Euphorie und Ernüchterung: DAX sucht Richtung

Chartanalyse des Deutschen Aktienindex

 

Der Donnerstag hatte es in sich. Nach einer erneut stabilen Eröffnung konnte er sich langsam aber sicher wieder an das Jahreshoch annähern und dieses dann sehr dynamisch nach oben verschieben. Eine News stand hierbei als Auslöser bereit und wurde zugleich zur Ernüchterung umgedeutet.


DAX-Verlauf am Dienstag


Die Interpretation des Handelstages fällt nicht schwer. Wir haben weiterhin eine Aufwärtsbewegung am Markt mit neuen Verlaufshochs, doch hier ein erstes Alarmsignal in diesem Trend.

Attestieren kann man dem DAX nach der gestrigen Bewegung und dem leichten Kursminus von 15 Punkten auf XETRA-Basis weiterhin eine Aufwärtstendenz:


DAX zeigt schwache Aufwärtstendenz
DAX zeigt schwache Aufwärtstendenz


Diese schwächt sich jedoch ab. Auffällig ist zudem der dynamische Ausbruch über 12.700 und damit auf ein neues Jahreshoch am späten Vormittag. Hintergrund war die Meldung, dass es eine erste Einigung zwischen Grossbritannien und den Staats- und Regierungschefs in Brüssel geben würde – und dies vor dem Start des Gipfels.

Entsprechend euphorisch wurde ein Squeeze eingeleitet, den wir gestern als Trigger oberhalb der 12.680 wie folgt skizzierten (Rückblick):


Szenario für neues Jahreshoch
Szenario für neues Jahreshoch


Mehr als 100 Punkte umfasste der Squeeze diesmal und markierte mit 12.814 Punkten ein neues Jahreshoch. Alle Daten sind hier auf einen Blick verfügbar:

Eröffnung/Vortag12.655,32 / 12.670,11
Tagestief/Tageshoch12.647,86 / 12.814,49
Jahrestief/Jahreshoch10.386,97 / 12.814,49
52 W. Tief10.279,20 (27.12.2018)
52 W. Hoch12.814,49 (17.10.2019)

Dem Ausbruch folgte Ernüchterung, da es sich um kein unterschriftsreifes Papier handelte und noch diversen Zustimmungen, insbesondere durch die Parlamente von EU und England bedarf. Somit kam es zum kompletten Abverkauf der Bewegung:


Bullenfalle am Donnerstag im DAX?
Bullenfalle am Donnerstag im DAX?


Muss man dies bereits als Bullenfalle werten? Immerhin hat sich dadurch im Stundenchart ein leichtes Umkehrsignal manifestiert und die Dynamik sich dadurch erheblich abgeschwächt:

DAX-Stundenchart schwächt sich ab
DAX-Stundenchart schwächt sich ab

Antworten muss der heutige Handelstag geben. Aus dem XETRA-Chartbild heraus ist der Bereich vom Mittwoch zwischen 12.620 und 12.650 eine erste Unterstützung, an die wie andocken können:


XETRA-Unterstützung
XETRA-Unterstützung


Gibt die Vorbörse dazu bereits weitere Antworten?

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Vorbörse am Freitag 18.10.2019 mit Terminvorschau


Ob der 31. Oktober nun für den Brexit gehalten wird, muss sich noch zeigen. Die ersten Weichen sind zumindest gestellt. Doch an der Börse ist damit die Phantasie erst einmal entladen und Fakten werden gehandelt.

Diese zeigen einen vorbörslichen DAX genau auf der Unterstützung aus dem Chartbild 3. Durch die Kursnotierungen der Vor- und Nachbörse kann der Bereich sogar noch etwas tiefer eingefasst werden und um die 12.600 gerahmt sein:


Vorbörsliche Unterstützung im DAX
Vorbörsliche Unterstützung im DAX


Interessant dürfte, wenn dieser Bereich hält, ein erneuter Test des gestrigen Ausbruchsniveaus werden. Dieses liegt erneut, wie der Trigger am Donnerstag, bei 12.680 bis 12.700 Punkten:

Diskutieren Sie diese im Trading-Chat


Trigger für DAX-Long erneut 12.680
Trigger für DAX-Long erneut 12.680


Zwischen diesen Bereichen ist für Trader heute mit Sicherheit einiges an Spannung zu erwarten. Ein Ausbruch sollte aus meiner Sicht jeweils proaktiv angegangen werden.

Terminlich gibt es heute keine Zeiten, die besonderer Aufmerksamkeit bedürfen. Die Leistungsbilanz der EU um 10.00 Uhr dürfte die Börse nicht weitere beeinflussen und die Reden der US-Notenbankmitglieder Kaplan und Clarida um 17.00 Uhr sollten auch keine große Volatilität auslösen.

Kommen Sie daher ruhig aber erfolgreich ins Wochenende.

Viel Erfolg wünscht Ihnen dabei Christian Schürholz von Daytrading-Live.de

Christian Schürholz
Über Christian Schürholz 41 Artikel
Seit 20 Jahren ist Christian Schürholz aktiv an der Börse. Von Aktien, über Zertifikaten zu CFDs und Forex hat er schon (fast) alles gehandelt, sowohl auf Basis fundamentaler und technischer Analyse. Durch seine langjährige Erfahrungen im Brokeragegeschäft ist ihm auch die institutionelle Seite bestens bekannt.

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