Euro entfesselt – Kurs der EZB scheint zu drehen

 

Vor fünf Wochen schrieb ich hier bei einem Kurs von knapp 1.12 vom „Euro als globalen Gewinner“. Dies können Sie gerne noch einmal hier nachlesen. Seit dieser Zeit hat sich vor allem an der Zinsfront einiges getan. Dies spiegelt sich natürlich am Währungsmarkt wider. Daher ist der Euro entfesselt und kennt aktuell nur eine Richtung. Wie weit kann diese Bewegung folglich gehen?

 

Kleiner Rückblick

Mit dem Ausgang der Frankreich-Wahl für ein vereintes Europa war der Weg bereits bestimmt. Die Charttechnik untermauerte diese Richtung ebenfalls mit einem Ausbruch über der 1.10. Dargestellt in der oben verlinkten Analyse aus dem Mai, hier noch einmal das Chartbild zur Erinnerung für Sie:

Euro entfesselt - Tageschart Rückblick
Rückblick Chartanalyse aus Mai

 

Seit dieser Bewegung kamen weitere unterstützende Faktoren hinzu. Zu nennen ist dabei die Bankenrettung in Italien. Sie kostet wohl 17 Milliarden Euro, wird jedoch vom Land selbst bzw. deren Bürgern getragen. Keine gute News in meinen Augen, jedoch aus Sicht der Währungshüter EZB ein positives Zeichen. Denn die EZB zahlt diesmal nicht! Eher im Gegenteil – sie leitete das Insolvenzverfahren ein. Vertiefende Informationen sind in der Zeit zu finden.

 

Bleiben wir bei der EZB und Herrn Draghi. Sein angedeuteter Richtungswechsel stärkt den Euro noch einmal. Auch wenn es Interpretationsspielraum gab, die lockere Geldpolitik nähert sich dem Ende. Monatlich werden 60 Milliarden Euro per Anleihekauf in den Markt gepumpt. Jüngste Inflationsdaten untermauern diesen notwendigen Schritt und damit auch den Rückfluss von Geldern in die Euro-Zins-Zone. Damit katapultierte die EZB jedenfalls die Einheitswährung auf über 1.14. Sicherlich dauert diese Umkehr der Strategie seine Zeit, doch der Anfang dürfte mit diesen Äußerungen gemacht sein. Zur strafferen Geldpolitik und wie sich dies vollziehen kann, finden Sie im Manager Magazin einen aufschlussreichen Artikel.

 

Zur Chartanalyse: Euro entfesselt

Im aktualisierten Tageschart ist der Aufwärtsdruck nicht zu leugnen. Er wurde sogar noch etwas heftiger. Dazu Schaubild 1

Euro entfesselt - Tageschart Aufwärtstrend
Aufwärtstrends im Euro

 

Knapp über 1.14 scheint sich der Euro zum Dollar jedoch etwas festzulaufen. Das gestrige neue 12 Monats-Hoch war nicht mehr so dynamisch wie zuvor. Im Tageschart fällt dieser Bereich auch aus ehemaligen Kursschüben ins Auge. Dazu Schaubild 2

 

Euro entfesselt - Tageschart Widerstandszone
Aktuelle Wiederstandszone

 

Dies allein ist noch kein Umkehrsignal. Der Trend an sich bleibt auch nach Tagen einer Konsolidierung stabil. Eine weitere Entladung könnte bis zur 1.16 führen. Auch dies ist im Tageschart hier markiert nun. Dazu Schaubild 3

Euro entfesselt - Tageschart Zielzone
Mögliche Ausdehnung des Aufwärtstrends

 

Mein Fazit: Ruhe bewahren

Es verlockt im Trading, bei neuen impulsiven Bewegungen „kontra“ zu reagieren. Doch gerade am Forex sind Trends extrem stark. Im Zweifel sollte man sich diesen anpassen und davon profitieren. Mental nicht einfach, wie der Kollege Mahnert hier aufzeigte.

Ich ziehe mein Bärenfell daher erst bei einem Bruch des Trends an. Dies wäre unter 1.12 der Fall. Ein Pfeil im Schaubild 1 kann man sich denken. Kurzfristige politische Ereignisse und Wirtschaftsdaten sollten daran nichts ändern. Im kurzen Zeitrahmen kann man selbstverständlich beide Seite handeln. Dies obliegt Ihnen und der Risikoeinstellung.

 

Dafür wünsche ich Ihnen viel Erfolg,

Ihr Florian Forex

Florian Forex
Über Florian Forex 30 Artikel
Florian Forex tradet Währungen (Forex) und Indizes. Dazu nutzt er Futures und Ninja Trader als Plattform für seine Orders an der Börse. Florian Forex ist ein Pseudonym aber eine reale Person. Er ist auf dem Weg zum Vollzeit-Trader.

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