie sich aktuell mit den Märkten zurecht? Denken Sie, dass die Märkte in der aktuellen Situation keine Gefahren mehr haben? Oder sind sie dauerhaft pessimistisch und denken, dass das dicke Ende bevorsteht? Die Fundamentale- und technische DAX-Analyse ist das Medium, um meine Sicht auf die Dinge darzustellen.

Seit der letzten DAX-Analyse ist nun schon einige Zeit vergangen. Daher wird es nun höchste Zeit für eine Fortsetzung. Gerade weil die Dinge sich rasend schnell entwickeln, wird es zumindest nicht leichter den Markt zu beurteilen, doch es gibt natürlich immer Anhaltspunkte und Marken, die dem Trader einen Vorteil verschaffen.

 

Technische DAX-Analyse

 

Zur allgemeinen technischen Lage habe ich vor ein paar Tagen bereits einen Beitrag veröffentlicht. In diesem Beitrag stellte ich ein Setup aus der Marktsymmetrie heraus. Das Setup selbst wurde über die Gann-Box beschrieben. Da das aktuelle Schaubild weiterhin zum Setup passt, gebe ich an dieser Stelle nur den Chart wieder.

Gann-Box im DAX - Fundamentale- und technische DAX-Analyse
Gann-Box im DAX

 

Wie Sie sehen, befindet sich der DAX weiterhin sowohl von den Preisen, wie auch von der Zeit in einem symmetrischen Bild. Sollte der DAX ein Hoch über 13.000 Punkte generieren können oder aber im Juli dieses Jahres ein neues Hoch erklimmen, wird das Setup ungültig.

Unterstützend zum aktuellen Bild im DAX gab es auch ein Sell-Signal im FTSE. Auch dieses entsprang der symmetrischen Betrachtung und stellte bereits einen guten Einstieg für die Bären dar. Beide Setups in Kombination zeigen das mögliche Potenzial der letzten Hochpunkte im Markt. Erst wenn eines der beiden Setups deutlich durchbrochen wird, würde sich die Lage für die Bullen verbessern. Bis dahin könnte nach langer Durststrecke für die Bären ein Hoffnungsschimmer am Horizont zu erkennen sein.

Fundamentale- und technische DAX-Analyse
FTSE Chart im Vergleich

 

Fundamentale Lage im DAX

 

Fundamental hat sich wenig verändert. Wir haben gerade in Deutschland eine Situation, die Aktien und Immobilien stark befeuert. Der Realzins liegt weiterhin im deutlich negativen Bereich. Das Ziel der EZB ist dabei klar zu erkennen. Den Krisen-Staaten soll über Wachstum und negativen Realzins unter die Arme gegriffen werden. Immerhin liegt es in der Natur der Sache, dass Schuldner in der aktuellen Situation profitieren werden. Die Wahrscheinlichkeit einer deutlichen Zinsanhebung am „kurzen Ende“ stellt sich als sehr unwahrscheinlich dar.

Am langen Ende sieht die Situation etwas anders aus. Das lange Ende wird weiterhin direkt durch die EZB „manipuliert“. Die Ankäufe am Sekundärmarkt haben direkten Einfluss auf das Zinsniveau. Und natürlich ist dieser Umstand nicht nur eine akzeptierte Folge, sondern der initiale Gedanke hinter den Ankäufen. Die Schaffung des Zentralbankgeldes ist dabei eher die Begleiterscheinung, denn die Banken nutzen dieses nicht mal im Ansatz zur Neukreditvergabe aus (siehe dazu Thema Mindestreserve).

Diese Ankäufe werden früher oder später ein Ende nehmen. Ein möglicher erster Zinsschritt ist dabei eher nicht vor Beendigung dieser Ankäufe denkbar. Im letzten Monat wurde der Druck auf die EZB etwas abgemildert, denn die Inflationsrate lag zuletzt wieder ein Stück unterhalb der wichtigen 2 Prozent Marke. Allerdings sind all diese Entwicklungen nur temporär. Die Teuerung hat die Welt längst wieder betreten. Auf Sicht von 12 Monaten vermute ich eine 2 vor dem Komma für die gesamte Eurozone. In Deutschland wäre sogar ein überschreiten der 3 Prozent Marke denkbar.

Die Zusammenhänge zwischen Inflation und Rendite waren schon oft Thema auf dieser Seite und ich verweise daher nochmals auf meine Artikel zu diesem Thema.

Warum der DAX sich demnächst halbieren wird – Teil 1

Warum der DAX sich demnächst halbieren wird – Teil 2

 

Fazit Fundamentale- und technische DAX-Analyse

 

Kurzfristig haben fundamentale Daten keinen Einfluss auf die Kurse. Daher sollte im kurzfristigen Bild einzig und alleine das Setup zählen. Die beiden oben genannten Setups sind dabei für mich weiterhin die maßgeblichen. Gerade im FTSE konnte ich so bereits Gewinne realisieren.

Aus fundamentaler Sicht gibt es für mich aktuell vor allem 3 wichtige Aspekte, die ich immer wieder betrachte, um die Zukunft der Renditen zu erahnen. Diese Aspekte sind die Produzentenpreise, die Arbeitslosenquote und die Arbeitskosten. Nach meinen Annahmen befinden sich alle drei Kennziffern in einem Bereich, der die Teuerungsrate eher früher als später nach oben schieben wird. Der Übergang der ultralockeren Geldpolitik (QE-Maßnahmen plus Negativzins) zu einer lockeren Geldpolitik (niedrige Zinsen) dürfte noch im Jahr 2017 verkündet werden und so die Schatten voraus werfen. Bis dahin bleiben die Märkte aber befeuert durch QE-Maßnahmen und Negativzinsen eher „unterstützt“.

Das war die umfassende Fundamentale- und technische DAX-Analyse.

Ich wünsche eine spannende Handelswoche,

 

deepinsidehps

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1 Kommentar

  1. Die beiden MDAX Mover heute sind mit 5% im Plus. Nicht etwa weil Zahlen deutlich besser sind als gedacht. Nein es sind zwei Analysen von Banken. In „normalen Zeiten“ (ohne QE) wäre ich mir zu 95% sicher, dass das Ende der Hausse sehr sehr nahe ist…

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