Dow Jones Ausblick – Die zähe Korrektur. Chartanalyse Wall Street

 

Der mutmaßliche Test einer Wasserstoffbombe durch Nordkorea am vergangenen Wochenende führte zur Erfüllung des bearishen Szenarios aus meiner letzten Analyse für den Dow Jones – und zwar schon am ersten Handelstag der Woche. Das Gap bei 21.892 wurde bereits wenige Minuten nach Eröffnung des Kassamarktes geschlossen, anschließend rutschte der Dow ohne größere Gegenwehr zurück unter die Abwärtstrendlinie, was den Verkaufsdruck verstärkte. Schließlich konnte die längerfristige steigende Aufwärtstrendlinie aus dem H2 den Abverkauf aufhalten und es setzten erste bullishe Gegenreaktionen ein. Zum Wochenstart möchte ich meinen Dow Jones Ausblick – Die zähe Korrektur, etwas näher ausführen.

 

Wichtige Marken im Dow Jones Ausblick für die kommende Woche

 

Betrachten wir den ersten Chart mit Zeiteinheit 2 Stunden:

Dow Jones Ausblick - Trendlinie
Dow Jones und die Trendlinie

Zu erkennen ist hier die steigende Aufwärtstrendlinie aus dem H2. Sie fing bislang die Kursrückgänge aus dem August im Dow Jones auf und hat auch im noch jungen Monat September ihre unterstützende Wirkung unter Beweis gestellt.

Im Handelsverlauf der vergangenen Woche gab es zwar kurze Ausflüge unter die Linie. Doch während der Haupthandelszeiten gelang es nicht, zumindest per H1-Schlusskurs unter ihr zu schließen.

Ein Gap-Down ließ am letzten Freitag eine Eröffnung unter dieser wichtigen Unterstützungslinie vermuten. Allerdings wurde der Markt direkt ab 15:30 Uhr dynamisch wieder nach oben gekauft, so dass die Aufwärtstrendlinie als behauptet angesehen werden kann.

 

Sehen wir uns nun an, was den Dow nach oben begrenzt:

Dow Jones Ausblick - Trendlinie abwärts
Dow Jones Chartbild 1 Stunde

 

Im dem oval gekennzeichneten Bereich ist gut zu erkennen, wie die Abwärtstrendlinie seit dem Allzeithoch in der vergangenen Woche weitere Kursanstiege des Dow Jones begrenzte.

Auch hier kam es im Handelsverlauf immer wieder zu kurzen Überschreitungen, doch die Kurse setzen stets wieder zurück und schlossen regelmäßig unter der Linie.

Am letzten Freitag nun gelang auch ein H1-Schlusskurse über der Marke, jedoch konnten sich die Notierungen nicht bis Handelsschluss über ihr behaupten.

Wir haben damit nun die Situation, dass ein Wochenschlusskurs unter dieser vom Markt identifizierten Linie vorliegt.

 

Betrachten wir hierzu auch die Fibonacci-Zonen, angelegt auf den Kursverlauf seit dem Zwischenhoch am 01.09.2017 und dem Tief am vergangenen Montag:

Dow Jones Ausblick - Fibunacci
Fibonacci-Zonen im Dow Jones

Wir erkennen hier, dass das 38,2%-Retracement sehr gut mit der Abwärtstrendlinie harmoniert.

Die seit dem Tief am Montag gemachten Gegenbewegungen endeten allesamt knapp über dieser Marke und konnten die 50% zu keinem Zeitpunkt erreichen.

 

 

Wie kann es in der kommenden Woche weitergehen?

 

Das bullishe Szenario

Für ein bullishes Szenario im Dow Jones müssten zunächst sowohl die Abwärtstrendlinie als auch damit einhergehend das 38,2%-Retracement der Abwärtsbewegung seit dem 01.09.2017 überwunden werden.

Von hier aus wäre das nächste sinnvolle Ziel die 61,8% bei rund 21.913 Punkten, was einen Rücklauf in etwa zur Eröffnung vom vergangenen Montag bedeuten würde.

Sofern die Kraft der Bullen reicht, würde sich die neue fallende Trendlinie als nächstes Ziel anbieten, die das ATH mit dem Zwischenhoch vom 01.09. verbindet (siehe Chart).

Dow Jones Ausblick - Bulle
Dow Jones bullisches Szenario

Danach stünden neuen Rekordständen zunächst die Zwischenhochs (22.039 / 22.086) als auch das ATH selbst im Wege (22.180).

 

Das bearishe Szenario

Im Interesse der Bären liegt ein Unterbieten der längerfristigen Aufwärtstrendlinie aus dem ersten hier gezeigten Chart mindestens per Hourly-Close im Kassahandel.

Von hier aus bieten sich die August-Tiefs (21.660 / 21.600) als erste weitere Zielmarken an.

Darunter könnten die Hochs aus Juni/Juli, oder -sofern stärkerer Druck aufkommt- auch erst die entsprechenden Tief aus den gleichen Monaten eine Auffangzone darstellen (siehe Chart):

Dow Jones Ausblick - Baer
Das bärische Szenario im Dow Jones

 

Noch ein Hinweis

Seit dem außerbörslichen Tief am Tag der US-Präsidentschaftswahl ist der Dow bis zu 4.700 Punkte angestiegen.

Angelegt auf dieses Tief hat der Markt bislang keine Korrektur auch nur auf das 23,6%-Retracement erreichen können.

Ausgehend vom Allzeithoch lägen diese 23,6% derzeit bei einem Kursniveau von 21.070 Punkten.

Das sind runde 5% vom Allzeithoch.

Dow Jones Ausblick - Zonen
Ausdehnung / Zonen Dow Jones

Trotzdem darf nicht außer Acht gelassen werden, dass sich diese Marke mehr als 700 Punkte von den derzeitigen Kursständen entfernt befindet.

Eine 5%-ige Korrektur ist in prozentualen Maßstäben gemessen sehr gering, betrachtet in Punkten mit den Augen eines hebelnden Daytraders (vor allem beim Handel von CFD oder Futures) ist sie aber monströs.

Gerade vor dem Hintergrund der ungelösten Nordkorea-Krise mit dem Potenzial neuer Eskalationsstufen besteht nach wie vor ein nicht zu unterschätzendes Abwärtsrisiko für die Märkte.

Als Daytrader tut man gerade bei den aktuellen Kursständen gut daran, auch einmal das größere Bild im Blick zu haben und sich die möglichen prozentualen Kursrückgänge im Verhältnis zu den punktemäßigen Bewegungen anzusehen.

Zu den Abwärtsrisiken im Dow Jones sei an dieser Stelle abschließend auf ein Statement von JP Morgan-Analyst Marko Kolanovic verwiesen.

Zwar ist diese Analyse auf Ende Juli 2017 zu datieren, seither konnten die US-Märkte allerdings nicht mehr allzu sehr zulegen und notieren inzwischen wieder auf dem Niveau wie zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

 

 

Vielen Dank für Ihr Interesse an meiner Analyse!

 

Bis zum nächsten Mal

Ihr Thorsten Kock

 

Thorsten Kock
Über Thorsten Kock 7 Artikel
Thorsten Kock hat sich auf Ausbruchshandel und Scalping unter Zuhilfenahme mechanischer Ein-/Ausstiegsregeln spezialisiert. Unter Verwendung klassischer Methoden der Charttechnik optimiert er diese ständig und lässt Sie hier daran teilhaben.

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